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Test: Der neue Mazda CX-5 Fahrbericht

Mazda CX-5 Test

Manchmal reicht ein Blick auf die Proportionen, um zu verstehen, dass ein Modellwechsel mehr ist als nur ein Facelift. Der neue Mazda CX-5 steht vor uns, 4,69 Meter lang, 1,86 Meter breit, 1,69 Meter hoch, mit einem Radstand von 2,81 Metern. Das sind 12 Zentimeter mehr Gesamtlänge als bisher.

Und genau diese 12 Zentimeter sind es, die das gesamte Fahrzeugkonzept neu definieren. Der CX-5 wirkt nicht nur bulliger, er ist es auch. Die Front steht höher im Wind, die neu gestaltete Lichtsignatur mit adaptiven Matrix-LED-Scheinwerfern in der Topvariante schärft den Blick, die Linienführung wirkt selbstbewusst und klar.

2026 Mazda CX-5 Test-Video

In Polymetal Grey, kombiniert mit schwarz lackierten Radhäusern und 19-Zoll-Felgen im Format 255/55 R19, entsteht ein Kontrast, der dem SUV eine fast schon sportliche Ernsthaftigkeit verleiht. In der Basis beginnt der CX-5 bei 17 Zoll. Optisch ist er damit variabel, aber selbst in der größeren Rad-Reifen-Kombination bleibt er harmonisch proportioniert. Und ein Detail, das man fast übersehen könnte, das aber viel über die Designphilosophie aussagt: Keine Haifischflosse auf dem Dach. Die Antennentechnik ist integriert, der Dachverlauf bleibt sauber. Ein kleiner, aber konsequenter Schritt.

Preise, Positionierung und Motorisierung

Der Einstieg beginnt bei 34.990 Euro in Deutschland. Am oberen Ende der Skala steht die Homura-Ausstattung für 46.690 Euro, dazu kommen optionale Allradvarianten. Unter der Haube arbeitet aktuell ein 2,5-Liter-Benziner mit 104 kW, also 141 PS, und 238 Nm Drehmoment. Unterstützt wird er von einem Mildhybridsystem, das bis zu 5,1 kW und 48 Nm beisteuert. Die Kraftübertragung übernimmt ausschließlich eine 6-Gang-Wandlerautomatik. Eine manuelle Alternative gibt es nicht mehr.

Die Fahrleistungen sind klassentypisch. Der Fronttriebler beschleunigt laut Werk in 10,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der Allradler benötigt 10,9 Sekunden. Unsere Messung lag bei 10,62 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 185 km/h. Das Leergewicht liegt bei 1.671 Kilogramm. In Kombination mit einem 58-Liter-Tank und einem im Test ermittelten Durchschnittsverbrauch von 6,7 Litern auf 100 Kilometern ergibt sich eine realistische Reichweite für die Langstrecke.

Mazda kündigt zudem für Mitte bis Ende 2027 einen Vollhybrid mit deutlich mehr Leistung an, rund 200 PS werden erwartet. Für Käufer, denen 141 PS zu zurückhaltend erscheinen, ist das ein klarer Hinweis auf die Zukunft.

Mazda CX-5 Fotos Exterieur

So fährt er sich

Der CX-5 fährt so, wie man es von einem japanischen Mittelklasse-SUV erwartet: ausgewogen, kontrolliert, komfortabel. Die Lenkung ist direkt genug, ohne nervös zu wirken. Das Fahrwerk filtert Unebenheiten sauber heraus, ohne weichgespült zu sein. Gerade auf spanischen Landstraßen mit ihren Wellen und Fugen bleibt das Fahrzeug ruhig, ohne ins Wanken zu geraten.

Akustisch bleibt es im Innenraum angenehm zurückhaltend. Bei 50 km/h messen wir 63 bis 64 dB, bei 70 km/h 65 bis 68 dB und bei 100 km/h 70 bis 72 dB. Die Doppelverglasung vorne zeigt Wirkung. Erst beim deutlichen Kickdown wird der 2,5-Liter-Benziner akustisch präsent. Er klingt kernig, aber nicht unangenehm. Wer Elektro gewöhnt ist, wird die akustische Begleitung stärker wahrnehmen. Wer vom klassischen Verbrenner kommt, empfindet sie als normal.

Mazda CX-5 Assistenzsysteme

Auf der Autobahn zeigt der CX-5 seine digitale Seite. Der Lenkassistent hält sauber die Spurmitte, auch in engeren Kurven. Das Lenkrad arbeitet kapazitiv, es reicht die Handauflage. Spurwechsel erfolgen teilautomatisiert, solange der Fahrer aktiv bleibt. Die Geschwindigkeitsanpassung kann an erkannte Verkehrsschilder gekoppelt werden. Zudem verfügt das Fahrzeug über ein System, das im Ernstfall selbstständig abbremst, sollte der Fahrer nicht mehr reagieren.

Beim Parken unterstützt eine 360-Grad-Kamera mit 180-Grad-Ansicht und Felgenschutzanzeige. Ultraschallsensoren ergänzen das System. Der Wendekreis von 12 Metern ist kein Rekordwert, aber im Segment üblich.

So sieht es im Innenraum aus

Im Innenraum zeigt sich, wo die 12 Zentimeter Mehrlänge investiert wurden. Der Kofferraum wächst von 520 auf 580 Liter. Mit umgeklappter 40:20:40-Rücksitzbank stehen über 2.000 Liter zur Verfügung. Besonders die einzeln umlegbaren 20 Prozent in der Mitte sind praxisnah. Zwei Tonnen gebremste Anhängelast bei 12 Prozent Steigung, 750 Kilogramm ungebremst, 90 Kilogramm Stützlast und 85 Kilogramm dynamische Dachlast unterstreichen den Nutzwert.

Hinten profitieren die Passagiere von 65 Millimetern zusätzlicher Beinfreiheit und 30 Millimetern mehr Kopffreiheit. Isofix-Befestigungen sind vorhanden, die Lehne lässt sich in zwei Stufen verstellen. Eine verschiebbare Rückbank gibt es nicht.

Vorne dominiert ein neu gestaltetes Cockpit mit Head-up-Display, digitalem Fahrerdisplay und einem zentralen Touchscreen zwischen 13 und 15 Zoll. Die Bedienstruktur orientiert sich an Smartphone-Logik. Google Maps ist integriert, der Google Assistant ebenfalls. Android Auto, Apple CarPlay, wahlweise kabellos oder per Kabel, sind selbstverständlich. Der Google Play Store erlaubt App-Erweiterungen direkt im Fahrzeug. Im Video selbst bekommt ihr auch noch unseren Sound-Check, dabei nutzen wir wie gewohnt den „Simply Electric“ Song.

Hier zeigt sich ein klarer Schritt in Richtung Digitalisierung. Weniger klassische Drehregler, mehr Touch. Das ist modern, verlangt aber Gewöhnung. Die Materialqualität ist insgesamt hoch. Weich unterschäumte Flächen, Kunstleder mit sichtbaren Nähten, sauber verarbeitete Bedienelemente. Einige Bereiche bleiben hart, etwa in den unteren Türverkleidungen. Das ist segmenttypisch, aber spürbar.

Mazda CX-5 Interior Fotos

Sitzkomfort und Reisekompetenz

Die Ledersitze mit Sitzheizung und Belüftung hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Elektrisch verstellbar, mit ordentlichem Seitenhalt und angenehmer Polsterung. Auf langen Strecken bleibt der CX-5 entspannt. Die Mittelarmlehne ist großzügig gepolstert, USB-C-Anschlüsse sind vorhanden, ebenso ein induktives Ladepad. Optional sorgt das Bose-Soundsystem für einen sauberen, klaren Raumklang.

Ein SUV, das erwachsener geworden ist?

Der neue Mazda CX-5 ist kein radikaler Umbruch, sondern eine konsequente Weiterentwicklung. Mehr Platz, mehr Technik, mehr digitale Integration. Der 141-PS-Motor ist ausreichend für den Alltag, nicht mehr, nicht weniger. Wer Dynamik sucht, wird auf den Vollhybrid warten. Wer ein komfortables, geräumiges und modern ausgestattetes SUV sucht, findet hier ein sehr stimmiges Gesamtpaket.

Mazda hat den CX-5 nicht neu erfunden, aber spürbar verbessert. Er wirkt gereifter, hochwertiger und digitaler. Die wenigen Kritikpunkte (Wendekreis, Touch-Lastigkeit, etwas mehr akustische Präsenz beim Beschleunigen) stehen einem insgesamt sehr runden Auftritt gegenüber.

Unterm Strich bleibt ein SUV, das im Alltag überzeugt, auf der Langstrecke entspannt und mit seiner gewachsenen Größe endlich den Raum bietet, den viele Kunden sich gewünscht haben. Was wir uns davon noch wünschen würden, wäre natürlich eine rein elektrisch angetriebene Variante, aber dafür müssen wir erst einmal auf die neue Elektro-Plattform warten und das bringt uns nun zum sprichwörtlichen Elefanten im Raum und nun lassen wir auch hier die Katze aus dem Sack.

Warum testen wir einen Mazda CX-5 mit 2,5-Liter-Benziner und Mildhybrid? 

Weil Elektromobilität nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern immer im Kontext des Gesamtmarktes steht. Ein Volumenmodell wie der CX-5 ist genau das Fahrzeug, das viele Käufer real gegen ein Elektroauto abwägen. Wer sich zwischen einem batterieelektrischen SUV und einem 34.990-Euro-Verbrenner mit 580 Litern Kofferraum, bis zu 2 Tonnen Anhängelast, 1.671 Kilogramm Leergewicht, 58-Liter-Tank und einem realistischen Verbrauch von 6,7 Litern entscheidet, braucht eine ehrliche Einordnung beider Seiten.

Der CX-5 zeigt, wo die klassische Antriebswelt aktuell steht: Mildhybrid-Technik statt echter Elektrifizierung, solide 141 PS, ordentliche Assistenzsysteme, gute Geräuschdämmung, aber eben auch ein angekündigter Vollhybrid erst ab 2027.

Genau diese Referenz ist wichtig, um Fortschritte bei Effizienz, Digitalisierung und Fahrkomfort im Elektrobereich sauber bewerten zu können. Wer Transformation ernst nimmt, darf die bestehende Realität nicht ausblenden und schon gar nicht verteufeln. Ein solcher Test missioniert nicht, sondern ordnet ein, vergleicht und schafft Verständnis dafür, wo Verbrenner heute stehen und warum Elektromobilität in vielen Bereichen bereits weiter ist und in manchen Punkten noch deutlich aufholen müssen. Aus diesem Grund werden wir ab sofort alle Fahrzeuge testen und vorstellen, von teilelektrifiziert bis zum Vollhybriden, vom Plug-in-Hybriden bis zum reinen Stromer, alles andere findet weiterhin Platz auf einfachauto.net!

Marktposition und strategischer Kontext

Mazda blickt in Deutschland auf ein solides Jahr 2025 zurück. Insgesamt wurden 40.724 Fahrzeuge neu zugelassen, was einem Marktanteil von 1,4 Prozent entspricht, bei einem Gesamtmarkt von 2.857.951 Pkw. Auffällig ist der hohe Privatkundenanteil von 42,7 Prozent, deutlich über dem Marktdurchschnitt von 33,6 Prozent. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag 2025 bei 46.000 Euro auf Basis der UVP.

Im Januar 2026 verzeichnete Mazda 2.815 Einheiten, ein Plus von 22,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für 2026 peilt Mazda 50.000 Einheiten und einen Marktanteil von 1,8 Prozent an.

Der CX-5 spielt dabei eine zentrale Rolle. Seit seiner Einführung 2012 wurden in Deutschland 185.029 Einheiten verkauft. Für das neue Modelljahr ist ein Zulassungsziel von 10.000 Einheiten in 2026 formuliert. Die Markteinführung erfolgt ab April 2026 mit einer breit angelegten Marketingkampagne.

