Es gibt Fahrzeuge, bei denen schon der erste Blick hängen bleibt. Und genau so ein Fall ist dieser neue RAV4. Denn Toyota hat seinem Bestseller nicht einfach nur ein Facelift verpasst, sondern das Auto sichtbar und spürbar weiterentwickelt. Optisch wirkt das SUV moderner, erwachsener und klarer gezeichnet. Technisch wird es aber erst richtig spannend. Denn mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 137 Kilometern nach WLTP, einer 22,7 kWh großen Batterie, bis zu 309 PS Systemleistung und optionaler DC Schnellladefunktion ist das hier plötzlich ein Plug in Hybrid, bei dem man nicht sofort die Augen verdrehen muss.
Gerade aus elektrischer Sicht ist das ein Ansatz, der neugierig macht. Denn viele Plug in Hybride kranken noch immer am gleichen Problem. Zu kleiner Akku, zu kurze elektrische Reichweite, zu viel Verbrenner im Alltag. Beim neuen Toyota RAV4 ist die Ausgangslage eine andere. Und deshalb lohnt sich dieser klassische Rundgang mit Review und Fahrbericht ganz besonders.
Was zeigt der neue Toyota RAV4 schon außen?
Toyota bleibt beim Format seinem Erfolgsmodell treu, aber beim Auftritt ist der neue RAV4 deutlich selbstbewusster geworden. Vorn fällt sofort die neu gezeichnete Frontpartie auf. Das LED Tagfahrlicht ist markant ins Gesicht integriert, die LED Scheinwerfer wirken scharf gezeichnet und sind je nach Ausstattung sogar adaptiv erhältlich. Dazu kommt ein sauber eingebundener Kühlergrill und eine Front, die nicht geschniegelt wirkt, sondern tatsächlich stimmig.
Besonders gut steht dem Testwagen die Außenfarbe in Grau Gold Metallic. In Kombination mit den schwarz glänzenden Akzenten ergibt das ein erstaunlich elegantes Gesamtbild. Gerade in der Sonne rund um Malaga wirkt das Auto fast schon nobler, als man es von einem RAV4 vielleicht erwartet hätte. Toyota hat es außerdem geschafft, die schwarzen Elemente nicht plump einfach irgendwo unten an die Karosserie zu tackern, sondern sie gestalterisch vernünftig einzubinden. Das hilft der Linie enorm.
Mit 4,60 Metern Länge, 1,855 Metern Breite ohne Außenspiegel, 1,68 Metern Höhe und einem Radstand von 2,69 Metern bleibt der neue RAV4 klar im D-SUV-Segment verankert. Das passt. Das Auto ist groß genug für Familie, Gepäck und Langstrecke, aber noch nicht so ausufernd, dass man im Alltag ständig das Gefühl hat, einen Lieferwagen zu bewegen. Fünf Türen inklusive Heckklappe gehören selbstverständlich dazu.
Interessant wird es auch beim Blick zur Seite. In der getesteten Style Variante rollt der Wagen auf 20 Zoll Rädern. Das sieht mit den schwarz glänzenden Felgenflächen ausgesprochen passend aus. Hinten zeigt sich der RAV4 ebenfalls gelungen. Die LED-Heckleuchten sind sauber in die zweifarbige Heckgestaltung eingebunden. Dazu kommt ein schöner Heckkantenspoiler. Nur eine Sache stört. Der Heckwischer hätte sehr gut in diesen Spoiler integriert werden können. So würde die Heckansicht ruhiger und eleganter wirken. Stattdessen sitzt er klassisch dort, wo er eben meistens sitzt. Auch die große Haifischflosse auf dem Dach ist so ein Detail, das man heute nicht mehr unbedingt so dominant bräuchte. Viele Hersteller integrieren die Technik inzwischen deutlich unauffälliger.
2026 Toyota RAV4 PHEV Test Video
Welche technischen Daten bringt der neue Plug in Hybrid mit?
