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Test: Opel Astra Plug-in-Hybrid im Fahrbericht: Die Brücke zwischen Verbrenner und Elektroauto?

Opel Astra Plug-in-Hybrid Test

Mit dem überarbeiteten Astra Plug-in-Hybrid möchte Opel genau jene Zielgruppe ansprechen, die die Vorteile der Elektromobilität im Alltag nutzen möchte, auf die Sicherheit eines Verbrennungsmotors für lange Strecken aber noch nicht verzichten will. Das Konzept ist nicht neu, doch Opel hat seinem Kompaktklasse-Modell eine umfangreiche Modellpflege spendiert und an zahlreichen Stellen nachgebessert.

Schon auf den ersten Blick fällt die neu gestaltete Frontpartie auf. Besonders auffällig ist das erstmals beleuchtete Opel-Logo, das während der Fahrt aktiv sein darf und den Astra moderner wirken lässt. Zusammen mit den Matrix-LED-Scheinwerfern, schwarzen Designakzenten und dem optionalen schwarzen Dach entsteht ein deutlich dynamischerer Auftritt als bisher. Die getestete Lackierung in Gold Metallic unterstreicht diesen Eindruck zusätzlich.

Mit einer Länge von 4,37 Metern, einer Breite von 1,85 Metern und einem Radstand von 2,67 Metern bleibt der Astra ein klassischer Vertreter der Kompaktklasse. Der Plug-in-Hybrid startet bei rund 38.000 Euro und ist neben dem Fünftürer auch als geräumiger Sports Tourer erhältlich.

Wie funktioniert der Antrieb des Astra Plug-in-Hybrid?

Unter der Motorhaube arbeitet ein aufgeladener 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 150 PS beziehungsweise 110 kW. Ergänzt wird dieser durch einen Elektromotor mit 125 PS beziehungsweise 92 kW. Gemeinsam entwickelt das System eine Leistung von 196 PS und ein maximales Drehmoment von 360 Newtonmetern.

Die Fahrleistungen können sich sehen lassen. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 7,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 225 km/h. Besonders angenehm fällt dabei das Zusammenspiel von Elektro- und Verbrennungsmotor auf. Beide Antriebe arbeiten harmonisch zusammen und sorgen für einen souveränen Vortrieb in nahezu jeder Fahrsituation.

Wie weit kommt der Astra elektrisch?

Ein zentrales Element des Plug-in-Hybrid-Konzepts ist die elektrische Alltagstauglichkeit. Dafür verbaut Opel einen 17-kWh-Akku, der im Alltag für hohe elektrische Fahranteile sorgen soll.

Unter günstigen Bedingungen erscheinen elektrische Reichweiten von bis zu 100 Kilometern realistisch. Damit könnten viele Pendler ihren täglichen Arbeitsweg komplett emissionsfrei absolvieren. Gerade im Stadtverkehr und auf kürzeren Überlandstrecken spielt der Astra seine elektrischen Stärken aus. Der Elektromotor sorgt für ein leises und angenehmes Fahrerlebnis, während der Verbrenner nur dann eingreift, wenn zusätzliche Leistung oder Reichweite benötigt wird.

Wo liegen die Schwächen des Plug-in-Hybrid?

So überzeugend das Gesamtkonzept auch wirkt, ganz ohne Kritik kommt der Astra nicht davon. Der größte Kritikpunkt betrifft die Ladefähigkeit. Während viele moderne Plug-in-Hybride inzwischen optional oder serienmäßig über einen CCS-Schnellladeanschluss verfügen, bleibt Opel beim Astra bei klassischer Wechselstromladung. Das bedeutet längere Ladezeiten und weniger Flexibilität auf Reisen. Gerade bei Zwischenstopps auf längeren Strecken wäre eine Schnellladefunktion ein echter Mehrwert gewesen.

Auch die elektrische Heckklappe fehlt beim getesteten Fünftürer. Im Alltag ist das kein gravierender Nachteil, dennoch bieten einige Wettbewerber hier mehr Komfort.

Opel Astra Plug-in-Hybrid Fahrbericht als Video

Wie viel Platz bietet der Astra im Alltag?

Trotz des zusätzlichen Akkus bleibt der Astra ein vollwertiges Familienauto. Das Kofferraumvolumen beträgt 310 Liter. Werden die Rücksitze umgeklappt, wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.236 Liter an.

