Der neue BYD Dolphin G DM i ist eines dieser Fahrzeuge, die auf den ersten Blick recht einfach wirken, technisch aber deutlich mehr zu bieten haben, als man zunächst erwartet. Er ist kein klassischer Benziner, kein reines Elektroauto und auch kein Hybrid nach alter Schule. Er ist ein Plug-in-Hybrid, also ein Fahrzeug, das einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor und einer extern aufladbaren Batterie kombiniert.
Genau diese Mischung macht den BYD Dolphin G DMI interessant. Im Alltag soll er möglichst oft rein elektrisch fahren, auf längeren Strecken aber die Sicherheit eines Benzintanks bieten. Damit spricht er vor allem Menschen an, die gerne elektrisch unterwegs wären, aber noch nicht komplett auf den Verbrennungsmotor verzichten möchten oder können.
DM-i steht bei BYD für ein besonders effizientes Hybrid-Konzept. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Der Elektromotor übernimmt möglichst viele Fahraufgaben, während der Benzinmotor dann unterstützt, wenn mehr Leistung benötigt wird oder die Batterie nicht mehr genügend Energie liefert. Der Verbrenner ist also nicht einfach nur ein klassischer Antrieb, sondern Teil eines Gesamtsystems, das auf Effizienz, Reichweite und Alltagstauglichkeit ausgelegt ist.
Wie groß ist der BYD Dolphin G DM i?
Mit einer Länge von 4,16 Meter, einer Breite von 1,82 Meter und einer Höhe von 1,57 Meter bewegt sich der BYD Dolphin G DM i in einem kompakten Format. Der Radstand beträgt 2,61 Meter. Der Radstand beschreibt den Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse und ist besonders wichtig für das Platzangebot im Innenraum. Je länger der Radstand im Verhältnis zur Außenlänge ausfällt, desto mehr Raum kann im Innenraum entstehen.
Genau das merkt man dem Dolphin G DM i an. Von außen bleibt er handlich, innen wirkt er erstaunlich großzügig. Gerade bei kompakten Fahrzeugen ist das ein entscheidender Punkt, denn wer in der Stadt wenig Platz verbrauchen möchte, will trotzdem nicht auf Sitzkomfort, Stauraum und Alltagstauglichkeit verzichten.
Das Leergewicht liegt laut vorliegenden Angaben bei rund 1.555 Kilogramm. Für einen Plug-in-Hybrid dieser Größe ist das durchaus plausibel, denn neben dem Verbrennungsmotor fährt schließlich auch noch ein Elektromotor, eine Hochvoltbatterie und die dazugehörige Leistungselektronik mit.
Wie sieht der BYD Dolphin G DM i aus?
Optisch bleibt der BYD Dolphin G DM i angenehm unaufgeregt. Die Front ist modern, glatt gezogen und wirkt zeitlos. Die LED-Scheinwerfer sitzen sauber in der Frontpartie, das Tagfahrlicht gibt dem Fahrzeug ein eigenständiges Gesicht. LED bedeutet, dass Leuchtdioden statt klassischer Halogenlampen eingesetzt werden. Das spart Energie, ermöglicht präzisere Lichtgrafiken und sorgt in der Regel für eine längere Lebensdauer.
Auffällig sind die aktiven Luftklappen in der Front. Diese öffnen sich nur dann, wenn der Verbrennungsmotor oder die Klimaanlage zusätzliche Kühlluft benötigt. Bleiben sie geschlossen, verbessert sich die Aerodynamik. Aerodynamik beschreibt, wie gut ein Fahrzeug durch die Luft gleitet. Je weniger Luftwiderstand entsteht, desto geringer ist der Energieverbrauch. Gerade bei elektrifizierten Fahrzeugen ist das wichtig, weil jeder eingesparte Verbrauch direkt mehr Reichweite bedeuten kann.
Auch sogenannte Air Curtains kommen zum Einsatz. Dabei wird die Luft gezielt um die Radhäuser herumgeleitet. Das klingt nach einem kleinen Detail, kann aber beim Luftwiderstand helfen. Es zeigt, dass BYD nicht nur auf eine gefällige Optik setzt, sondern auch auf Effizienz im Detail achtet.
