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Test: Toyota Hilux Diesel HEV (Mild Hybrid)

Der Toyota Hilux gehört zu den Fahrzeugen, bei denen niemand lange nach dem Einsatzzweck suchen muss. Dieser Pick-up wurde nicht entwickelt, um vor dem Café besonders dynamisch einzuparken. Er soll Lasten transportieren, schwere Anhänger ziehen, Baustellen erreichen und auch dann weiterfahren, wenn die asphaltierte Straße längst hinter ihm liegt.

Mit der neunten Generation wird der Toyota Hilux deutlich moderner. Das betrifft nicht nur das Design und den Innenraum, sondern auch den Antrieb. Neben einer vollelektrischen Variante bietet Toyota den Pick-up weiterhin mit einem 2,8-Liter-Dieselmotor an. Dieser wird nun von einem 48-Volt-Mild-Hybrid-System unterstützt.

Wir waren mit dem neuen Toyota Hilux Mild-Hybrid rund um Pravetz in Bulgarien unterwegs und konnten dabei ausprobieren, ob aus dem robusten Nutzfahrzeug inzwischen auch ein angenehmes Reiseauto geworden ist.

Wie stark hat Toyota das Design verändert?

Der neue Toyota Hilux ist auf den ersten Blick als Hilux zu erkennen, wirkt gleichzeitig aber wesentlich moderner als sein Vorgänger. Besonders auffällig ist die neu gestaltete Frontpartie. Die schmalen LED-Scheinwerfer werden optisch durch eine zentrale Leiste verbunden, während der Toyota-Schriftzug prominent in der Mitte sitzt.

Darunter befindet sich ein großer, sechseckig strukturierter Kühlergrill, der je nach Ausstattung teilweise in Wagenfarbe ausgeführt ist. Die kantigen Einfassungen, kräftig modellierten Radhäuser und massiven Stoßfänger sollen weiterhin Robustheit vermitteln, ohne den Hilux altmodisch wirken zu lassen.

Unser Testwagen präsentierte sich in der neuen gelben Metallic-Farbe. Je nach Licht wirkt der Farbton goldgelb oder leicht orange und steht dem kantigen Pick-up ausgesprochen gut. Gerade bei einem Fahrzeug mit mehr als fünf Metern Länge darf die Farbe durchaus etwas selbstbewusster ausfallen.

Der Toyota Hilux Mild-Hybrid ist 5,32 Meter lang, je nach Ausstattung zwischen 1,855 und 1,885 Meter breit und 1,865 Meter hoch. Der Radstand beträgt 3,085 Meter. Angeboten wird die neue Generation in Europa ausschließlich als Double Cab mit vier Türen und fünf Sitzplätzen.

Was steckt hinter dem 48-Volt-Mild-Hybrid?

Die Bezeichnung Mild-Hybrid führt gelegentlich zu falschen Erwartungen. Der Toyota Hilux Mild-Hybrid kann nicht rein elektrisch fahren. Der Elektromotor unterstützt den Dieselmotor lediglich beim Anfahren und Beschleunigen, übernimmt die Start-Stopp-Funktion und gewinnt beim Verzögern Energie zurück.

Die Basis bildet weiterhin der bekannte 2,8-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel. Er leistet 150 kW, entsprechend 204 PS, und stellt zwischen 1.600 und 2.800 Umdrehungen pro Minute ein maximales Drehmoment von 500 Nm bereit. Die Kraft wird über eine Sechsstufen-Automatik und einen zuschaltbaren Allradantrieb übertragen.

Ergänzt wird der Dieselmotor durch einen permanent erregten Synchronmotor, der gleichzeitig als Generator arbeitet. Bei ausreichend geladener Batterie kann er den Antrieb mit bis zu 12 kW und zusätzlichen 65 Nm unterstützen. Die kleine Lithium-Ionen-Batterie besitzt eine Kapazität von 4,3 Ah, wiegt 7,6 Kilogramm und befindet sich unter der Rücksitzbank. Es handelt sich ausdrücklich um 4,3 Amperestunden und nicht um eine 4,3-kWh-Traktionsbatterie, wie sie bei einem Vollhybrid oder Plug-in-Hybrid zu finden wäre.