Unter dem Blech wird der neue Toyota RAV4 Plug in Hybrid richtig interessant. Toyota bietet den RAV4 grundsätzlich als Vollhybrid und als Plug in Hybrid an, jeweils mit Frontantrieb oder Allradantrieb. Beim Plug in Hybrid stehen zwei Leistungsstufen im Raum. Die frontgetriebene Variante kommt auf 272 PS, die Allradversion auf bis zu 309 PS.
Im Kern arbeitet hier ein 2,5 Liter Benziner mit vier Zylindern zusammen mit einem deutlich weiterentwickelten elektrischen System. Der Verbrenner leistet 105 kW beziehungsweise 143 PS. An der Vorderachse sitzt ein Elektromotor mit 151 kW beziehungsweise 206 PS. In der Allradversion kommt an der Hinterachse ein weiterer Elektromotor mit 40 kW beziehungsweise 54 PS hinzu. Die Drehmomentangaben lesen sich ebenfalls ordentlich. Der Benziner bringt 227 Newtonmeter, der vordere Elektromotor 272 Newtonmeter und der hintere Elektromotor 122 Newtonmeter.
Der Clou ist aber die Batterie. Die Lithium Ionen Batterie kommt auf 22,7 kWh Kapazität. Für einen Plug in Hybrid ist das richtig üppig. Toyota spricht von einer um etwa acht Prozent gesteigerten Leistungsfähigkeit der Batterie gegenüber dem Vorgänger. Genau das macht den Wagen so spannend, weil hier eben nicht nur symbolisch elektrifiziert wurde. Das ist ein Akkupaket, das fast schon in die Liga mancher kleiner Elektroautos hineinragt.
Die elektrische Reichweite liegt je nach Variante bei bis zu 137 Kilometern im WLTP Zyklus. Innerorts sollen sogar bis zu 212 Kilometer möglich sein. Geladen wird serienmäßig mit bis zu 11 kW AC dreiphasig. Das ist so, wie es sein sollte. Ab der Style Variante ist außerdem optional beziehungsweise je nach Ausstattung auch ein DC Ladeanschluss mit bis zu 50 kW erhältlich. Toyota nennt für den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent rund 30 Minuten. Für einen Plug in Hybrid ist das alles andere als selbstverständlich und auf längeren Strecken tatsächlich nützlich. Wer auf Urlaubsfahrt eine Pause für Kaffee, Hund, E Mails oder Powernap macht, kann hier nebenbei nennenswert Energie nachladen.
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei allen Varianten bei 180 km/h. Die Allradversion mit 309 PS sprintet in 5,8 Sekunden auf 100 km/h. Im Test lagen die gemessenen Werte mit Verbrennerunterstützung bei 6,52 Sekunden. Das ist nicht punktgenau die Werksangabe, aber auf einer nicht idealen, leicht holprigen spanischen Straße immer noch ein sehr ordentlicher Wert. Rein elektrisch fiel der gleiche Sprint mit 9,68 Sekunden deutlich gemächlicher aus, was wenig überrascht.
Wie effizient ist der neue Toyota RAV4 wirklich?
Der kombinierte Normverbrauch des Plug in Hybrid liegt laut Toyota bei etwa 1,3 bis 1,8 Litern pro 100 Kilometer plus rund 12 bis 13,5 kWh Strom. Die CO2 Emissionen werden mit 30 bis 40 Gramm pro Kilometer angegeben. Fährt man mit leerer Batterie weiter, soll sich der Verbrauch im Hybridbetrieb bei etwa 5,2 bis 5,8 Litern einpendeln. Der klassische Vollhybrid kommt je nach Variante auf 4,9 bis 5,7 Liter und 112 bis 129 Gramm CO2 pro Kilometer.
Spannender als die Laborwerte ist aber das, was im ersten Fahrbetrieb herauskam. Und da hinterlässt der neue Toyota RAV4 Plug in Hybrid einen erstaunlich guten Eindruck. Im Test ging es bei 17 Grad in Südspanien viel über Landstraßen und nur wenig durch die Stadt. Trotz dieses Profils lag der rein elektrische Verbrauch am Ende bei 14,7 bis 14,8 kWh pro 100 Kilometer. Das sind Werte, die man eher von gut gemachten Elektroautos kennt als von einem fast 4,60 Meter langen Plug in Hybrid SUV. Genau hier wird klar, dass Toyota die elektrische Seite dieses Antriebs ernst genommen hat.