Die Karosserie wirkt sauber gezeichnet, besonders in der gezeigten orangefarbenen Metallic-Lackierung. Das Auto fällt auf, ohne aufdringlich zu sein. Kritik gibt es trotzdem. Die Haifischflossen-Antenne auf dem Dach ist zwar in Wagenfarbe lackiert, wirkt aber nicht ganz so integriert, wie man es sich von einem Technikunternehmen wie BYD wünschen würde. Auch der Heckwischer erfüllt zwar seinen Zweck, hätte aber eleganter in den Heckspoiler integriert werden können. Das sind keine dramatischen Schwächen, aber genau solche Details entscheiden oft darüber, ob ein Auto einfach nur gut oder richtig durchgestaltet wirkt.
Was steckt unter der Haube?
Unter der Motorhaube arbeitet ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Ottomotor. Ein Ottomotor ist ein klassischer Benzinmotor mit Fremdzündung, bei dem das Kraftstoff-Luft-Gemisch durch eine Zündkerze entzündet wird. Im BYD Dolphin G DM i leistet dieser Motor 70 kW, also 95 PS, und stellt 120 Newtonmeter Drehmoment bereit.
Unterstützt wird er von einem Elektromotor mit 120 kW, also 163 PS, und 210 Newtonmeter Drehmoment. Drehmoment beschreibt die Kraft, die an der Antriebswelle anliegt. Besonders Elektromotoren liefern ihr Drehmoment sehr spontan, was zu einem direkten und kräftigen Anfahrgefühl führt.
Die Systemleistung liegt bei 156 kW, also 212 PS. Systemleistung bedeutet nicht einfach die Addition aller Einzelwerte, weil Verbrennungsmotor und Elektromotor nicht immer gleichzeitig ihre jeweilige Maximalleistung abgeben. Entscheidend ist, welche Gesamtleistung das Fahrzeug tatsächlich nutzbar bereitstellen kann. Beim BYD Dolphin G DMI sind das 212 PS, was für ein kompaktes Fahrzeug mehr als ausreichend ist.
Von 0 auf 100 km/h soll der Plug-in-Hybrid in 8,3 Sekunden beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Das macht ihn nicht zum Sportwagen, aber zu einem sehr souverän motorisierten Alltagsauto. Gerade im Stadtverkehr und beim Zwischenspurt dürfte der elektrische Anteil für ein angenehm spontanes Fahrgefühl sorgen.
Wie weit kommt der BYD Dolphin G DM i elektrisch?
In der getesteten höheren Ausstattung verfügt der BYD Dolphin G DM i über eine Batterie mit 18,3 kWh Bruttokapazität. Die Bruttokapazität beschreibt die gesamte Energiemenge, die technisch im Akku gespeichert werden kann. In der Praxis steht meist nicht die komplette Menge zur Verfügung, weil ein Teil als Schutzreserve für die Batterie zurückgehalten wird.
Rein elektrisch soll der Dolphin G DM i bis zu 102 Kilometer schaffen. Das ist für einen Plug-in-Hybrid ein starker Wert. Viele alltägliche Strecken lassen sich damit ohne Verbrennungsmotor zurücklegen. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, dürfte den Benzinmotor im Alltag nur selten benötigen.
Nach WLTP liegt der kombinierte Verbrauch bei 1,4 Liter auf 100 Kilometer. WLTP steht für Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure und ist das aktuelle Messverfahren für Verbrauchs- und Reichweitenangaben. Wichtig ist aber: Gerade bei Plug-in-Hybriden hängt der reale Verbrauch extrem vom Nutzerprofil ab. Wer regelmäßig lädt und überwiegend kurze Strecken fährt, kann sehr sparsam unterwegs sein. Wer den Akku nie lädt und hauptsächlich Autobahn fährt, wird deutlich mehr Benzin verbrauchen.
Wie lädt der BYD Dolphin G DM i?
Beim Laden muss man genau auf die Ausstattung achten. In der höheren Variante kann der BYD Dolphin G DMI mit 6,6 kW Wechselstrom laden. Wechselstrom wird oft als AC bezeichnet. AC steht für Alternating Current und beschreibt den Strom, der aus normalen Wallboxen oder vielen öffentlichen Ladesäulen kommt. Das Auto wandelt diesen Strom anschließend über einen Onboard-Lader in Gleichstrom für die Batterie um.