Der Vorteil dieser Lösung liegt weniger in einer spektakulären Mehrleistung. Toyota nutzt die elektrische Unterstützung vor allem, um den Anfahrvorgang weicher zu gestalten, den Dieselmotor beim Beschleunigen zu entlasten und die Start-Stopp-Funktion schneller sowie komfortabler arbeiten zu lassen.

Fühlt sich der Toyota Hilux Mild-Hybrid kräftig an?

Der Dieselmotor macht vom ersten Meter an deutlich, dass er vor allem für schwere Arbeit entwickelt wurde. Das hohe Drehmoment steht früh zur Verfügung und sorgt dafür, dass der Hilux kraftvoll anfährt. Beim normalen Mitschwimmen auf der Landstraße und auf der Autobahn wirkt der Antrieb souverän.

Wer das Gaspedal vollständig durchtritt, spürt allerdings auch das Leergewicht von deutlich mehr als zwei Tonnen. Der Hilux ist kein Sport-Pick-up und möchte auch keiner sein. Beim Beschleunigen auf höhere Autobahngeschwindigkeiten benötigt die Automatik zunächst einen niedrigeren Gang, anschließend arbeitet sich der Vierzylinder hörbar durch das Drehzahlband.

Eine offizielle Beschleunigungszeit von 0 auf 100 km/h lag uns während der Testfahrt nicht vor. Unser subjektiver Eindruck lag bei ungefähr zehn Sekunden. Entscheidend ist bei diesem Fahrzeug ohnehin nicht der Sprint an der Ampel, sondern die Fähigkeit, dauerhaft hohe Lasten zu bewegen.

Die elektrische Unterstützung ist während der Fahrt nicht als eigener Leistungsschub wahrnehmbar. Sie sorgt vielmehr dafür, dass der Antrieb beim Anfahren etwas unmittelbarer reagiert und das Start-Stopp-System den Motor vergleichsweise sanft wieder startet.

Wie fährt sich der Hilux auf der Straße?

Toyota hat an der Abstimmung des neuen Hilux gearbeitet. Er besitzt erstmals eine elektrische Servolenkung. Sie unterstützt nicht nur die Assistenzsysteme, sondern vermittelt auch ein etwas präziseres und weniger schwerfälliges Lenkgefühl.

Trotzdem bleibt der Hilux konstruktiv ein klassischer Pick-up. Vorne arbeitet eine Einzelradaufhängung, hinten kommen eine robuste Starrachse und Blattfedern zum Einsatz. Diese Bauweise ist belastbar, langlebig und für hohe Zuladungen geeignet. Sie kann allerdings nicht denselben Federungskomfort liefern wie eine moderne Mehrlenkerachse in einem SUV.

Auf schlechten Straßen bewegt sich die Karosserie spürbar. Schnelle Lenkbewegungen führen zu den für einen Pick-up typischen Aufbaubewegungen. Der Hilux bleibt dabei kontrollierbar, vermittelt aber stets, dass Geländegängigkeit, Nutzlast und Haltbarkeit bei der Entwicklung wichtiger waren als maximale Fahrdynamik.

Auf der Autobahn wirkt die Abstimmung erstaunlich angenehm. Bei gleichmäßiger Geschwindigkeit liegt der Hilux ruhig auf der Straße. Kleine Unebenheiten werden ordentlich verarbeitet, während kurze und harte Stöße weiterhin bis in den Innenraum gelangen können. Besonders beladen dürfte die Hinterachse noch etwas gelassener reagieren als bei unserem weitgehend unbeladenen Testfahrzeug.

Wie laut ist der Dieselmotor im Innenraum?

Ein 2,8-Liter-Dieselmotor bleibt akustisch ein 2,8-Liter-Dieselmotor. Beim starken Beschleunigen ist das Aggregat deutlich zu hören. Bei konstantem Tempo zieht sich der Motor dagegen überraschend weit in den Hintergrund zurück.

Während unserer Messung zeigte das Gerät bei 50 km/h ungefähr 56 bis 57 dB an. Bei 70 km/h waren es rund 62 bis 63 dB, bei 100 km/h etwa 64 bis 65 dB. Diese Werte sind für einen großen Pick-up mit Dieselmotor ordentlich. Windgeräusche und das Abrollen der Reifen bleiben ebenfalls in einem akzeptablen Rahmen.

