Home / Elektromobilität / Test: Citroën ë-C5 Aircross Electric

Test: Citroën ë-C5 Aircross Electric

Citroën ë-C5 Aircross Test

Komfort-SUV mit französischem Charakter und viel Alltagstalent? Endlich haben wir ihn für euch bekommen, den neuen Citroën ë-C5 Aircross Electric in der 210-PS-Comfort-Range-Variante. Und genau den schauen wir uns heute ganz in Ruhe an, so wie ihr es von einfach elektrisch kennt. Außen, innen und natürlich auch auf der Straße, denn am Ende zählt nicht das Datenblatt, sondern wie sich ein Elektroauto im Alltag anfühlt.

Der erste Eindruck von außen

Der ë-C5 Aircross steht klar als SUV da, ohne dabei plump oder überzeichnet zu wirken. Die Front zeigt die typische Citroën-Designsprache mit der markanten Lichtsignatur und modernen LED-Scheinwerfern, die nicht nur gut aussehen, sondern im Dunkeln auch ordentlich Licht liefern. Insgesamt wirkt das Auto angenehm anders, französisch eben, mit Details, die man nicht an jeder zweiten Ampel sieht.

An den Seiten fällt die stimmige Proportionierung auf. Die großen 19-Zoll-Räder mit 235er-Bereifung füllen die Radhäuser sauber aus und verleihen dem Aircross eine solide Präsenz. Mit 4,65 Metern Länge, 1,87 Metern Breite und einem Radstand von 2,79 Metern bleibt er dennoch gut beherrschbar, auch im urbanen Umfeld.

Am Heck setzt Citroën auf eigenständige LED-Rückleuchten und klare Linien. Geschmackssache, wie immer, aber definitiv mutig und nicht beliebig. Die Dachantenne ist sauber integriert, auch wenn wir uns technisch irgendwann eine unsichtbare Lösung wünschen würden.

Technik und Antrieb

Unter dem Blech arbeitet ein Elektromotor an der Vorderachse mit 157 kW beziehungsweise 214 PS und 345 Newtonmetern Drehmoment. Die Beschleunigung von null auf hundert erledigt der ë-C5 Aircross in rund 8,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h. Das ist kein Sportwagenwert, aber völlig ausreichend für ein komfortorientiertes Familien-SUV.

Die Batterie bietet netto 73,7 kWh, brutto knapp 80 kWh. Geladen wird AC dreiphasig mit bis zu 11 kW und DC mit bis zu 160 kW, womit der typische Ladestopp von zehn auf achtzig Prozent in gut einer halben Stunde erledigt ist. Das passt, gerade auf der Langstrecke.

Unter der Haube zeigt sich allerdings auch eine verpasste Chance. Platz für einen Frunk wäre da gewesen, stattdessen gibt es klassische Technik und Flüssigkeitsbehälter. Funktional völlig okay, aber hier hätte Citroën den Elektro-Vorteil besser ausspielen können.

Kofferraum und Variabilität

Hinten punktet der ë-C5 Aircross dafür umso mehr. 565 Liter Kofferraumvolumen sind in dieser Klasse ein starker Wert. Der Laderaum ist sauber verkleidet, gut beleuchtet und bietet Haken, Steckdose und einen cleveren doppelten Ladeboden. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40 zu 40 zu 20 umklappen, was gerade für lange Gegenstände extrem praktisch ist.

Mit umgelegten Sitzen stehen bis zu 1.668 Liter zur Verfügung. Dazu kommen eine elektrische Heckklappe, 80 Kilogramm Dachlast und eine optionale Anhängerkupplung mit bis zu 1.250 Kilogramm gebremster Anhängelast. Für viele dürfte genau das den Ausschlag geben.

Citroën ë-C5 Aircross Fotos

Innenraum mit Wohlfühlfaktor

Innen zeigt der ë-C5 Aircross, was Citroën unter Komfort versteht. Der Materialmix aus Stoff, Kunstleder und strukturiertem Kunststoff wirkt hochwertig und durchdacht. Ja, es gibt harten Kunststoff, aber er ist sauber verarbeitet und optisch gut integriert.

Die Sitze sind ein echtes Highlight. Bequem, straff und weich zugleich, mit ordentlicher Unterstützung an den richtigen Stellen. Sitzheizung, Sitzbelüftung und Massagefunktion je nach Ausstattung machen lange Strecken entspannt. Auch im Fond sitzt man angenehm, mit viel Bein- und Kopffreiheit sowie verstellbaren Lehnen.

Das Cockpit ist logisch aufgebaut. Ein Head-up-Display projiziert die wichtigsten Infos in die Scheibe, das digitale Kombiinstrument ist klar ablesbar und das zentrale Infotainment reagiert schnell und zuverlässig. Navigation inklusive Ladeplanung funktioniert sauber, Apple CarPlay und Android Auto sind natürlich an Bord.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt der Klavierlack in der Mittelkonsole, der Fingerabdrücke magisch anzieht. Schön anzusehen, aber im Alltag empfindlich.

Fahreindruck und Assistenz

Auf der Straße zeigt sich der ë-C5 Aircross genau so, wie man es erwartet. Ruhig, souverän und komfortabel. Das Fahrwerk filtert Unebenheiten sehr effektiv heraus, ohne schwammig zu wirken. Auch bei höherem Tempo bleibt das Auto stabil und angenehm leise.

Die gemessenen Innenraumgeräusche liegen bei etwa 58 dB bei 50 km/h, rund 65 dB bei 70 km/h und maximal um die 70 dB bei 100 km/h. Für ein SUV mit einfacher Verglasung ein sehr guter Wert.

Die Assistenzsysteme arbeiten zuverlässig. Abstandstempomat, Spurhalter und Lenkassistent halten den Wagen sauber in der Spur. Prädiktive Geschwindigkeitsanpassung fehlt, was einige Hersteller inzwischen besser können, dafür bleibt das System angenehm kontrollierbar und greift nicht übermotiviert ein.

Verbrauch und Reichweite

Einen belastbaren Verbrauch konnten wir unter den gegebenen Bedingungen nicht ermitteln. Realistisch dürfte sich der ë-C5 Aircross im Alltag mit 15 bis 16 kWh pro 100 Kilometer bewegen, im Winter und auf der Autobahn entsprechend etwas darüber. Wer entspannt fährt, wird mit ordentlichen Reichweiten belohnt.

Citroën ë-C5 Aircross Test-Video

Bringen wir es auf den Punkt?

Der Citroën ë-C5 Aircross Electric ist kein Blender und kein Technik-Showcar, sondern ein sehr komfortables, durchdachtes Elektro-SUV mit viel Platz, hoher Alltagstauglichkeit und einer klaren Ausrichtung auf entspanntes Reisen. Wer maximale Sportlichkeit sucht, ist hier falsch. Wer Komfort, Raumangebot und ein angenehm eigenständiges Design schätzt, sollte unbedingt eine Probefahrt machen.

Gerade mit Blick auf aktuelle Leasing- und Finanzierungsangebote könnte der ë-C5 Aircross für viele das nächste Elektroauto werden. Uns hat er vor allem durch seinen Reisekomfort überzeugt.

Markiert: