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Test: Geely Starray EM-i im ersten Fahrbericht

Geely Starray EM-i Test

Bezahlbare familienfreundliche Autos sind gerade ein Thema, das viele Menschen umtreibt. Reine Elektroautos sind spannend, aber nicht für jeden Alltag und nicht für jede Langstrecke die perfekte Lösung. Klassische Verbrenner wirken dagegen zunehmend aus der Zeit gefallen.

Genau dazwischen positioniert sich der Geely Starray EM-i. Er verbindet die alte Welt des Benziners mit der neuen Welt des elektrischen Fahrens und will damit genau die Kunden abholen, die im Alltag elektrisch unterwegs sein möchten, auf der Urlaubsfahrt aber keine Ladeplanung zum Hobby machen wollen.

Der Geely Starray EM-i ist ein Plug-in-Hybrid, aber kein Plug-in-Hybrid alter Schule. Geely spricht von einem Super-Hybrid-SUV. Das würden wir so aber nicht einfach übernehmen! Gemeint ist ein Fahrzeug, das mit bis zu 29,8 kWh großer Batterie, über 100 Kilometern elektrischer Reichweite, 51-Liter-Tank, Benzinmotor und kräftigem Elektromotor einen sehr breiten Einsatzbereich abdecken soll. Dazu kommt ein Einstiegspreis ab 32.990 Euro. Und spätestens an diesem Punkt wird es interessant, denn in dieser Preisklasse liefern viele Hersteller deutlich weniger Auto.

Was ist der Geely Starray EM-i?

Der Geely Starray EM-i ist ein 4,74 Meter langes C-SUV mit Plug-in-Hybridantrieb. Er basiert auf der GEA-Plattform. GEA steht für Global Intelligent New Energy Architecture und beschreibt Geelys Architektur für elektrifizierte Fahrzeuge. Der Starray EM-i misst 1,91 Meter in der Breite ohne Außenspiegel und 1,69 Meter in der Höhe. Der Radstand liegt bei 2,76 Metern. Damit ist er groß genug für den Familienalltag, bleibt aber noch in einem Format, das in Parkhäusern und Innenstädten nicht völlig überfordert.

In Deutschland wird der Geely Starray EM-i in drei Ausstattungslinien angeboten. Der Pro startet bei 32.990 Euro. Der Pro Plus kostet ab 35.990 Euro. Der Max Plus liegt bei 37.990 Euro. Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer. Zusätzlich nennt Geely eine Finanzierungsrate ab 166 Euro im Monat bei 0 Prozent Zinsen. Das ist natürlich stark davon abhängig, welche Konditionen, Laufzeiten und Anzahlungen im konkreten Angebot gelten, aber die Richtung ist klar: Geely will über Preis und Ausstattung Druck machen.

Wie tritt der Geely Starray EM-i optisch auf?

Der erste Eindruck ist angenehm unaufgeregt. Der Starray EM-i versucht nicht, durch übertriebene Kanten, künstliche Aggressivität oder Design-Spielereien aufzufallen. Vorn gibt es ein schmales Tagfahrlicht, darunter sitzen die LED-Scheinwerfer mit Fern- und Abblendfunktion. Trotz Verbrennungsmotor wirkt die Front fast wie bei einem Elektroauto. Nur die unteren Öffnungen verraten, dass hier auch Thermomanagement für Benziner, Elektromotor und Hybridtechnik nötig ist.

Seitlich zeigt sich ein zeitloses SUV-Design mit sauberer Linienführung und kräftigem Auftritt. Die Pro-Version fährt auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern mit Reifen der Dimension 225/55 R18. Pro Plus und Max Plus stehen auf 19-Zoll-Rädern mit 235er Bereifung. Das passt optisch gut zum Fahrzeug. Größere Räder wären vielleicht möglich, würden aber vermutlich Komfort und Effizienz verschlechtern.

Am Heck gefallen die modernen LED-Rückleuchten und die leicht coupéartige Linienführung. Positiv ist auch, dass Geely keine große Haifischflosse aufs Dach setzt, sondern Technik sauber in Karosserie, Scheiben und Außenspiegel integriert. Weniger elegant ist der sichtbare Heckscheibenwischer. Funktional ist er sinnvoll, optisch hätte man ihn schöner in den Dachkantenspoiler integrieren können.

Welche Technik steckt im Antrieb?

Der Geely Starray EM-i kombiniert einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Saugbenziner mit einem Elektromotor. Der Benziner leistet 73 kW und liefert 125 Nm Drehmoment. Der Elektromotor kommt auf 160 kW und 262 Nm. Die Systemleistung liegt bei 193 kW. Umgerechnet sind das 262 PS. Die Kraft geht an die Vorderräder.

Der Benziner arbeitet in diesem System häufig als Generator und unterstützt den elektrischen Antrieb. Das ist wichtig, weil der Starray EM-i nicht wie ein klassischer Verbrenner gedacht ist, der nur gelegentlich elektrisch unterstützt wird. Er soll im Alltag möglichst viel elektrisch fahren und den Verbrenner dann einbinden, wenn es für Reichweite, Leistung oder Effizienz sinnvoll ist.

Geely nennt für den Verbrenner eine thermische Effizienz von 46,5 Prozent. Thermische Effizienz bedeutet vereinfacht, wie viel der im Kraftstoff gespeicherten Energie tatsächlich in nutzbare Arbeit umgesetzt wird. Je höher dieser Wert, desto weniger Energie geht als Wärme verloren. Gerade bei Hybridfahrzeugen ist das wichtig, weil der Verbrenner möglichst häufig in einem günstigen Betriebsbereich arbeiten soll.

Geschaltet wird über ein 1-DHT-Automatikgetriebe. DHT steht für Dedicated Hybrid Transmission. Das ist ein speziell für Hybridantriebe entwickeltes Getriebe, das Verbrenner und Elektromotor möglichst effizient zusammenbringen soll. Außerdem spricht Geely von einem 11-in-1-System für den elektrischen Antriebsstrang. Darin werden mehrere Steuergeräte und Funktionen gebündelt, darunter Fahrzeugsteuerung, Getriebesteuerung, Traktionskontrolle, Motorsteuergeräte, Stromverteilung, Thermomanagement und Spannungsregelung. Das spart Bauraum und kann die Effizienz verbessern. Die spannende Frage nach vielen Jahren wird allerdings sein, wie reparaturfreundlich eine so hochintegrierte Einheit wirklich ist.

Welche Batterien gibt es?

Bei der Batterie setzt Geely auf LFP-Technologie. LFP steht für Lithium-Eisenphosphat. Diese Zellchemie gilt als robust, langlebig und thermisch stabil. Sie ist in der Regel nicht ganz so energiedicht wie manche Nickel-Cobalt-Mangan-Batterien, bringt dafür aber Vorteile bei Haltbarkeit, Sicherheit und Kosten.

Der Geely Starray EM-i Pro nutzt eine Batterie mit 18,4 kWh Kapazität. Pro Plus und Max Plus kommen jeweils mit 29,8 kWh. Damit unterscheidet sich nicht nur die Ausstattung, sondern auch die elektrische Alltagstauglichkeit deutlich.

Die rein elektrische WLTP-Reichweite liegt beim Pro kombiniert bei bis zu 83 Kilometern. Im Stadtzyklus sollen bis zu 112 Kilometer möglich sein. Pro Plus und Max Plus schaffen kombiniert bis zu 136 Kilometer elektrisch. Im Stadtbetrieb werden sogar bis zu 185 Kilometer genannt. Damit bewegt sich der Starray EM-i in einem Bereich, in dem viele Pendelstrecken und Alltagsfahrten lokal emissionsfrei möglich sein sollten.

Geely Starray Fotos

Mit voller Batterie und vollem 51-Liter-Tank nennt Geely eine kombinierte Gesamtreichweite von rund 1.000 Kilometern für den Pro und rund 1.050 Kilometern für Pro Plus und Max Plus. Genau das ist der Kern dieses Fahrzeugs: elektrisch im Alltag, entspannt auf der Langstrecke.

Wie lädt der Geely Starray EM-i?

An der Wallbox lädt der Geely Starray EM-i mit bis zu 6,6 kW AC. AC steht für Wechselstrom und beschreibt das typische Laden zu Hause oder an vielen öffentlichen Normalladesäulen. 6,6 kW sind kein Spitzenwert, reichen aber für das Nutzungskonzept aus. Der Pro soll von 25 auf 100 Prozent in rund drei Stunden laden. Pro Plus und Max Plus benötigen dafür rund 4,6 Stunden. Über Nacht oder während eines Arbeitstags ist der Akku also wieder voll.

Interessanter ist die DC-Ladefähigkeit. DC steht für Gleichstrom und meint das Schnellladen. Beim Pro nennt Geely je nach Unterlage 30 bis 38 kW DC. Der Ladehub von 30 auf 80 Prozent soll rund 20 Minuten dauern. Pro Plus und Max Plus laden je nach Datenstand mit 60 bis 78 kW DC und schaffen den Bereich von 30 auf 80 Prozent in rund 16 Minuten.

Für einen Plug-in-Hybrid ist das stark. Viele PHEV können gar nicht oder nur sehr langsam DC laden. Beim Starray EM-i wird das elektrische Fahren dadurch im Alltag realistischer, weil man auch unterwegs in kurzer Zeit wieder nennenswert Strom nachladen kann.

Zusätzlich bietet der Starray EM-i Vehicle-to-Load und Vehicle-to-Vehicle mit bis zu 6,6 kW. Vehicle-to-Load bedeutet, dass das Auto externe Verbraucher mit Strom versorgen kann. Das ist beim Camping, beim Arbeiten unterwegs oder im Notfall praktisch. Vehicle-to-Vehicle geht noch einen Schritt weiter und kann ein anderes Fahrzeug mit Energie unterstützen.

Wie fährt sich der Geely Starray EM-i im Alltag?

Der erste Fahreindruck ist klar: Der Geely Starray EM-i ist ein Cruiser. Er mag es ruhig, entspannt und gleitend. Im Stadtverkehr und bei moderatem Tempo passt das Konzept sehr gut. Im rein elektrischen Modus fährt er leise an, reagiert angenehm und vermittelt zunächst genau das Gefühl, das man von einem elektrifizierten Familien-SUV erwartet.

Der Fahrer kann zwischen mehreren Fahrmodi wählen. Im Pure-Modus fährt der Starray EM-i rein elektrisch, solange genügend Energie in der Batterie vorhanden ist. Im Hybrid-Modus entscheidet das Fahrzeug selbst, wann welcher Antrieb sinnvoll ist. Im Power- oder Sport-Modus werden Benziner und Elektromotor stärker gemeinsam genutzt, wenn maximale Leistung gefragt ist.

Im Stadtverkehr funktioniert das stimmig. Der elektrische Antrieb sorgt für angenehme Ruhe und gutes Ansprechverhalten. Das Rangieren fällt leicht, auch weil das 360-Grad-Kamerasystem wirklich überzeugt. Die Kameras liefern ein scharfes Bild, die Hilfslinien helfen beim Einparken, und zusätzliche Felgenkameras unterstützen beim Einschätzen von Bordsteinen und Engstellen. Für ein über 4,70 Meter langes SUV wirkt der Starray EM-i beim Manövrieren erfreulich handlich.

Geely Starray EM-i Fahrbericht als Video

Wie schlägt sich der Geely Starray EM-i auf der Autobahn?

Auf der Autobahn zeigt sich die wichtigste Schwäche des Fahrzeugs. Der Starray EM-i fährt ruhig und komfortabel, aber die versprochene Systemleistung fühlt sich nicht immer nach 193 kW beziehungsweise 262 PS an. Gerade oberhalb von 120 bis 130 km/h wirkt das SUV etwas träge. Beim Beschleunigen auf höhere Geschwindigkeiten muss der Antrieb spürbar arbeiten, ohne dabei die elektrische Souveränität zu liefern, die man angesichts des 160-kW-Elektromotors erwarten könnte.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt offiziell bei 170 km/h. Im Test wurden rund 175 km/h erreicht. Das passt also. Aber der Weg dorthin fühlt sich eher nach zähem Hochlaufen als nach kräftigem elektrischen Durchzug an. Das ist schade, denn im Stadtverkehr wirkt der Starray EM-i deutlich lebendiger.

Der Benziner bleibt dabei akustisch erstaunlich zurückhaltend. Selbst wenn er mitarbeitet, drängt er sich nicht unangenehm in den Vordergrund. Das Auto ist insgesamt gut gedämmt. Bei 50 km/h wurden rund 55 dB gemessen, bei 70 km/h etwa 60 bis 61 dB und bei 100 km/h rund 67 dB. Für ein Plug-in-Hybrid-SUV sind das ordentliche Werte.

Wie gut funktionieren Assistenzsysteme und Head-up-Display?

Das Head-up-Display gehört zu den positiven Punkten. Es projiziert die wichtigsten Informationen in die Windschutzscheibe und zeigt neben Geschwindigkeit und Tempolimit auch Fahrspurinformationen an. Gerade auf der Autobahn ist das angenehm, weil der Blick weniger stark vom Verkehr weg muss.
Der Abstandsregeltempomat und die intelligente Geschwindigkeitsanpassung arbeiten grundsätzlich gut. Erkennt das System eine neue Begrenzung, reduziert es sauber auf das erkannte Tempolimit. Wird die Strecke wieder freigegeben, geht das Fahrzeug auf die zuvor eingestellte Geschwindigkeit zurück. Das ist sinnvoller als Systeme, die plötzlich auf Richtgeschwindigkeit springen oder gar nicht nachvollziehbar reagieren. Der Lenkassistent hält das Fahrzeug sauber in der Spur. Das System fordert aber regelmäßig eine Rückmeldung am Lenkrad.

Eine kapazitive Erkennung, bei der eine Hand am Lenkrad reicht, wurde im Test nicht festgestellt. Stattdessen muss man leicht Lenkwinkel geben oder über eine Taste bestätigen, dass man aufmerksam ist.
Kritisch fiel der Totwinkelassistent auf. Ein Motorradfahrer wurde in einer Situation nicht zuverlässig erkannt. Genau so etwas darf nicht passieren. Natürlich ersetzt kein Assistenzsystem den Schulterblick, aber wenn ein System vorhanden ist, muss es gerade bei Zweirädern zuverlässig arbeiten. Hier braucht Geely aus unserer Sicht Nacharbeit.

Ebenfalls nicht optimal: Das System scheint nicht immer sauber zu berücksichtigen, dass man in Deutschland rechts nicht überholen darf. Bei dichtem Verkehr kann das in der Praxis kompliziert sein, trotzdem wäre eine bessere Anpassung an deutsche Verkehrsregeln wünschenswert.

Wie komfortabel ist der Geely Starray EM-i?

Der Starray EM-i ist eindeutig auf Komfort ausgelegt. Die Sitze sind bequem, bieten guten Seitenhalt und eine ordentliche Oberschenkelauflage. Besonders stark sind Sitzbelüftung, Sitzheizung und Massagefunktion. Die Massage wirkt nicht wie ein billiges Vibrations-Gimmick, sondern erinnert eher an deutlich teurere Fahrzeuge. In dieser Preisklasse ist das wirklich bemerkenswert.

Auch der Beifahrersitz bietet viel Komfort, allerdings gibt es dort offenbar keine Höhenverstellung. Weder elektrisch noch manuell. Das ist schade, weil gerade unterschiedliche Körpergrößen davon profitieren würden.

Das Fahrwerk federt Bodenwellen, Gullideckel und schlechte Straßen angenehm weg. Wer entspannt unterwegs ist, bekommt einen sehr guten Reisekomfort. Der Starray EM-i ist ein smoother Gleiter. Genau das passt zum Charakter des Fahrzeugs.

Bei schneller Kurvenfahrt zeigt sich aber die Kehrseite. Das Fahrwerk ist weich abgestimmt, das SUV neigt zu Wankbewegungen und schiebt in Kurven spürbar über die Vorderachse. Auf kurvigen Landstraßen wirkt er nicht sportlich, sondern eher gemütlich. Die Reifen beginnen bei engagierter Fahrweise früh zu melden, dass sie lieber wieder geradeaus fahren würden. Rennen möchte man damit nicht fahren. Muss man aber auch nicht. Nur ein etwas strafferer Kompromiss hätte dem Auto gutgetan.

Wie bremst der Geely Starray EM-i?

Beim Bremsen überrascht der Starray EM-i positiv. Vorn kommen innenbelüftete Scheibenbremsen zum Einsatz, hinten Vollscheiben. Zusätzlich rekuperiert das Fahrzeug, gewinnt also beim Verzögern elektrische Energie zurück.

Im Test packten die Bremsen kräftig zu. Das Bremsgefühl war überzeugend, und auch bei einer stärkeren Verzögerung wirkte das System stabil. Genau das ist wichtig, denn ein Plug-in-Hybrid-SUV mit Batterie, Benziner und viel Ausstattung ist kein Leichtgewicht.

Das Leergewicht liegt je nach Ausstattung bei rund 1.800 kg. Pro Plus und Max Plus bringen jeweils 1.815 kg auf die Waage. Für ein elektrifiziertes SUV dieser Größe ist das nicht absurd schwer, aber eben auch kein Leichtbau.

Wie viel verbraucht der Geely Starray EM-i im Fahrbericht?

Der Bordcomputer zeigte im Fahrbericht 18,1 kWh auf 100 Kilometer plus 2,0 Liter Benzin auf 100 Kilometer an. Für ein großes Plug-in-Hybrid-SUV, das überwiegend auf der Autobahn bewegt wurde und auch höhere Geschwindigkeiten gesehen hat, ist das ein ordentlicher Wert.

Offiziell liegt der gewichtete kombinierte Kraftstoffverbrauch beim Pro bei 2,4 Liter auf 100 Kilometer. Pro Plus und Max Plus werden mit 1,5 Liter auf 100 Kilometer angegeben. Der gewichtete Stromverbrauch liegt beim Pro bei 14,7 kWh auf 100 Kilometer, Pro Plus und Max Plus werden mit 18,3 kWh auf 100 Kilometer angegeben. Die gewichteten CO2-Emissionen betragen 54 g/km beim Pro und 33 g/km bei Pro Plus und Max Plus.

Wichtig ist wie immer bei Plug-in-Hybriden: Diese Werte sind nur realistisch, wenn regelmäßig geladen wird. Mit leerer Batterie nennt Geely für alle Varianten 6,2 Liter auf 100 Kilometer. Genau dieser Wert ist für viele Fahrer ehrlicher, wenn sie zu Hause nicht laden können oder das Ladekabel nur selten nutzen. Der Starray EM-i spart nur dann wirklich, wenn man ihn lädt. Das klingt banal, ist aber bei Plug-in-Hybriden die entscheidende Wahrheit.

Wie praktisch ist der Geely Starray EM-i?

Der Kofferraum fasst 525 Liter. Werden die im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehnen umgelegt, wächst das Ladevolumen auf bis zu 2.065 Liter. Unter dem Ladeboden gibt es zusätzlich 100 Liter Stauraum. Außerdem bietet Geely Schubladen unter der Rücksitzbank mit weiteren 14 Litern. Das sind genau diese pfiffigen Lösungen, die im Familienalltag wichtig werden.

Die Heckklappe öffnet elektrisch. Der Kofferraum ist ordentlich nutzbar, bietet Haken, Beleuchtung und einen verstellbaren Ladeboden. Eine 40:20:40-Teilung oder eine Durchreiche für Ski und lange Gegenstände fehlt allerdings. Das wäre bei einem Familien-SUV sinnvoll gewesen.