Der Toyota Hilux Mild-Hybrid wird damit nicht zum Flüsterfahrzeug. Für längere Autobahnetappen ist die Geräuschdämmung aber ausreichend gut. Wer maximale Ruhe erwartet, findet diese naturgemäß eher im parallel angebotenen Hilux BEV.

Wie viel Diesel verbraucht der Toyota Hilux Mild-Hybrid?

Toyota gibt für den Hilux Mild-Hybrid einen kombinierten WLTP-Verbrauch zwischen 9,8 und 10,0 Litern Diesel pro 100 Kilometer an. Die CO₂-Emissionen liegen je nach Ausstattung zwischen 258 und 262 Gramm pro Kilometer.

Während unserer Testfahrt zeigte der Bordcomputer zuletzt 14,5 Liter pro 100 Kilometer an. Als bisheriger Bestwert waren 12,5 Liter gespeichert. Diese Zahlen liegen deutlich über dem Normverbrauch, müssen aber eingeordnet werden.

Das Fahrzeug wurde von mehreren Journalisten bewegt. Dazu gehörten wiederholte Beschleunigungsversuche, Autobahnfahrten mit höherem Tempo, Bremsversuche und Strecken mit deutlichen Höhenunterschieden. Ein solcher Einsatz entspricht nicht einer normalen Verbrauchsfahrt.

Bei ruhiger Landstraßenfahrt dürfte sich der Hilux näher an die Werksangabe heranbewegen. Wer regelmäßig 3,5 Tonnen zieht, die Ladefläche ausnutzt oder mit höherem Tempo auf der Autobahn unterwegs ist, muss dagegen mit einem zweistelligen Verbrauch rechnen. Physik lässt sich auch durch ein 48-Volt-System nicht abschalten.

Toyota Hilux Mild-Hybrid (Diesel HEV) Fotos

Wie praktisch ist die Ladefläche?

Die Ladefläche gehört weiterhin zu den wichtigsten Argumenten für den Hilux. Bei der Double-Cab-Version beträgt ihre Länge rund 1,555 Meter. Die im Testfahrzeug gemessene Breite lag bei ungefähr 1,54 Meter, die Bordwand war rund 48 Zentimeter hoch.

Der Boden wirkt massiv und ist mit stabilen Verzurrmöglichkeiten ausgestattet. Werkzeuge, Baumaterialien, Motorräder oder Freizeitausrüstung lassen sich damit sicher transportieren. Die schwere Heckklappe wird klassisch von Hand geöffnet und geschlossen. Eine elektrische Betätigung wäre komfortabler, passt aber nur bedingt zum robusten Nutzfahrzeugcharakter.

Der Toyota Hilux Mild-Hybrid darf je nach Ausführung mehr als eine Tonne zuladen. Noch wichtiger für viele gewerbliche Nutzer ist die Anhängelast. Gebremste Anhänger dürfen bis zu 3.500 Kilogramm wiegen. Damit eignet sich der Hilux beispielsweise zum Ziehen von Baumaschinen, größeren Anhängern, Pferdetrailern oder Booten.

Gerade an dieser Stelle zeigt sich ein entscheidender Unterschied zum vollelektrischen Hilux. Der Hilux BEV darf maximal 1.600 Kilogramm ziehen und bietet je nach Version eine Nutzlast von etwa 710 bis 715 Kilogramm. Wer regelmäßig schwere Anhänger bewegt, findet im Mild-Hybrid daher weiterhin die passendere Variante.

Wie geländegängig bleibt der neue Hilux?

Die Mild-Hybrid-Technik schränkt die Geländefähigkeiten nicht ein. Die elektrischen Komponenten wurden so platziert und geschützt, dass der Hilux weiterhin durch bis zu 700 Millimeter tiefes Wasser fahren kann.

Die Bodenfreiheit beträgt laut Toyota bis zu 309 Millimeter. Der vordere Böschungswinkel liegt bei 29 Grad, der hintere bei 24 Grad. Das bedeutet, dass der Hilux steile Rampen befahren kann, ohne frühzeitig mit Stoßfänger oder Heck aufzusetzen.

Für schwierigen Untergrund steht das Multi-Terrain-Select-System zur Verfügung. Je nach eingelegter Übersetzungsstufe können Programme für Schmutz, Sand, Matsch, tiefen Schnee, Felsen oder eine automatische Erkennung gewählt werden. Dabei werden unter anderem Antriebskraft und Bremseingriffe an den Untergrund angepasst.

Zusätzlich verfügt der Hilux über einen klassischen Allradantrieb mit Geländeuntersetzung, eine Hinterachssperre und eine Bergabfahrhilfe. Gerade die Kombination aus mechanischer Geländetechnik und elektronischer Regelung macht den Hilux auch für Fahrer beherrschbar, die nicht jeden Tag im schweren Gelände unterwegs sind.

Während der Veranstaltung stand uns der Mild-Hybrid für eine eigene Offroad-Runde nicht mehr zur Verfügung. Den Geländekurs absolvierten wir mit dem vollelektrischen Hilux. Die Bilder zeigen eindrucksvoll die grundsätzlichen Fähigkeiten von Fahrwerk, Karosserie und Assistenztechnik. Unterschiede bei Leistungsentfaltung, Rekuperation und Antriebskontrolle zwischen Diesel und Elektroantrieb dürfen dabei jedoch nicht ignoriert werden.

Ist der Innenraum noch ein klassisches Nutzfahrzeug?

Der Innenraum wurde grundlegend überarbeitet. Die horizontale Gestaltung erinnert stellenweise an den aktuellen Toyota Land Cruiser. Das Cockpit wirkt moderner und deutlich besser organisiert als beim Vorgänger.

Je nach Ausstattung kommt ein bis zu 12,3 Zoll großes Multimedia-Display zum Einsatz. Die Basisversion erhält einen kleineren Neun-Zoll-Bildschirm. Apple CarPlay und Android Auto sind verfügbar, ebenso eine induktive Ladeschale und mehrere USB-C-Anschlüsse. Auch Software-Updates über eine Datenverbindung sind vorgesehen.

Besonders angenehm ist, dass Toyota die Klimatisierung nicht vollständig in den Touchscreen verlagert hat. Temperatur, Gebläsestärke und weitere wichtige Funktionen lassen sich weiterhin über gut erreichbare Tasten und Schalter bedienen. Gerade in einem Nutzfahrzeug, das möglicherweise mit Arbeitshandschuhen bedient wird, ist das die sinnvollere Lösung.

Unterhalb des Klimabedienteils befinden sich die Schalter für Allradantrieb, Geländeuntersetzung und Fahrprogramme. Der massive Wählhebel der Sechsstufen-Automatik passt zum Charakter des Hilux und lässt sich bei Bedarf auch manuell bedienen.

Wo wurde im Innenraum gespart?

Toyota kombiniert im Hilux robuste Kunststoffe mit weicheren Oberflächen und Kunstleder. Im vorderen Bereich der höherwertigen Ausstattung entsteht dadurch ein durchaus wohnlicher Eindruck. Der obere Bereich der Türverkleidung, die Armauflagen und Teile des Armaturenbretts fühlen sich angenehm an.

Weiter unten kommt überwiegend harter Kunststoff zum Einsatz. Das ist in einem Nutzfahrzeug grundsätzlich sinnvoll, weil die Flächen leicht gereinigt werden können. In einigen Ablagefächern fehlen allerdings Gummi-, Filz- oder Teppicheinlagen. Schlüssel, Münzen oder Werkzeug können dort während der Fahrt hörbar hin und her rutschen.

In unserem Fahrzeug war außerdem ein leichtes Knarzen im Bereich der Mittelkonsole beziehungsweise der Armauflage zu hören. Ob es sich dabei um eine Besonderheit des Vorserien- oder Testfahrzeugs handelte, ließ sich nicht abschließend beurteilen.

Kritik verdient die fehlende Höhenverstellung des Fahrersitzes in der einfacheren Ausstattung. In Verbindung mit der aufrechten Sitzposition entsteht schnell der Eindruck, an einem etwas zu hohen Tisch zu sitzen. Höher ausgestattete Varianten bieten elektrisch verstellbare Sitze und ermöglichen eine deutlich bessere Anpassung.

Toyota Hilux Mild-Hybrid Fahrbericht

Wie viel Platz bietet die Doppelkabine?

Vorne bietet der Toyota Hilux gute Platzverhältnisse und eine ausgezeichnete Rundumsicht. Die großen Fensterflächen, weit außen montierten Spiegel und die erhöhte Sitzposition helfen besonders im Stadtverkehr und auf unübersichtlichen Baustellen.

Die Stoffsitze unseres Fahrzeugs waren bequem gepolstert und boten eine ausreichend lange Sitzfläche. Auch längere Autobahnetappen lassen sich damit problemlos absolvieren. In höheren Ausstattungslinien stehen umfangreicher verstellbare Sitze sowie hochwertigere Bezüge zur Verfügung.

Im Fond finden offiziell drei Personen Platz. Zwei Erwachsene reisen auf der breiten Rückbank angenehm, für drei Personen wird es naturgemäß enger. Die Kopf- und Beinfreiheit ist für einen Double-Cab-Pick-up ordentlich. Isofix-Befestigungen befinden sich auf den beiden äußeren Sitzplätzen.

Eine weich gepolsterte Mittelarmlehne mit zwei Becherhaltern, USB-C-Anschlüsse und Ablagetaschen erhöhen die Alltagstauglichkeit. Für vier Personen eignet sich der Hilux damit auch als Reiseauto. Bei fünf Erwachsenen würden wir längere Strecken nur eingeschränkt empfehlen.

Wie gut funktionieren Kameras und Assistenzsysteme?

Ein 5,32 Meter langer Pick-up bleibt in engen Parkhäusern oder schmalen Innenstädten eine Herausforderung. Die großen Außenspiegel und die gute Rundumsicht helfen, ersetzen aber keine Kamera.

Unser Testwagen verfügte über eine Rückfahrkamera und ein 360-Grad-Kamerasystem. Unterschiedliche Perspektiven und eine Ansicht aus der Vogelperspektive erleichtern das Einparken deutlich. Im Gelände kann das Multi-Terrain-Monitor-System zusätzlich den Bereich unmittelbar vor und unter dem Fahrzeug darstellen. So lassen sich größere Steine, Spurrillen oder Abbruchkanten frühzeitig erkennen.

Auch bei den Fahrerassistenzsystemen hat Toyota nachgelegt. Die dritte Generation von Toyota Safety Sense umfasst unter anderem einen adaptiven Abstandsregeltempomaten, einen Spurhalte- und Spurzentrierungsassistenten, eine Verkehrszeichenerkennung und ein erweitertes Notbremssystem.

Auf der Autobahn hielt der Hilux zuverlässig Abstand und unterstützte bei der Spurführung. Das System vermittelt ein sicheres Gefühl, verlangt aber regelmäßig einen deutlichen Lenkradimpuls. Eine kapazitive Erkennung, bei der das bloße Auflegen der Hände ausreicht, wäre komfortabler.

Eine Infrarotkamera überwacht zusätzlich die Aufmerksamkeit des Fahrers. Bleiben Lenk-, Brems- und Gaspedalbewegungen über längere Zeit aus, kann das Emergency Driving Stop System Warnungen ausgeben und das Fahrzeug im Ernstfall kontrolliert zum Stillstand bringen.

Kann der Hilux auch ein angenehmes Reiseauto sein?

Der neue Toyota Hilux Mild-Hybrid bleibt ein Nutzfahrzeug, schafft den Spagat zum komfortablen Alltagsauto aber besser als frühere Generationen.

Die Sitze sind bequem, das Cockpit ist übersichtlich und die Assistenzsysteme entlasten auf längeren Strecken. Bei konstantem Autobahntempo arbeitet der Dieselmotor unaufdringlich im Hintergrund. Vier Personen können mit viel Gepäck reisen, ohne dass der Hilux seine eigentliche Aufgabe als Arbeitstier vergessen muss.

Im Invincible-Testwagen sorgte zusätzlich ein JBL-Soundsystem für eine überraschend kräftige und klare Musikwiedergabe. Höhen und Mitten wurden sauber dargestellt, während der Tieftonbereich für ein Nutzfahrzeug erstaunlich satt ausfiel.

Mit einem SUV sollte der Hilux trotzdem nicht verwechselt werden. Die Blattfedern, die Starrachse und der Leiterrahmen setzen beim Federungskomfort klare Grenzen. Wer das akzeptiert, erhält ein durchaus langstreckentaugliches Fahrzeug. Wer dagegen den Komfort einer großen Luxuslimousine erwartet, sitzt im falschen Auto.