Praktische Details wie die Durchreiche hinter der Mittelarmlehne, stabile Verzurrmöglichkeiten sowie zusätzliche Staufächer erhöhen den Nutzwert. Optional ist zudem eine Anhängerkupplung erhältlich. Damit dürfen gebremste Anhänger bis 1.380 Kilogramm gezogen werden. Die maximale Stützlast liegt bei 75 Kilogramm und eignet sich somit auch für Fahrradträger mit mehreren E-Bikes. Auf dem Dach dürfen bis zu 80 Kilogramm transportiert werden.

Hat Opel den Innenraum verbessert?

Ja! Genauer gesagt wird genau hier die Modellpflege besonders deutlich sichtbar. Die oft kritisierten Klavierlackflächen sind nahezu vollständig verschwunden. Stattdessen setzt Opel auf matte Oberflächen, Mikrofaser-Applikationen und hochwertig wirkende Kunststoffe. Das verbessert nicht nur die Optik, sondern reduziert auch Fingerabdrücke und Kratzer.

Das digitale Cockpit wurde modernisiert und bietet neue Grafiken sowie zusätzliche Funktionen. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos. Dazu kommen ein Head-up-Display, Sitzheizung, Lenkradheizung und zahlreiche Direktwahltasten, die eine intuitive Bedienung ermöglichen.

Besonders positiv fallen die ergonomischen AGR-Sitze auf. Sie bieten eine ausziehbare Oberschenkelauflage, guten Seitenhalt und eignen sich hervorragend für lange Fahrten. Auch auf der Rückbank überzeugt der Astra mit ordentlichen Platzverhältnissen und Isofix-Befestigungen an den äußeren Sitzplätzen.

Opel Astra Plug-in-Hybrid Fotos

Wie fährt sich der neue Astra Plug-in-Hybrid?

Im Fahrbetrieb präsentiert sich der Astra ausgewogen und erwachsen. Das Fahrwerk verbindet Komfort mit ausreichend Straffheit und sorgt für ein sicheres Fahrgefühl. Wankbewegungen bleiben gering, die Lenkung arbeitet direkt und präzise.

Besonders angenehm ist die Geräuschkulisse. Bei Tempo 50 wurden lediglich 57 bis 58 dB gemessen, bei 70 km/h rund 60 bis 61 dB. Die optionale Akustikverglasung trägt ihren Teil dazu bei, Außengeräusche wirkungsvoll fernzuhalten.

Auch die Assistenzsysteme hinterlassen einen positiven Eindruck. Der adaptive Tempomat arbeitet zuverlässig und der Spurhalteassistent unterstützt den Fahrer unauffällig, ohne aufdringlich zu wirken.

Wie sparsam ist der Astra Plug-in-Hybrid?

Der Verbrauch hängt wie bei jedem Plug-in-Hybrid stark vom individuellen Ladeverhalten ab. Wird der Akku regelmäßig geladen und die elektrische Reichweite konsequent genutzt, sind beeindruckend niedrige Kraftstoffverbräuche möglich. Im Test zeigte der Bordcomputer auf einer Langzeitstrecke von 1.071 Kilometern einen Durchschnittsverbrauch von lediglich 4,5 Litern Benzin pro 100 Kilometer an. Das verdeutlicht das Potenzial des Antriebskonzepts, wenn Elektromotor und Verbrenner sinnvoll kombiniert werden.

Lohnt sich der neue Opel Astra Plug-in-Hybrid?

Mit der Modellpflege hat Opel an den richtigen Stellen angesetzt. Das Design wirkt moderner, der Innenraum hochwertiger und die Technik zeitgemäßer. Besonders die elektrische Reichweite macht den Astra Plug-in-Hybrid für viele Pendler interessant, die den Großteil ihrer Fahrten emissionsfrei absolvieren möchten.

Gleichzeitig bleibt die gewohnte Langstreckentauglichkeit erhalten. Genau darin liegt die Stärke dieses Antriebskonzepts. Wer noch nicht vollständig auf ein Elektroauto umsteigen möchte, aber bereits einen großen Teil seiner Strecken elektrisch zurücklegen kann, findet im neuen Opel Astra Plug-in-Hybrid einen überzeugenden Begleiter.

Die fehlende Schnellladefunktion verhindert zwar die Bestnote, insgesamt präsentiert sich der Astra jedoch als gelungenes Bindeglied zwischen klassischem Verbrenner und moderner Elektromobilität.

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