Mit der Modellpflege des Subaru Solterra versucht Subaru genau das, was viele Hersteller beim zweiten Anlauf schaffen müssen. Die Kritikpunkte der ersten Generation ernst nehmen, das Fahrzeug technisch weiterentwickeln und gleichzeitig den eigenen Charakter behalten. Genau das macht den neuen Solterra so spannend. Denn Subaru war nie der Hersteller für spektakuläre Marketingversprechen oder digitale Spielereien um ihrer selbst willen. Subaru stand immer für robuste Technik, Allradkompetenz und Fahrzeuge, die im Alltag funktionieren sollen.
Und genau diese Philosophie versucht Subaru jetzt konsequent auf die Elektromobilität zu übertragen. Der neue Solterra wirkt dabei deutlich erwachsener, moderner und in vielen Bereichen tatsächlich besser durchdacht als sein Vorgänger. Gleichzeitig bleibt er ein typisch japanisches Auto. Ehrlich, funktional, teilweise eigenwillig und an vielen Stellen erstaunlich praxisnah gedacht.
Was bedeutet eigentlich der Name Solterra?
Der Name Solterra ist tatsächlich eine Kombination aus zwei lateinischen Begriffen. „Sol“ steht für Sonne und symbolisiert erneuerbare Energie sowie die elektrische Zukunft. „Terra“ bedeutet Erde und verweist auf Subarus traditionelle Verbindung zu Natur, Abenteuer und Geländetauglichkeit.
Der Name beschreibt das Fahrzeug damit erstaunlich treffend. Der Solterra soll einerseits ein modernes Elektroauto sein, andererseits aber weiterhin die klassischen Subaru-Tugenden transportieren. Also Alltagstauglichkeit, Sicherheit, Allradkompetenz und ein gewisses Gefühl von Freiheit abseits perfekt asphaltierter Innenstädte.
Gerade deshalb passt der Solterra auch gut zur Marke Subaru. Denn während viele Elektroautos inzwischen fast ausschließlich als urbane Lifestyle-Produkte auftreten, versucht Subaru weiterhin ein Fahrzeug für Menschen zu bauen, die vielleicht auch mal mit Fahrrädern, Dachbox oder auf schlechten Straßen unterwegs sind.
Subaru Solterra Facelift Test-Video
Wie wirkt die Modellpflege optisch?
Optisch hat Subaru den Solterra spürbar modernisiert. Die Front wirkt klarer und hochwertiger als zuvor. Besonders die neuen LED-Tagfahrleuchten verleihen dem Fahrzeug eine moderne Lichtsignatur. Dazu kommen automatische Fernlicht- und Abblendfunktionen.
Interessant ist vor allem das Zusammenspiel der schwarzen Kontrastelemente. Die schwarz lackierten Radhäuser, das schwarze Dach und die ebenfalls dunkel gehaltenen Außenspiegel lassen den Solterra optisch breiter und flacher wirken, als er tatsächlich ist. Gerade in der getesteten weißen Metallic-Lackierung mit leichtem Perleffekt wirkt das erstaunlich hochwertig.
Die aerodynamisch optimierten 20-Zoll-Felgen passen hervorragend ins Gesamtbild. Subaru versucht sichtbar, Effizienz und SUV-Optik miteinander zu verbinden. Das erkennt man auch an der coupéartigen Dachlinie, die nach hinten sanft abfällt.
Was allerdings weiterhin fehlt, ist ein Heckscheibenwischer. Darüber kann man trefflich diskutieren. Aerodynamisch mag das Vorteile bringen, im deutschen Winteralltag dürfte sich mancher Fahrer aber genau dieses Detail zurückwünschen.
Welche Technik steckt im Subaru Solterra?
Technisch hat Subaru ordentlich nachgelegt. Der Solterra misst 4,69 Meter in der Länge und bietet mit seinem 2,85 Meter langen Radstand sehr gute Voraussetzungen für ein großzügiges Raumgefühl.
Zwischen den Achsen sitzt ein Akku mit 73,1 kWh brutto beziehungsweise 69,1 kWh netto nutzbarer Kapazität. Der Unterschied zwischen Brutto- und Nettokapazität ist wichtig.