2026 Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid Fotos
















Wie sieht es mit der Reichweite aus?
In Verbindung mit dem 55 Liter Tank und der großen Batterie stand am Ende eine hochgerechnete Gesamtreichweite von 1035 Kilometern im Raum. Natürlich hängt das am Ende immer am individuellen Profil. Aber die bloße Tatsache, dass ein Fahrzeug dieser Klasse realistisch auf rund 1000 Kilometer Gesamtreichweite kommen kann und dabei im Alltag sehr oft rein elektrisch bewegt werden kann, macht den RAV4 plötzlich zu einem erstaunlich plausiblen Langstreckenbegleiter.
Was steckt technisch unter der Karosserie?
Basis für den neuen RAV4 ist eine weiterentwickelte TNGA K Plattform. Toyota hat die Karosseriesteifigkeit um rund zehn Prozent erhöht. Die Aufhängungspunkte wurden vorne um 31 Prozent und hinten um 27 Prozent versteift. Dazu kommt ein neues elektronisch gesteuertes Bremssystem, das kürzere Bremswege und ein natürlicheres Pedalgefühl ermöglichen soll. Die Bodenfreiheit liegt weiterhin zwischen 18,6 und 18,7 Zentimetern.
Beim Allradantrieb setzt Toyota auf ein System mit separatem Elektromotor an der Hinterachse. Das ist eine interessante Lösung, weil sie im elektrischen Fahrbetrieb für ein besonders sanftes, sehr direktes und völlig schaltfreies Gefühl sorgt. Genau das fällt im Fahrbetrieb positiv auf. Keine Gangwechsel, keine störenden Übergänge, kein nervöses Hin und Her. Stattdessen gleitet der RAV4 im EV Modus angenehm smooth dahin. Toyota löst das hier klar anders als frühere Plug in Hybride, bei denen der Elektromotor oft irgendwie im Antriebsstrang mitlief. Das hier fühlt sich im besten Sinne moderner an.
Was zeigt der Blick unter die Haube?
Unter der vorderen Haube findet sich kein Frunk, was bei einem Plug in Hybrid nicht ungewöhnlich ist, aber dennoch schade bleibt. Gerade Ladekabel würden hier vorne separat gut aufgehoben sein. Stattdessen zeigt der Blick in den Motorraum einen ordentlich aufgeräumten Aufbau mit sauber integrierter Technik, klar zugänglichen Flüssigkeitsbehältern und gedämmter Motorhaube.
Was Toyota allerdings weiterhin nicht spendiert, sind Haubenlifter. Stattdessen gibt es das gute alte Stäbchen ins Glück. Das funktioniert, keine Frage, aber ein Fahrzeug dieser Klasse dürfte inzwischen auch an dieser Stelle etwas mehr Komfort mitbringen. Positiv fällt dafür auf, dass die Haube beim Zuschlagen einen satten Eindruck hinterlässt. Der klassische Satt oder Sättchen Test fällt hier also positiv aus.
Wie praktisch ist der Kofferraum?
Noch wichtiger als der fehlende Frunk ist bei einem Familien SUV ohnehin der eigentliche Kofferraum. Und der neue Toyota RAV4 liefert hier ordentliche Werte. Im Plug in Hybrid stehen 446 Liter Stauvolumen zur Verfügung. Klappt man die Rückbank um, wächst das Volumen auf bis zu 1609 Liter. Beim Vollhybrid sind es sogar 514 bis 1706 Liter.
Die Heckklappe öffnet in der Style Variante elektrisch und schließt auch wieder schön smooth und leise mit Soft Close. Das macht einen wertigen Eindruck. Der Ladeboden ist mit Teppich bezogen, darunter gibt es zusätzlichen Stauraum für Ladekabel, Notrad und Bordwerkzeug. Dazu kommen eine 12 Volt Steckdose, Licht, Verzurrösen und seitliche Fächer. Die Öffnung ist groß genug, um auch sperrigere Gegenstände ordentlich hineinzuheben.