Die Stützlast liegt bei 50 kg, die maximale Anhängelast bei 750 kg. Das reicht für kleinere Anhänger, ist aber kein Zugwagen-Wert. Gerade bei Fahrradträgern muss man genau rechnen. Zwei schwere E-Bikes plus Träger können die 50 kg Stützlast schnell überschreiten. Die dynamische Dachlast wird laut Unterlagen mit bis zu 75 kg angegeben, wobei dieser Wert noch einmal final geprüft werden sollte.

Wie familienfreundlich ist der Innenraum?

Der Innenraum ist eine der großen Stärken des Geely Starray EM-i. Vorne gibt es viel Platz, gute Ergonomie, große Fensterflächen und bequeme Sitze. Das Cockpit bietet ein großes Fahrerdisplay, ein zentrales Infotainment-Display, Head-up-Display und ein modernes Bedienkonzept. Apple CarPlay und Android Auto sind vorhanden, dazu Over-the-Air-Updates und eine hauseigene Navigation.

Positiv ist, dass Geely trotz großem Touchscreen nicht alles ins Display zwingt. In der Mittelkonsole gibt es haptische Bedienelemente für Klima, Temperatur, Umluft und Heckscheibenheizung. Genau das ist im Alltag besser, weil man nicht für jede Kleinigkeit durch Menüs tippen muss.

Auch das Panorama-Glasschiebedach überzeugt. Es lässt sich öffnen, besitzt eine Kippfunktion und hat ein vollflächiges Rollo. Das ist deutlich besser als Glasdächer ohne Verdunkelung, bei denen im Sommer der Innenraum schnell zur Wärmefalle werden kann.

Besonders familienfreundlich ist die ISOFIX-Ausstattung. Neben den zwei ISOFIX-Plätzen hinten gibt es auch auf dem Beifahrersitz eine dritte ISOFIX-Befestigung. Das ist selten und im Alltag mit Kindern ein echter Vorteil.

Hinten sitzt man sehr gut. Die Türen öffnen weit, der Einstieg ist bequem, die Kopffreiheit trotz Glasdach ordentlich. Der Beinraum ist üppig, die Füße lassen sich gut unter den Vordersitz schieben. Dazu gibt es Lüftungsdüsen, USB-C, USB-A, Sitzheizung im Fond und eine weiche Mittelarmlehne mit zwei Becherhaltern.

Nicht perfekt: Die Rücksitzlehne ist nicht verstellbar, und die Rückbank lässt sich nicht verschieben. Außerdem liegt der Gurtbereich teilweise an hartem Kunststoff. Hier hätte Geely die hochwertige Anmutung noch konsequenter fortsetzen können.

Welche Ausstattung fällt besonders auf?

In dieser Preisklasse ist die Ausstattung wirklich bemerkenswert. Je nach Version gibt es Head-up-Display, Sitzheizung, Sitzbelüftung, Massagefunktion, Panorama-Glasschiebedach mit Rollo, großes Infotainment, 360-Grad-Kamera, gutes Flyme-Soundsystem, zahlreiche Assistenzsysteme, Ambientebeleuchtung, elektrische Heckklappe, haptische Klimabedienung und drei ISOFIX-Plätze.

Das Flyme-Soundsystem überzeugte im Fahrbericht mit klaren Höhen, ordentlichen Mitten und kräftigem Bass. Etwas nervig war, dass Warnhinweise die Musik unterbrechen, statt sich sauber darüberzulegen. Das könnte Geely per Software verbessern.

Die Materialanmutung ist für den Preis stark. Viele Flächen wirken weich, hochwertig und sauber verarbeitet. Es gibt Kunstleder, Ziernähte, Metall-Elemente und eine insgesamt angenehme Atmosphäre. Unten in den Türen und an manchen Einstiegsbereichen bleibt es aber bei hartem Kunststoff. Das ist in dieser Preisklasse verschmerzbar, sollte aber erwähnt werden.

Welche Garantie gibt Geely?