Die Bruttokapazität beschreibt die gesamte physikalische Energiemenge des Akkus. Nutzbar ist allerdings nur ein Teil davon. Hersteller reservieren einen Sicherheitsbereich, um die Batterie langfristig zu schonen und die Lebensdauer zu erhöhen. Genau deshalb liegt die Nettokapazität etwas niedriger.
Besonders interessant ist der Allradantrieb. Subaru bleibt seiner Markenidentität treu und kombiniert zwei Elektromotoren. Einer sitzt vorne mit 167 kW beziehungsweise 227 PS, der zweite hinten mit 88 kW beziehungsweise 120 PS. Zusammen ergibt das 252 kW beziehungsweise 343 PS Systemleistung und 437 Newtonmeter Drehmoment.
Damit sprintet der Solterra in 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit endet bei 160 km/h. Das mag zunächst niedrig wirken, ist bei Elektroautos aber oft eine bewusste Entscheidung zugunsten von Effizienz und Reichweite.
Wie gut lädt der Subaru Solterra inzwischen?
Einer der größten Kritikpunkte am ersten Solterra war die Ladeperformance. Genau hier hat Subaru nachgebessert. AC-Laden ist jetzt mit bis zu 22 kW möglich. Das ist im Alltag ein echter Vorteil, weil das Fahrzeug an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen deutlich schneller geladen werden kann als viele Konkurrenten mit nur 11 kW Ladeleistung.
An Schnellladesäulen unterstützt der Solterra bis zu 150 kW DC-Ladeleistung. Laut Subaru soll der Akku damit in rund 28 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden können. Das bewegt sich inzwischen absolut auf Augenhöhe mit vielen Wettbewerbern.
Besonders wichtig ist zudem die Batterievorkonditionierung. Dabei wird der Akku vor dem Schnellladen gezielt auf Temperatur gebracht. Lithium-Ionen-Batterien laden nämlich nur in einem bestimmten Temperaturfenster optimal schnell. Ist der Akku zu kalt oder zu heiß, reduziert sich die Ladeleistung deutlich. Subaru ermöglicht diese Vorkonditionierung inzwischen sowohl automatisch über das Navigationssystem als auch manuell.
Ist der Solterra weiterhin ein echter Subaru?
Ja. Und genau das dürfte für viele Käufer sogar die größte Stärke sein. Der Solterra fährt sich nicht wie ein steriles Technikprodukt. Er vermittelt weiterhin dieses leicht robuste Subaru-Gefühl. Besonders auf kurvigen Straßen merkt man schnell, dass Subaru jahrzehntelange Erfahrung im Fahrwerksbau besitzt.
Das Fahrwerk ist straff genug für dynamische Kurvenfahrten, bleibt aber gleichzeitig langstreckentauglich komfortabel. In schnellen Kurven schiebt der Solterra leicht über die Vorderachse, was bei schweren Elektro-SUV mit hohem Gewicht allerdings völlig normal ist. Über das Strompedal lässt sich das Fahrzeug jedoch sehr sauber kontrollieren.
Dazu kommen echte Offroad-Fähigkeiten. Subaru bietet verschiedene Fahrmodi für Schnee, Schotter und schwierigen Untergrund. Genau hier unterscheidet sich der Solterra von vielen anderen Elektro-SUV, die zwar robust aussehen, aber nie ernsthaft abseits asphaltierter Straßen bewegt werden sollen.
Subaru Solterra Facelift Fotos

















Wie modern ist der Innenraum geworden?
Innen zeigt sich der Solterra deutlich moderner als viele klassische Subaru-Modelle der Vergangenheit. Trotzdem bleibt vieles angenehm logisch bedienbar. Besonders gelungen finden wir die Mischung aus Touchbedienung und echten physischen Bedienelementen. Temperaturregelung, Sitzheizung oder Lautstärke lassen sich weiterhin schnell und intuitiv bedienen. Gerade während der Fahrt ist das ein echter Sicherheitsvorteil.
Das große Infotainmentsystem reagiert überraschend schnell und bietet inzwischen auch kabelloses Apple CarPlay sowie Android Auto Wireless. Dazu kommen zwei induktive Ladeflächen für Smartphones. Endlich darf auch der Beifahrer sein Smartphone kabellos laden. Ebenfalls spannend ist das weit vorne platzierte Fahrerdisplay. Subaru verzichtet weiterhin auf ein klassisches Head-up-Display und positioniert stattdessen die Anzeigen direkt unterhalb der Windschutzscheibe. Das reduziert den Blickweg und funktioniert in der Praxis tatsächlich erstaunlich gut. Allerdings sollte man ausprobieren, ob das Lenkrad bei der eigenen Sitzposition Teile der Anzeige verdeckt.
Ein echtes Highlight bleibt der digitale Rückspiegel. Statt klassischem Spiegelbild zeigt er ein Kamerabild vom Heck des Fahrzeugs. Gerade bei voll beladenem Kofferraum bleibt die Sicht nach hinten dadurch uneingeschränkt.
Wie viel Platz bietet der Subaru Solterra?
Beim Platzangebot zeigt sich der Solterra erfreulich großzügig. Vorne sitzen selbst große Personen bequem. Die Sitze bieten ordentlichen Seitenhalt, Sitzheizung und Sitzbelüftung. Gerade auf langen Strecken trägt das spürbar zum Reisekomfort bei.
Auch hinten sitzt man überraschend komfortabel. Trotz Glasdach bleibt ausreichend Kopffreiheit vorhanden. Die Rückbank lässt sich zudem mehrfach in der Neigung verstellen. Das kennt man längst nicht aus jedem Elektroauto.
Der Kofferraum fasst 462 Liter. Dazu kommt ein variabler doppelter Ladeboden. Praktisch ist vor allem die integrierte 230-Volt-Steckdose mit bis zu 1.500 Watt Leistung. Damit können elektrische Geräte direkt über den Fahrzeugakku betrieben werden. Vom Camping bis zur Baustelle ergeben sich dadurch viele Einsatzmöglichkeiten. Einen Frunk gibt es allerdings weiterhin nicht. Das ist schade, weil gerade Ladekabel dort perfekt untergebracht wären.
Wie gut sind die Assistenzsysteme?
Die Assistenzsysteme gehören mittlerweile klar zu den Stärken des Solterra. Spurhalteassistent, Abstandstempomat und adaptive Geschwindigkeitsregelung arbeiten angenehm harmonisch und zuverlässig. Besonders interessant ist die kapazitive Lenkraderkennung. Bereits drei Finger am Lenkrad reichen aus, damit das System erkennt, dass der Fahrer aufmerksam bleibt. Unterstützt wird das Ganze zusätzlich von einer Infrarotkamera. Im Alltag sorgt das tatsächlich für spürbare Entlastung auf langen Autobahnfahrten.
Wie effizient fährt der Subaru Solterra?
Der Verbrauch lag auf der Testfahrt bei rund 19,5 kWh pro 100 Kilometer. Dabei wurde überwiegend mit 120 bis 130 km/h auf der Autobahn gefahren, inklusive Beschleunigungstests und dynamischer Kurvenfahrten.
Für ein großes Allrad-Elektro-SUV mit über 300 PS ist das ein absolut ordentlicher Wert. Realistisch erscheinen damit rund 300 Kilometer Autobahnreichweite unter typischen Bedingungen. Im Stadt- und Landstraßenbetrieb dürfte deutlich mehr möglich sein. Auch akustisch zeigt sich der Solterra angenehm ruhig. Die Doppelverglasung reduziert Windgeräusche spürbar. Mit rund 71 bis 72 Dezibel bei 100 km/h bleibt das Fahrzeug auf Langstrecken angenehm leise.
Ist die Solterra Modellpflege gelungen?
Ja, die Modellpflege des Subaru Solterra ist unserer Meinung nach insgesamt sehr gelungen. Subaru hat an genau den richtigen Stellen nachgebessert. Schnellere Ladeleistung, moderne Software, bessere Assistenzsysteme und ein insgesamt hochwertiger wirkender Innenraum machen den Solterra deutlich konkurrenzfähiger als zuvor.
Gleichzeitig bleibt der Charakter erhalten. Der Solterra will kein überdigitalisiertes Technikexperiment sein. Er möchte ein solides, komfortables und ehrliches Elektroauto sein, das sowohl auf der Autobahn als auch auf schlechten Straßen funktioniert. Und genau darin liegt vermutlich seine größte Stärke.





