6,6 kW sind grundsätzlich nutzbar, aber aus europäischer Sicht nicht optimal. Viele öffentliche AC-Ladesäulen und Wallboxen bieten 11 kW. Ein dreiphasiger 11-kW-Lader wäre daher praktischer gewesen, weil sich der Akku damit beim Einkaufen, beim Termin oder beim Stadtbummel schneller nachladen ließe.
Interessant ist allerdings, dass die höheren Varianten auch DC-Schnellladen unterstützen.
DC steht für Direct Current, also Gleichstrom. Dabei wird die Batterie direkt mit Gleichstrom geladen, was höhere Ladeleistungen ermöglicht. Im BYD Dolphin G DM i sind bis zu 39 kW möglich. Von 10 auf 80 Prozent soll der Ladevorgang rund 26 Minuten dauern. Für ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug ist das durchaus bemerkenswert, denn viele PHEV-Modelle verzichten komplett auf DC-Laden.
Die Einstiegsversion Active unterscheidet sich deutlich. Sie besitzt nur einen kleineren Akku mit 7,2 kWh Bruttokapazität, lädt mit 3,3 kW AC und bietet keine DC-Schnelllademöglichkeit. Außerdem liegt die Systemleistung dort bei 176 PS. Wer also wirklich viel elektrisch fahren möchte, sollte genau prüfen, welche Variante besser zum eigenen Alltag passt.
BYD Dolphin G DM I Fotos













Wie viel Reichweite bietet der BYD Dolphin G DM i insgesamt?
Neben der Batterie verfügt der BYD Dolphin G DM i über einen 42-Liter-Benzintank. Zusammengenommen soll das Fahrzeug laut Anzeige auf rund 1.000 Kilometer Gesamtreichweite kommen. Genau hier liegt der große Reiz dieses Konzepts. In der Stadt fährt man lokal emissionsfrei, auf langen Strecken muss man nicht zwingend Ladepausen einplanen.
Lokal emissionsfrei bedeutet, dass während der elektrischen Fahrt am Fahrzeug selbst keine Abgase entstehen. Das ist besonders in Innenstädten angenehm, weil dort viele Fahrzeuge, viele Ampeln und viel Stop-and-go-Verkehr zusammenkommen. Genau in diesem Umfeld spielt der elektrische Antrieb seine Stärke aus.
Auf der Autobahn kann der Verbrennungsmotor übernehmen oder unterstützen. Bei gleichmäßiger Reisegeschwindigkeit bleibt das System angenehm im Hintergrund. Wird allerdings stark beschleunigt oder dauerhaft sehr schnell gefahren, tritt der Benzinmotor akustisch stärker in den Vordergrund. Das ist bei einem solchen Konzept nicht ungewöhnlich, sollte aber erwähnt werden.
Wie praktisch ist der Kofferraum?
Der Kofferraum fasst 425 Liter. Für ein Fahrzeug mit 4,16 Meter Länge ist das ein sehr ordentlicher Wert. Unter dem Ladeboden gibt es zusätzlichen Stauraum, etwa für Ladekabel oder kleinere Gegenstände. Teppichboden, Haken und Beleuchtung zeigen, dass BYD den Nutzwert im Blick hat.
Kritik gibt es bei der Hutablage. Sie wirkt eher einfach und wenig stabil. Für leichte Gegenstände reicht sie aus, hochwertig fühlt sich das aber nicht an. Ebenfalls schade: Die Rücksitzlehnen lassen sich nur im klassischen Verhältnis umklappen. Eine zusätzliche Durchlademöglichkeit für lange Gegenstände gibt es nicht.
Bei umgelegter Rückbank wächst das Ladevolumen auf 1.225 Liter. Allerdings entsteht dabei eine Stufe im Ladeboden. Ein variabler oder doppelter Ladeboden hätte geholfen, eine ebene Ladefläche zu schaffen. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber im Alltag ein Punkt, den man beim Beladen merkt.
Zur Dachlast und zu einer möglichen Anhängerkupplung lagen zum Zeitpunkt des Fahrtermins keine belastbaren Angaben vor. Deshalb bleiben diese Werte offen.
