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Test: Jaecoo 7 Plug-in-Hybrid inkl. Video

Test: Jaecoo 7 Plug-in-Hybrid

Der Jaecoo 7 Plugin Hybrid ist eines dieser Autos, bei denen man zunächst zweimal hinschaut. Nicht unbedingt, weil die Marke in Deutschland schon jeder kennt, sondern gerade weil sie hierzulande noch fast unbekannt ist. Jaecoo gehört zusammen mit Omoda zum chinesischen Chery-Konzern, der weltweit bereits über 18 Millionen Fahrzeuge verkauft haben soll. In Deutschland startet die Marke zunächst mit rund 20 Händlern, bis zum Jahresende soll das Netz auf etwa 100 Standorte wachsen. Genau das ist wichtig, denn ein neues Auto ist nur so gut wie das Netz dahinter. Gerade bei neuen Marken entscheidet nicht nur das Produkt, sondern auch Ersatzteilversorgung, Garantieabwicklung und Werkstattnähe.

Der Jaecoo 7 Plugin Hybrid tritt mit 4,50 Meter Länge, 1,86 Meter Breite, 1,67 Meter Höhe und 2,67 Meter Radstand im C-SUV-Segment an. Damit steht er genau dort, wo viele Familien, Dienstwagenfahrer und Umsteiger suchen: nicht zu groß, nicht zu klein, hoch genug für bequemen Einstieg und mit genügend Präsenz auf der Straße. Optisch macht der Jaecoo 7 dabei keinen schüchternen Eindruck. Die Front mit den vertikalen Chromstreben, dem großen Markenschriftzug, LED-Scheinwerfern, markantem Tagfahrlicht und 360-Grad-Kamera wirkt selbstbewusst, ohne völlig überzeichnet zu sein.

Was ist der Jaecoo 7 Plugin Hybrid für ein Auto?

Der Jaecoo 7 Plugin Hybrid verbindet einen 1,5-Liter-Benziner mit einem Elektromotor an der Vorderachse. Der Verbrenner leistet 105 kW, also 143 PS, und liefert 215 Nm Drehmoment. Der Elektromotor kommt auf 150 kW, also 204 PS, und 310 Nm Drehmoment. Zusammen ergibt das kein Sport-SUV, aber ein sehr ordentlich motorisiertes Alltagsauto, das gerade elektrisch erstaunlich kräftig anschiebt.
Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 8,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Rein elektrisch sind bis zu 120 km/h möglich. Genau das ist bei einem Plugin-Hybrid entscheidend, denn ein elektrischer Stadt- und Pendelbetrieb darf sich nicht nach Schonprogramm anfühlen. Der Jaecoo 7 macht hier einen guten Eindruck. Er fährt leise, spontan und kraftvoll genug, um im Stadtverkehr und auf der Landstraße nicht ständig den Verbrenner bemühen zu müssen.

Jaecoo 7 PHEV Fotos

Wie weit kommt der Jaecoo 7 Plugin Hybrid elektrisch?

Die Batterie hat eine Bruttokapazität von 18,4 kWh. Nach WLTP sollen damit bis zu 91 Kilometer rein elektrische Reichweite möglich sein. Das ist für einen Plugin-Hybrid ein starker Wert und im Alltag deutlich relevanter als jede theoretische Systemleistung. Wer regelmäßig laden kann, fährt viele tägliche Strecken elektrisch und nutzt den Benziner vor allem für längere Fahrten.

Interessant ist auch die Ladefähigkeit. An der Wallbox lädt der Jaecoo 7 einphasig mit bis zu 6,6 kW, bei üblichen 16 Ampere sind es 3,3 kW. Das ist nicht spektakulär, aber für einen Plugin-Hybrid zu Hause ausreichend. Richtig positiv fällt auf, dass auch DC-Schnellladen möglich ist. Bis zu 40 kW sollen drin sein, der Bereich von 10 auf 80 Prozent dauert etwa 25 Minuten. Bei Plugin-Hybriden ist das längst nicht selbstverständlich. Damit wird der elektrische Anteil auch auf längeren Strecken realistischer nutzbar.

Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt bei 2,4 Liter Benzin und 15,1 kWh Strom pro 100 Kilometer. Wie immer gilt bei Plugin-Hybriden: Diese Werte sind stark nutzungsabhängig. Wer lädt, fährt günstig und lokal elektrisch. Wer nicht lädt, schleppt Batterie und Elektrotechnik mit und verschenkt den eigentlichen Sinn dieses Antriebskonzepts.

Wie praktisch ist der Jaecoo 7 Plugin Hybrid im Alltag?

Der Kofferraum fasst 340 Liter bis zur Hutablage. Auf den ersten Blick klingt das für ein 4,50 Meter langes SUV nicht üppig, allerdings wirkt die Messung ehrlich. Der Laderaum ist sauber verkleidet, bietet LED-Licht, 12-Volt-Anschluss, Haken, Verzurrösen und einen doppelten Ladeboden für Schuko- und Typ-2-Kabel. Wird die Rückbank umgelegt, entstehen bis zu 1.265 Liter Ladevolumen.

Kritik gibt es trotzdem. Eine 40:20:40-Teilung oder eine Durchreiche für lange Gegenstände fehlt. Die Rücksitzlehne lässt sich klassisch umklappen, aber nicht besonders clever variieren. Dafür ist die Ladeluke groß, die elektrische Heckklappe angenehm und die Verarbeitung im Gepäckraum ordentlich.
Die Dachlast liegt bei 75 Kilogramm. Eine Anhängerkupplung ist optional erhältlich. Gebremst sollen bis zu 1.500 Kilogramm möglich sein, die Stützlast beträgt ebenfalls 75 Kilogramm. Damit taugt der Jaecoo 7 auch für Fahrradträger, kleinere Anhänger oder den typischen Freizeit-Einsatz.

Wie wirkt der Innenraum des Jaecoo 7 Plugin Hybrid?

Innen überrascht der Jaecoo 7 positiv. Die deutschen Fahrzeuge bekommen klassische Schalter für Fensterheber und Spiegelverstellung in der Tür. In anderen Märkten läuft mehr über Touch-Bedienung. Dass Jaecoo für Deutschland darauf reagiert hat, ist bemerkenswert. Viele etablierte Hersteller brauchen für solche Kurskorrekturen eine Modellpflege, Jaecoo liefert sie offenbar direkt zum Marktstart.

Die Türverkleidungen kombinieren weiche Bereiche, Kunstleder, Ziernähte, strukturierte Kunststoffe und harte Ablageflächen. Nicht alles ist premium, aber vieles wirkt hochwertiger, als man es bei einem neuen Anbieter in dieser Preisklasse erwarten würde. Unten in der Tür fehlt eine Auskleidung mit Filz oder Teppich, dort kann Kleinkram klappern. Solche Details kosten wenig, fallen im Alltag aber auf.

Vorne gibt es ein großes Fahrerdisplay, ein Head-up-Display in der höheren Ausstattung und einen vertikalen Zentralbildschirm. Die Darstellung wirkt modern, die Menüstruktur erinnert teilweise an bekannte Elektroauto-Vorbilder, ist aber übersichtlich. Apple CarPlay und Android Auto sind an Bord, ebenso Bluetooth, Over-the-Air-Updates und eine umfangreiche Fahrzeugsteuerung über das Infotainment.

Was kann das Infotainment?

Der große Hochkantbildschirm passt gut zur Navigation, weil Routenverlauf und Kartenansicht in Fahrtrichtung sehr übersichtlich dargestellt werden. Für Videoinhalte wäre ein Querformat besser, aber im Auto zählt zuerst die Bedienbarkeit während der Fahrt. Rekuperation, Energiemodus, Ladeplanung, EV-Betrieb, HEV-Betrieb und Vehicle-to-Load lassen sich im System steuern.

Vehicle-to-Load bedeutet, dass externe elektrische Geräte über das Fahrzeug mit Strom versorgt werden können. Das ist praktisch beim Camping, am See, auf Baustellen oder überall dort, wo kurzzeitig Strom gebraucht wird. Beim Jaecoo 7 passt diese Funktion gut zum robusten SUV-Auftritt.