Modellstrategie und Positionierung des neuen CX-5

Das Jahr 2025 wird als Übergangsjahr definiert. Der neue CX-5 übernimmt eine Schlüsselrolle zwischen bestehenden Modellen wie CX-30, CX-60, CX-80 sowie dem kommenden vollelektrischen CX-6e. Motorisch setzt Mazda zunächst ausschließlich auf den 2,5-Liter e-SKYACTIV G 141 mit 6-Gang-Automatik. Der Antrieb ist wahlweise mit Frontantrieb oder i-Activ AWD erhältlich. Der geplante Antriebsmix sieht 75 Prozent Fronttriebler und 25 Prozent Allradvarianten vor.

Ausstattungslinien und Preisstruktur

Der neue CX-5 wird in vier Varianten angeboten: Prime-Line, Centre-Line, Exclusive-Line und Homura.

Mazda CX-5 Prime-Line (ab 34.990 Euro FWD)

Serienmäßig unter anderem 17-Zoll-Felgen, Voll-LED-Scheinwerfer, 10,25-Zoll-Fahrerdisplay, 12,9-Zoll-Multimedia-Touchdisplay, Google built-in mit Google Maps, kabelgebundenes Apple CarPlay und Android Auto, Zweizonen-Klimaautomatik sowie umfangreiche Assistenzsysteme wie MRCC mit Stauassistenz, aktiver Spurwechselassistent und Nothalteassistent.

Mazda CX-5 Centre-Line (ab 38.790 Euro FWD / 40.790 Euro AWD)

19-Zoll-Felgen, Head-up-Display, Wireless Apple CarPlay und Android Auto, induktives Laden, elektrische Heckklappe, elektrisch einstellbarer Fahrersitz.

Mazda CX-5 Exclusive-Line (ab 40.890 Euro FWD / 42.890 Euro AWD)

Bose-Soundsystem mit 12 Lautsprechern, 360-Grad-Monitor mit See-Through View und Anhängerassistenz, Sitzheizung hinten außen, zwei USB-C-Anschlüsse in Reihe zwei. Optional Panorama-Glasschiebedach für 1.500 Euro.

Mazda CX-5 Homura (ab 44.090 Euro FWD / 46.090 Euro AWD)

Schwarze 19-Zoll-Felgen, Matrix-LED-Lichtsystem, Lederinterieur, Sitzbelüftung vorn, 15,6-Zoll-Multimedia-Touchdisplay, Driver Personalisation System mit Gesichtserkennung, elektrische Heckklappe mit Hands-Free-Funktion. Optional ebenfalls Panorama-Glasschiebedach.

Der erwartete Ausstattungsmix zeigt eine klare Fokussierung auf die Topvariante Homura mit 70 Prozent Anteil. Prime-Line wird lediglich 5 Prozent ausmachen.

Bemerkenswert: Die neue Prime-Line ist ausstattungsbereinigt rund 10 Prozent günstiger als der bisherige Centre-Line mit Automatik.

Elektrifizierungsstrategie und Ausblick

Mazda verfolgt weiterhin einen Multi-Solution-Ansatz mit BEV, Mildhybrid, Hybrid und Plug-in-Hybrid.

Der neue vollelektrische CX-6e startet im Vorverkauf ab 49.990 Euro und ergänzt die Antriebsvielfalt.
Zudem wird auf Carbon Capture Technology verwiesen, um CO₂-Emissionen im Fahrbetrieb zu reduzieren.

Bringen wir es auf den Punkt? Der neue CX-5 ist kein isoliertes Produktupdate, sondern ein strategisches Volumenmodell. Mit klarer Preisstruktur, starkem Fokus auf gehobene Ausstattungslinien und hohem Privatkundenanteil soll er das Wachstum in Deutschland stützen. Gleichzeitig bleibt Mazda seiner Multi-Antriebsstrategie treu und bereitet mit dem CX-6e die vollelektrische Zukunft vor.

Der CX-5 steht damit im Zentrum der aktuellen Mazda-Positionierung: wirtschaftlich relevant, margenstark und technologisch anschlussfähig an die Elektrifizierungsoffensive.

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