Wie fühlt sich der Innenraum an?
Der Innenraum des BYD Dolphin G DM i ist modern gestaltet und für die Fahrzeugklasse ordentlich verarbeitet. Vor dem Fahrer sitzt ein digitales Kombiinstrument, das die wichtigsten Fahrinformationen anzeigt. Ergänzt wird es durch ein Head-up-Display. Ein Head-up-Display projiziert Informationen wie Geschwindigkeit oder Assistenzhinweise in das Sichtfeld des Fahrers. Der Vorteil liegt darin, dass der Blick seltener von der Straße abgewendet werden muss.
Das Lenkrad ist angenehm kräftig gepolstert und lässt sich in Höhe und Abstand einstellen. Das ist wichtig, weil sich so unterschiedliche Körpergrößen besser unterbringen lassen. Die Tasten am Lenkrad sind haptisch ausgeführt. Haptisch bedeutet, dass man echte Druckpunkte spürt und nicht nur über berührungsempfindliche Flächen wischt. Gerade im Auto ist das ein Vorteil, weil man Funktionen auch während der Fahrt besser bedienen kann.
Die Materialauswahl ist gemischt. Es gibt harte Kunststoffe, aber auch weiche Kunstlederbereiche und sauber gestaltete Oberflächen. In der Preisklasse ist das grundsätzlich in Ordnung. Vorne wirkt der Innenraum wertiger als hinten. Im Fond wurde sichtbar stärker gespart, dort dominiert harter Kunststoff. Das ist nicht schön, aber in diesem Segment leider keine Seltenheit.
Wie gut ist das Infotainment?
In der getesteten Topvariante ist ein großer zentraler Bildschirm verbaut. Darauf läuft Android Automotive mit Google Maps, Google Play Store und Google Assistant. Android Automotive ist ein Betriebssystem für Fahrzeuge, das direkt im Auto läuft und nicht nur vom Smartphone gespiegelt wird. Dadurch können Navigation, Apps und Sprachsteuerung tiefer ins Fahrzeug integriert werden.
Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls an Bord. Damit lassen sich Smartphone-Apps wie Musik, Podcasts, Telefonie oder Navigation auf dem Fahrzeugdisplay nutzen. Die Integration wirkt großzügig und zeitgemäß.
Problematisch zeigte sich im Test allerdings die Sprachsteuerung. Mehrere Navigationsbefehle wurden nicht verstanden oder nicht korrekt umgesetzt. Besonders störend war, dass während der Fahrt kein Navigationsziel eingegeben werden konnte, wenn die Sprachsteuerung nicht funktionierte. Das bedeutet in der Praxis: Anhalten, Parkstufe einlegen, Ziel eingeben, weiterfahren. Das ist umständlich und passt nicht zu einem ansonsten modernen Fahrzeug.
Hier muss BYD nachbessern. Gerade wenn Google-Dienste an Bord sind, erwartet man eine zuverlässige Spracheingabe. Ein modernes Auto sollte den Fahrer entlasten und nicht dazu zwingen, für eine simple Zieleingabe rechts ranzufahren.
Wie sitzt man vorne?
Vorne bietet der BYD Dolphin G DM i ein gutes Raumgefühl. Auch groß gewachsene Personen finden ordentlich Platz. Die Sitze sind in der getesteten Ausstattung mit einer Kombination aus Kunstleder und Stoff bezogen. Die Sitzfläche ist angenehm lang, die Seitenführung ordentlich und die Kopfstützen weich gepolstert.
Sitzheizung ist vorhanden, ebenso eine Lenkradheizung. Eine Sitzbelüftung gibt es nicht, was in dieser Fahrzeugklasse aber verschmerzbar ist. Die Mittelkonsole bietet viele Ablagen, Becherhalter, eine induktive Ladeschale für Smartphones, USB-C-Anschlüsse und einen 12-Volt-Anschluss. Induktives Laden bedeutet, dass ein kompatibles Smartphone kabellos geladen wird, sobald es auf der Ladefläche liegt.
Praktisch ist auch die doppelte Ablageebene in der Mittelkonsole. Dort lassen sich Taschen oder kleinere Gegenstände unterbringen, ohne dass alles im Innenraum herumfliegt. Solche Details machen im Alltag oft mehr aus als große Werbeversprechen.