Was kostet der Toyota Hilux Mild-Hybrid?

Der neue Toyota Hilux Mild-Hybrid startet in Deutschland aktuell bei 53.490,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer, jedoch zuzüglich Überführungskosten. Je nach Ausstattung, Aufbau und Zubehör kann der Preis deutlich steigen.

Das klingt zunächst nach viel Geld. Der Hilux muss jedoch anders bewertet werden als ein klassischer Familien-SUV. Seine Anhängelast, Nutzlast, Geländefähigkeit und robuste Rahmenkonstruktion machen ihn zu einem spezialisierten Arbeitsgerät. Für gewerbliche Nutzer kann entscheidend sein, dass ein Fahrzeug sowohl den täglichen Arbeitseinsatz als auch längere Anfahrten und private Fahrten abdecken kann.

Für wen ist der Toyota Hilux Mild-Hybrid die richtige Wahl?

Der Toyota Hilux Mild-Hybrid richtet sich vor allem an Kunden, die regelmäßig schwere Lasten transportieren oder Anhänger mit bis zu 3,5 Tonnen ziehen müssen. Auch für Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Baugewerbe, Handwerksbetriebe oder Einsatzgebiete mit schlechten Straßen bleibt der Dieselmotor die praktischere Lösung.

Seine Vorteile liegen in der hohen Reichweite, kurzen Tankstopps und der uneingeschränkten Anhängelast. Das 48-Volt-System verbessert dabei vor allem das Ansprechverhalten, den Start-Stopp-Komfort und die Effizienz in Situationen, in denen der Dieselmotor besonders stark belastet wird.

Wer den Hilux dagegen überwiegend im Nahbereich bewegt, täglich laden kann und selten schwere Anhänger zieht, sollte sich auch die vollelektrische Variante ansehen. Der Hilux BEV bietet eine kombinierte WLTP-Reichweite von 255 bis 257 Kilometern, ist deutlich leiser und reagiert durch seine Elektromotoren spontaner. Seine Anhänge- und Nutzlast liegen jedoch klar unter den Werten des Mild-Hybrid.

Bringen wir es auf den Punkt?

Der neue Toyota Hilux Mild-Hybrid ist kein elektrisches Feigenblatt, aber auch keine Revolution des Pick-up-Antriebs. Das 48-Volt-System macht aus dem Diesel keinen Elektro-Hilux und sorgt nicht plötzlich für einen dramatisch niedrigeren Verbrauch.

Es verbessert jedoch genau jene Bereiche, die im Arbeitsalltag auffallen. Der Motor startet sanfter, das Anfahren wirkt harmonischer und der Generator kann den Dieselmotor in belastungsintensiven Situationen unterstützen. Gleichzeitig bleiben die entscheidenden Fähigkeiten erhalten: mehr als eine Tonne Nutzlast, 3,5 Tonnen Anhängelast, 700 Millimeter Wattiefe und ein ernst zu nehmender Allradantrieb.

Positiv fallen das moderne Design, das deutlich aufgewertete Cockpit, die gute Rundumsicht und die umfangreichen Assistenzsysteme auf. Auch der Reisekomfort ist für einen Pick-up erstaunlich ordentlich.

Kritik verdienen die teilweise einfachen Kunststoffe, ungedämmte Ablagefächer und die fehlende Sitzhöhenverstellung in der Basisausstattung. Unter hoher Last könnte der Dieselmotor außerdem etwas mehr Leistung vertragen. Die 204 PS reichen aus, wirken angesichts des Fahrzeuggewichts aber nicht überdimensioniert.

Am Ende bleibt der Toyota Hilux Mild-Hybrid genau das, was er sein soll: ein robuster Lastenträger, der moderner, digitaler und etwas komfortabler geworden ist. Wer einen schnellen Lifestyle-Pick-up sucht, dürfte andere Prioritäten setzen. Wer dagegen arbeiten, ziehen, transportieren und auch abseits befestigter Straßen zuverlässig ans Ziel kommen möchte, findet hier weiterhin einen der konsequentesten Pick-ups auf dem europäischen Markt.

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