Geely nennt acht Jahre beziehungsweise 200.000 Kilometer Garantie auf Fahrzeug, Antrieb und Hochvoltbatterie. Das ist ein starkes Argument, gerade bei einer Marke, die in Deutschland noch Vertrauen aufbauen muss. Denn gute Technikdaten und ein günstiger Preis sind das eine. Ein belastbares Händlernetz, Service-Erfahrung, Ersatzteilversorgung und Garantieabwicklung sind das andere.

Geely arbeitet laut den vorliegenden Informationen am Ausbau des Händlernetzes. Ende des Jahres sollen es 50 Händler werden, 2027 mehr als 100. Das ist wichtig. Denn gerade Familienkunden wollen nicht erst 150 Kilometer fahren müssen, wenn es ein Problem gibt.

Was kann der Geely Starray EM-i richtig gut?

Der Geely Starray EM-i überzeugt vor allem als komfortabler Familien-Cruiser. Er bietet viel Platz, viele praktische Details, einen großen Kofferraum, drei ISOFIX-Befestigungen, sehr bequeme Sitze, starke Komfortausstattung und eine elektrische Reichweite, die für viele Alltagsfahrten völlig ausreichen dürfte.
Auch die Geräuschdämmung, das Kamerasystem, das Head-up-Display, die haptische Klimabedienung und die Massagefunktion hinterlassen einen positiven Eindruck. Dazu kommt der Preis. Ab 32.990 Euro bekommt man hier sehr viel Auto fürs Geld. In der Topausstattung bleibt der Starray EM-i unter 40.000 Euro und bietet dennoch Komfortdetails, für die man bei anderen Herstellern deutlich tiefer in die Tasche greifen muss.

Wo liegen die Schwächen?

Der Antrieb hält bei höheren Geschwindigkeiten nicht ganz, was die Systemleistung verspricht. Gerade auf der Autobahn wirkt der Starray EM-i oberhalb von 120 bis 130 km/h eher träge. Wer elektrischen Punch erwartet, wird enttäuscht. Wer entspannt mit Richtgeschwindigkeit reist, wird damit besser leben können.

Das Fahrwerk ist komfortabel, aber weich. Bei schneller Kurvenfahrt wankt der Aufbau, die Vorderachse schiebt, und das SUV wirkt nicht besonders dynamisch. Auch der Totwinkelassistent muss zuverlässiger werden, gerade bei Motorrädern. Die fehlende Beifahrersitz-Höhenverstellung, die geringe Stützlast von 50 kg, die nur 750 kg Anhängelast und die fehlende Durchreiche im Kofferraum sind weitere Punkte, die man vor dem Kauf kennen sollte.

Bringen wir es auf den Punkt?

Der Geely Starray EM-i ist kein Auto für Menschen, die ein sportliches SUV suchen. Er ist auch kein Auto für Fahrer, die auf der Autobahn ständig Leistung abrufen wollen. Dafür wirkt der Antrieb bei höherem Tempo zu behäbig und das Fahrwerk zu weich.

Aber als komfortables, gut ausgestattetes und preislich sehr interessantes Familien-SUV macht der Starray EM-i enorm viel richtig. Er fährt im Alltag elektrisch, bietet auf langen Strecken die Sicherheit eines Benziners, hat viel Platz, viel Komfort und eine Ausstattung, die man in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich findet. Dazu kommen die große Batterie in Pro Plus und Max Plus, DC-Ladefähigkeit, Vehicle-to-Load, Vehicle-to-Vehicle und eine starke Garantie.

Der wichtigste Satz bleibt trotzdem: Ein Plug-in-Hybrid spart nur, wenn man ihn lädt. Wer das macht, bekommt mit dem Geely Starray EM-i ein erstaunlich rundes Paket. Wer nie lädt, fährt am Ende ein schweres Hybrid-SUV mit Benzinverbrauch. So ehrlich muss man sein.

Am Ende ist der Starray EM-i ein Auto, das nicht über Sportlichkeit glänzt, sondern über Vernunft, Komfort, Ausstattung und Preis. Genau das könnte für viele Familien spannender sein als der nächste überteuerte Kompakt-SUV mit kleiner Batterie, langer Optionsliste und großem Markenlogo.

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