Wie viel Platz gibt es im Fond?
Auch im Fond bietet der Dolphin G DM i für seine Fahrzeuggröße ein ordentliches Platzangebot. Erwachsene können hinten sitzen, ohne sofort beengt zu wirken. Die Kniefreiheit ist angemessen, die Kopffreiheit passt ebenfalls. Die Vordersitze sind hinten verkleidet, Taschen an den Lehnen bieten zusätzlichen Stauraum.
Hinten gibt es Lüftungsdüsen und zwei USB-C-Anschlüsse. Das ist familienfreundlich und auch für längere Fahrten wichtig. Drei Kopfstützen sind vorhanden, Isofix-Befestigungen gibt es auf den äußeren Rücksitzen. Isofix ist ein standardisiertes Befestigungssystem für Kindersitze. Es erleichtert die sichere Montage und reduziert das Risiko von Einbaufehlern.
Nicht ideal ist, dass der Beifahrersitz keine Höhenverstellung besitzt. Dadurch lässt sich der Fußraum im Fond weniger flexibel nutzen. Große Schuhe passen nur eingeschränkt unter den Vordersitz. Auch hier merkt man, dass BYD an manchen Stellen sehr klug konstruiert, an anderen aber noch Feinschliff gebrauchen könnte.
Wie fährt sich der BYD Dolphin G DM i in der Stadt?
In der Stadt zeigt der BYD Dolphin G DM i seine beste Seite. Er fährt ruhig, direkt und lokal emissionsfrei. Der Elektromotor reagiert spontan, das Fahrzeug bewegt sich geschmeidig durch den Verkehr und die Rundumsicht ist gut. Die großen Fensterflächen helfen beim Schulterblick, das 360-Grad-Kamerasystem unterstützt beim Rangieren.
Ein 360-Grad-Kamerasystem setzt mehrere Kamerabilder zu einer Rundumsicht zusammen. Dadurch sieht man Hindernisse, Bordsteine oder andere Verkehrsteilnehmer besser. Beim Einparken in engen Straßen oder beim Herausfahren aus unübersichtlichen Ausfahrten ist das ein echter Mehrwert.
Auch die Frontkamera ist hilfreich. Gerade in Städten mit viel Radverkehr, Fußgängern und engen Parklücken sorgt sie für zusätzliche Sicherheit. Die Bildqualität des Systems wirkt hochwertig und übersichtlich. Eine komplett animierte Rundumansicht gibt es zwar nicht, aber die vorhandenen Perspektiven erfüllen ihren Zweck sehr gut.
Wie komfortabel ist das Fahrwerk?
Das Fahrwerk ist straff-komfortabel abgestimmt. Das bedeutet, dass der BYD Dolphin G DM i nicht schwammig wirkt, aber trotzdem ausreichend Komfort bietet. Bodenwellen, Gullideckel und Kopfsteinpflaster werden ordentlich verarbeitet. Das Auto wirkt stabil und vermittelt ein sicheres Gefühl.
Bei schnellen Spurwechseln bleibt der Aufbau kontrolliert. Wankbewegungen, also das seitliche Neigen der Karosserie, halten sich in Grenzen. Gleichzeitig wirkt das Auto nicht überhart. Genau diese Mischung passt gut zu einem kompakten Plug-in-Hybrid, der sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn funktionieren soll.
Die Sitze tragen ebenfalls zum Reisekomfort bei. Sie bieten genügend Seitenhalt, ohne unbequem zu werden. Das ist wichtig, denn ein Auto mit bis zu 1.000 Kilometer Gesamtreichweite sollte nicht nur weit kommen, sondern auch über längere Strecken angenehm bleiben.
Wie leise ist der BYD Dolphin G DM i?
Bei den gemessenen Innengeräuschen zeigt sich der BYD Dolphin G DMI ordentlich gedämmt. Bei 50 km/h lagen die Werte bei etwa 61 bis 62 Dezibel. Bei 70 km/h wurden rund 65 bis 67 Dezibel gemessen. Bei 100 km/h lagen die Werte bei etwa 71 bis 72 Dezibel.