Nicht perfekt ist die induktive Ladeschale. Gekühlt wird nur eine Smartphone-Fläche. Bei einem Fahrzeug mit so umfangreicher Ausstattung wäre eine zweite Ladefläche für die Beifahrerseite wünschenswert gewesen.

Wie bequem sitzt man im Jaecoo 7 Plugin Hybrid?

Die Vordersitze sind bequem, gut ausgeformt und bieten Sitzheizung, Sitzbelüftung und elektrische Verstellung. Positiv: Auch der Beifahrersitz lässt sich in der Höhe verstellen. Das ist bei asiatischen Fahrzeugen nicht immer selbstverständlich und im Alltag ein echter Komfortpunkt.

Die Sitzfläche könnte allerdings länger sein oder eine ausziehbare Oberschenkelauflage bieten. Gerade größere Personen bekommen zwar eine gute Sitzposition, aber unter den Oberschenkeln könnte mehr Unterstützung vorhanden sein. Das ist kein Dealbreaker, aber ein klassischer Punkt für die Probefahrt.
Im Fond überzeugt der Jaecoo 7 mit weit öffnenden Türen, guter Kopffreiheit, ordentlicher Beinfreiheit und bequemer Rückbank. ISOFIX ist sauber unter Klappen gelöst. Lüftungsdüsen, USB-A und USB-C sind vorhanden. Die hintere Türverkleidung ist erfreulicherweise nicht billig abgespeckt, sondern orientiert sich sichtbar an der vorderen Gestaltung.

Wie fährt sich der Jaecoo 7 Plugin Hybrid?

Der erste Fahreindruck fällt angenehm aus. Der Jaecoo 7 ist komfortabel abgestimmt, aber nicht schwammig. Er federt sauber, bleibt im Alltag entspannt und zeigt bei zügigerer Kurvenfahrt naturgemäß etwas Wankbewegung. Das passt zur Fahrzeugklasse. Ein 1,67 Meter hohes SUV wird kein flacher Kompaktsportler, soll es aber auch nicht sein.

Elektrisch fährt der Jaecoo 7 leise und kräftig. Der Antritt im Stadtverkehr ist überraschend spontan. Gerade beim Ampelstart wirkt der Elektromotor sehr souverän. Die Doppelverglasung vorne unterstützt den ruhigen Eindruck im Innenraum. Eine exakte Geräuschmessung war im Rahmen der kurzen Fahrveranstaltung nicht möglich, subjektiv wirkt der Jaecoo 7 aber gut gedämmt.

Das Zusammenspiel aus Elektroantrieb und Verbrenner muss in einem längeren Test noch genauer geprüft werden. Bei Plugin-Hybriden entscheidet viel über die Software: Wann springt der Benziner an? Wie sauber passiert der Übergang? Wie effizient wird der Akku genutzt? Der erste Eindruck ist positiv, aber für ein endgültiges Verbrauchsurteil braucht es mehr Alltag, mehr Autobahn und mehr Ladezyklen.

Unser einfach elektrisch Test-Video

Wie gut sind die Assistenzsysteme?

Der Jaecoo 7 bietet eine umfangreiche Assistenz-Ausstattung. Der adaptive Abstandstempomat regelt sauber, der Spurführungsassistent hält das Fahrzeug zuverlässig in der Mitte der Spur, erkannte Fahrzeuge und Linien werden im Fahrerdisplay visualisiert. Eine Infrarotkamera überwacht die Aufmerksamkeit des Fahrers. Das ist wichtig, weil teilautonomes Fahren eben nicht autonomes Fahren bedeutet. Die Verantwortung bleibt beim Menschen.

Ein automatischer Spurwechselassistent ist nicht vorhanden. Der Spurwechsel erfolgt manuell, danach aktiviert sich die Spurführung wieder. Für die Preisklasse ist das völlig in Ordnung. Auch das 360-Grad-Kamerasystem überzeugt. Front-, Heck-, 180-Grad-Ansichten, Hilfslinien, 3D-Darstellung und Felgenschutz machen das Rangieren im urbanen Umfeld deutlich entspannter. Bei 11 Metern Wendekreis bleibt der Jaecoo 7 zudem angenehm handlich.

Wo zeigt der Jaecoo 7 Schwächen?

Ganz ohne Kritik geht es nicht. Der Kofferraum könnte größer sein. Eine variablere Rückbank wäre wünschenswert. Einige harte Kunststoffbereiche im Einstieg und an der B-Säule können im Alltag kratzempfindlich sein. Klavierlack im Fondbereich ist ebenfalls nicht ideal, weil er schnell Fingerabdrücke und Kratzer sammelt. Die induktive Ladefunktion nur auf einer Seite wirkt etwas halbherzig.

Auch das Händlernetz ist zum Start noch überschaubar. Jaecoo plant zwar schnell zu wachsen, aber Planung und Realität sind zwei verschiedene Dinge. Gerade neue Marken müssen in Deutschland nicht nur mit Ausstattung und Preis überzeugen, sondern vor allem mit Service, Ersatzteilen und Verlässlichkeit.

Positiv ist deshalb die angekündigte Ersatzteilstrategie. Ein deutsches Lager soll 99,9 Prozent der Ersatzteile vorrätig haben, die Belieferung der Händler soll binnen 24 Stunden erfolgen. Sollte das nicht reichen, kann auf Lager in Spanien und Großbritannien zurückgegriffen werden. Das klingt gut, muss sich aber im echten Marktalltag erst beweisen.

Was kostet der Jaecoo 7 Plugin Hybrid?

Der Einstiegspreis liegt bei 36.900 Euro. Für einen ausgewachsenen Plugin-Hybrid mit kräftigem E-Antrieb, großer elektrischer Reichweite, umfangreicher Ausstattung und sieben Jahren Herstellergarantie ist das eine Ansage. Die getestete Exclusive-Variante liegt knapp unter 40.000 Euro und bringt unter anderem Head-up-Display und Panorama-Glasschiebedach mit.

Die Garantie umfasst 7 Jahre bis 150.000 Kilometer. Für elektrische Komponenten, Elektromotor und Akku werden 8 Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer genannt. Zusätzlich gibt es zunächst 3 Jahre Mobilitätsgarantie. Gerade bei einer neuen Marke ist das wichtig, denn Vertrauen entsteht nicht nur durch schöne Displays und gute Sitze, sondern durch Absicherung nach dem Kauf.

Ist der Jaecoo 7 Plugin Hybrid eine echte Alternative?

Der Jaecoo 7 Plugin Hybrid ist kein perfektes Auto, aber ein erstaunlich kompletter Neueinsteiger. Er sieht modern aus, fährt angenehm, bietet eine starke elektrische Reichweite, DC-Lademöglichkeit, viel Ausstattung, ordentliche Assistenzsysteme und einen Preis, bei dem etablierte Anbieter genau hinschauen müssen.

Die spannendste Erkenntnis ist nicht nur das Auto selbst, sondern die Geschwindigkeit, mit der Jaecoo offenbar auf Marktanforderungen reagiert. Deutschland will Knöpfe und Schalter? Dann bekommt Deutschland Knöpfe und Schalter. Deutschland braucht Ersatzteilversorgung? Dann wird ein Lager aufgebaut. Deutschland fragt nach Garantie? Dann gibt es lange Garantiezeiten. Das klingt pragmatisch und fast ungewohnt flexibel.

Am Ende bleibt der Jaecoo 7 Plugin Hybrid ein Fahrzeug, das man nicht nur wegen seines Preises ernst nehmen sollte. Er zeigt, wie schnell neue Marken gelernt haben, was europäische Kunden erwarten. Ob Service, Restwerte und Langzeitqualität halten, was der erste Eindruck verspricht, muss sich zeigen. Der erste Testeindruck fällt jedoch klar aus: Dieser Plugin-Hybrid ist kein Exot zum Weglächeln, sondern ein ernstzunehmender Kandidat für alle, die im Alltag elektrisch fahren wollen, auf der Langstrecke aber noch nicht vollständig auf den Verbrenner verzichten möchten.

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