Dezibel ist die Maßeinheit für Schalldruckpegel. Da die Skala logarithmisch funktioniert, wirken schon kleine Unterschiede hörbar. Für ein kompaktes Fahrzeug mit einfacher Seitenverglasung sind die gemessenen Werte in Ordnung. Einfache Verglasung bedeutet, dass keine Akustik-Doppelscheiben mit spezieller Zwischenschicht verbaut sind.
Im rein elektrischen Fahrbetrieb ist der Dolphin G DMI angenehm leise. Wenn der Verbrennungsmotor bei stärkerer Beschleunigung oder höheren Geschwindigkeiten aktiv wird, hört man ihn deutlicher. Bei entspannter Reisegeschwindigkeit bleibt er eher im Hintergrund.
Wie funktionieren die Assistenzsysteme?
Der BYD Dolphin G DM i bietet eine teilautonome Fahrunterstützung, die aus adaptivem Tempomat, Spurhalteassistent und Lenkunterstützung besteht. Der adaptive Tempomat, oft ACC genannt, hält automatisch Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Der Spurhalteassistent hilft dabei, das Fahrzeug in der Fahrspur zu halten. Zusammen ergibt sich eine entspannte Unterstützung auf der Autobahn.
BYD nennt dieses System ICC. Es hält die Spurmitte ordentlich und regelt den Abstand zuverlässig. Die Geschwindigkeit lässt sich in Fünferschritten einstellen. Eine automatische Übernahme von Tempolimits oder ein assistierter Spurwechsel wurden im Test nicht festgestellt. Beim Blinken wechselt das System eher in eine einfachere Tempomatfunktion, der eigentliche Spurwechsel bleibt Aufgabe des Fahrers.
Das ist in dieser Fahrzeugklasse völlig in Ordnung. Wichtig ist ohnehin: Solche Systeme ersetzen den Fahrer nicht. Sie unterstützen, entlasten und können Sicherheit bringen, verlangen aber weiterhin Aufmerksamkeit.
BYD Dolphin G DM i Testvideo
Wie schlägt sich der Antrieb auf der Autobahn?
Beim Beschleunigen zeigt der BYD Dolphin G DMI, dass seine 212 PS nicht nur auf dem Papier stehen. Der Antritt ist kräftig, der Elektromotor liefert spontan Leistung und der Verbrenner schaltet sich bei Bedarf dazu. Die angegebene Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8,3 Sekunden wirkt realistisch.
Bei höheren Geschwindigkeiten wird der Ottomotor präsenter. Wer dauerhaft 180 km/h fahren möchte, wird den Benziner deutlich hören. Das ist keine Überraschung, denn bei hoher Dauerlast muss der Verbrennungsmotor stärker arbeiten. Wer hingegen mit 120 km/h dahingleitet, erlebt den Antrieb deutlich entspannter.
Interessant ist, dass auch rein elektrisches Fahren mit Autobahntempo möglich ist. Im EV-Modus fährt der Dolphin G DM i angenehm ruhig und leichtfüßig. EV steht für Electric Vehicle beziehungsweise hier für den rein elektrischen Fahrmodus. Gerade dieses Umschalten zwischen elektrischem Fahren und hybridischer Unterstützung macht den Charakter des Autos aus.
Wie realistisch ist der Verbrauch?
Im Test zeigte der Bordcomputer nach einer autobahnlastigen Etappe Werte von 14,5 kWh pro 100 Kilometer und 0,5 Liter Benzinverbrauch, rechnete daraus aber zugleich einen Gesamtverbrauch von 4,5 Liter auf 100 Kilometer. Diese Darstellung wirkt nicht vollständig nachvollziehbar.
Genau hier wäre eine europäischere Bordcomputer-Logik wünschenswert. Ein guter Bordcomputer sollte sauber anzeigen, wie viel Strom und wie viel Kraftstoff tatsächlich über eine bestimmte Strecke verbraucht wurden. Idealerweise lässt sich der Verbrauch für einzelne Fahrten, längere Zeiträume oder mehrere tausend Kilometer zurücksetzen und vergleichen.
Gerade bei Plug-in-Hybriden ist Transparenz besonders wichtig. Nur wenn der Fahrer klar versteht, wie viel Strom und Benzin er nutzt, kann er das Fahrzeug effizient bewegen. BYD baut technisch beeindruckende Antriebe, sollte aber bei der Verbrauchsdarstellung noch verständlicher werden.
Was kann der BYD Dolphin G DM i besser als ein reines Elektroauto?
Der größte Vorteil liegt in der Flexibilität. Im Alltag fährt der BYD Dolphin G DM i elektrisch, auf langen Strecken bleibt der Benzintank als Sicherheitsnetz. Wer keine eigene Wallbox hat, nicht regelmäßig zuverlässig laden kann oder häufig spontane Langstrecken fährt, bekommt hier einen sanften Einstieg in die Elektromobilität.
Für viele Nutzer kann ein solcher Plug-in-Hybrid eine Brückentechnologie sein. Morgens zur Arbeit, nachmittags zum Einkaufen, abends zum Sport, vieles davon kann elektrisch erledigt werden. Für die Urlaubsreise oder den Termin am anderen Ende der Republik steht weiterhin der Verbrennungsmotor bereit.
Das ist nicht so konsequent wie ein reines Elektroauto, aber alltagstauglich. Entscheidend ist allerdings, dass der Akku wirklich geladen wird. Ein Plug-in-Hybrid ohne regelmäßiges Laden verliert einen großen Teil seines Sinns.
Was kann ein reines Elektroauto besser?
Ein reines Elektroauto ist technisch einfacher, fährt immer lokal emissionsfrei und verzichtet komplett auf Ölwechsel, Abgasanlage und Verbrennungsmotor. Wer zu Hause laden kann und mit der elektrischen Reichweite gut zurechtkommt, braucht den zusätzlichen Benziner möglicherweise gar nicht.
Der BYD Dolphin ist auch als rein elektrische Variante bekannt. Wer also ohnehin rein elektrisch fahren möchte, sollte beide Konzepte genau vergleichen. Der Plug-in-Hybrid bietet mehr Langstrecken-Sicherheit, das reine Elektroauto bietet mehr Konsequenz.
Genau deshalb ist der Dolphin G DM i vor allem für diejenigen spannend, die den elektrischen Alltag wollen, aber noch nicht bereit sind, vollständig auf Benzin zu verzichten.
Was kostet der BYD Dolphin G DM i?
Der Einstiegspreis liegt bei 28.990 Euro. Für ein Fahrzeug mit Plug-in-Hybrid-Technik, ordentlicher elektrischer Reichweite, moderner Ausstattung und einer Systemleistung von bis zu 212 PS ist das ein interessanter Wert.
Wie immer bei BYD lohnt sich aber der Blick auf konkrete Marktangebote. Gerade zur Markteinführung sind Leasing-, Finanzierungs- oder Aktionsangebote oft deutlich attraktiver als der reine Bruttolistenpreis. Entscheidend ist am Ende nicht nur der Preis auf dem Papier, sondern was Ausstattung, Batteriegröße, Ladeleistung und monatliche Kosten im eigenen Alltag bedeuten.
Die Einstiegsversion Active ist günstiger, bringt aber den kleineren Akku, weniger Leistung, langsamere AC-Ladung und kein DC-Schnellladen mit. Wer den Dolphin G DM i wirklich als elektrisches Alltagsauto nutzen will, dürfte mit der größeren Batterie besser bedient sein.
Wo liegen die Stärken des BYD Dolphin G DM i?
Die größte Stärke ist das Gesamtpaket. Der Dolphin G DMI kombiniert eine ordentliche elektrische Reichweite mit einem sparsamen Hybridantrieb, viel Ausstattung und einem überraschend großzügigen Raumangebot. Die elektrische Reichweite von über 100 Kilometer macht ihn im Alltag sehr interessant. Der 42-Liter-Tank sorgt für Langstrecken-Flexibilität.
Auch das Platzangebot überzeugt. 425 Liter Kofferraum in einem 4,16 Meter langen Fahrzeug sind stark. Der Innenraum ist vorne modern und gut nutzbar, die Sitze sind bequem, die Bedienung weitgehend logisch. Das 360-Grad-Kamerasystem, das Head-up-Display, die Sitzheizung, die Lenkradheizung und die Assistenzsysteme sorgen dafür, dass sich der Dolphin G DM i eher nach einer höheren Fahrzeugklasse anfühlt.
Dazu kommt der Antrieb. 212 PS Systemleistung machen aus dem kompakten BYD kein langweiliges Sparmobil. Er fährt spontan, kräftig und im elektrischen Modus angenehm leise.
Wo liegen die Schwächen des BYD Dolphin G DM i?
Die Schwächen liegen weniger beim Grundkonzept, sondern bei Details. Die AC-Ladeleistung von 6,6 kW ist nutzbar, aber ein 11-kW-Lader wäre für Europa deutlich sinnvoller. Die Einstiegsversion lädt mit 3,3 kW zu langsam und verzichtet auf DC-Schnellladen. Das sollte man vor dem Kauf unbedingt wissen.
Die Sprachsteuerung und Zieleingabe während der Fahrt müssen besser funktionieren. Ein modernes Fahrzeug mit Google-Integration darf hier keine Unsicherheit zeigen. Wenn die Spracheingabe nicht klappt und gleichzeitig die manuelle Zieleingabe blockiert ist, entsteht im Alltag Frust.
Auch die Verbrauchsanzeige sollte nachvollziehbarer werden. Gerade bei einem Plug-in-Hybrid braucht man klare Informationen über Strom- und Benzinverbrauch. Bei Materialqualität und Detaillösungen gibt es ebenfalls Luft nach oben. Die einfache Hutablage, harte Kunststoffe im Fond und die fehlende Höhenverstellung des Beifahrersitzes sind keine Katastrophen, aber sie zeigen, wo gespart wurde.
Für wen passt der BYD Dolphin G DM i?
Der BYD Dolphin G DM i passt für Menschen, die im Alltag elektrisch fahren möchten, aber auf langen Strecken keine Lust auf Ladeplanung haben. Er passt für Pendler mit täglicher Strecke unter 100 Kilometer, die regelmäßig laden können. Er passt für Familien, die ein kompaktes Auto mit gutem Kofferraum suchen. Und er passt für alle, die Elektromobilität ausprobieren möchten, ohne direkt den kompletten Schritt zum reinen Elektroauto zu gehen.
Er passt weniger für Menschen, die nie laden. Dann trägt man die Batterie nur als Zusatzgewicht mit sich herum und nutzt den eigentlichen Vorteil des Konzepts kaum. Ebenso sollten Vielfahrer auf der Autobahn bedenken, dass der Verbrennungsmotor bei hoher Dauerlast akustisch präsenter wird.
Bringen wir es auf den Punkt?
Der BYD Dolphin G DM i ist ein spannender Plug-in-Hybrid, weil er nicht nur auf dem Papier elektrifiziert wirkt, sondern im Alltag tatsächlich viel elektrische Fahrzeit ermöglichen kann. Über 100 Kilometer elektrische Reichweite, 212 PS Systemleistung, 425 Liter Kofferraum, bis zu 1.225 Liter Ladevolumen, 42 Liter Tankinhalt und bis zu rund 1.000 Kilometer Gesamtreichweite ergeben ein sehr rundes Paket.
Dazu kommt eine umfangreiche Ausstattung, ein modernes Cockpit, viel Platz und ein souveränes Fahrgefühl. Der Dolphin G DM i zeigt, dass ein Plug-in-Hybrid nicht langweilig sein muss. Er kann leise, kräftig, effizient und flexibel sein.
Perfekt ist er nicht. Die AC-Ladeleistung dürfte stärker sein, die Software muss bei Navigation und Sprachsteuerung zuverlässiger werden, der Bordcomputer sollte verständlicher rechnen und manche Materialdetails könnten hochwertiger ausfallen. Doch der Kern stimmt.
Wer den Alltag elektrisch fahren will, aber für die Langstrecke noch den Verbrenner im Rücken haben möchte, sollte sich den BYD Dolphin G DM i genauer ansehen. Er ist kein Ersatz für jedes reine Elektroauto, aber eine sehr interessante Brücke dorthin. Und vielleicht ist genau das seine eigentliche Stärke: Er holt Menschen dort ab, wo sie heute stehen, und bringt sie ein gutes Stück näher an das elektrische Fahren von morgen.





