Ganz kritikfrei bleibt der Laderaum trotzdem nicht. Die Hutablage ist nicht schienengeführt und hängt deshalb etwas beliebig im Raum. Die Seitenverkleidungen hätten gerne stärker mit Filz oder Teppich ausgekleidet sein dürfen, denn selbst am Pressefahrzeug waren dort bereits kleine Mikrokratzer sichtbar. Außerdem fehlt eine Durchreiche in der Rückbank. Toyota setzt auf die klassische 60 zu 40 Teilung. Eine 40 zu 20 zu 40 Lösung wäre für Ski oder längere Gegenstände klar praktischer gewesen. Auch ein sinnvoll platzierter Einkaufshaken fehlt. Es sind Kleinigkeiten, aber genau diese Kleinigkeiten unterscheiden gute von sehr guten Kofferräumen.
Wie alltagstauglich ist der neue RAV4 bei Anhängelast, Dachlast und Nutzwert?
Bei den Nutzwertthemen bleibt der Toyota RAV4 erfreulich bodenständig. Auf der Dachreling dürfen bis zu 80 Kilogramm dynamische Dachlast transportiert werden. Optional ist eine Anhängerkupplung erhältlich. Die frontgetriebene Variante darf 800 Kilogramm gebremst ziehen, die Allradversion sogar bis zu 2000 Kilogramm bei zwölf Prozent Steigung. Die Stützlast liegt beim Fronttriebler bei 80 Kilogramm, beim Allradler bei über 100 Kilogramm. Das ist ein wichtiger Punkt, gerade für alle, die Fahrradträger mit schweren E-Bikes oder Pedelecs nutzen wollen.
Wie modern ist der Innenraum geworden?
Toyota hat den Innenraum des neuen RAV4 nicht einfach nur aufgehübscht, sondern grundsätzlich neu sortiert. Das Cockpit wirkt digitaler, moderner und gleichzeitig angenehm logisch. Das große Fahrerinformationsdisplay sitzt etwas tiefer, ist grafisch sauber aufbereitet und erlaubt es, zentrale Informationen oder auch Navigation direkt im Blickfeld anzuzeigen. Ein optionales Head up Display ist ebenfalls verfügbar, im Testwagen allerdings nicht verbaut. Gerade wer häufig Langstrecke fährt, weiß inzwischen, wie angenehm so ein System ist, weil es den Blick weniger von der Straße wegzieht.
Davor sitzt ein in Höhe und Tiefe verstellbares Lenkrad, sauber mit Leder bezogen, mit klassischem Drei Speichen Design und haptischen Tasten für Infotainment und Assistenzsysteme. Das ist vielleicht nicht avantgardistisch, aber sehr vernünftig. Toyota bleibt hier konservativ, und das ist aus Benutzersicht kein Nachteil. Gleiches gilt für die vier klassischen Fensterheber und die physische Spiegelverstellung. Nicht jedes Detail muss ins Touchmenü wandern, nur weil es technisch möglich wäre.
Highlight des Innenraums ist das neue Infotainment. Nicht allein wegen der 12,9 Zoll Größe, sondern wegen der Software. Toyota hat die Plattform hausintern entwickelt, greift aber dort auf Spezialisten zurück, wo Spezialisten Sinn ergeben. Bei der Navigation etwa kommen TomTom und Google Maps als Know how Träger mit ins Spiel. Genau diese Mischung funktioniert im Ergebnis ausgesprochen gut. Das System reagiert schnell, ist logisch aufgebaut und über eine Home Taste jederzeit sauber erreichbar. Over the Air Updates sind vorgesehen, ebenso die Erweiterung um zusätzliche Funktionen wie Musikstreaming. Apple CarPlay und Android Auto sind natürlich an Bord, ebenso eine verbesserte App Anbindung.
Wie gut ist die Bedienung im Alltag?
Erfreulich ist, dass Toyota trotz aller Digitalisierung nicht dem Touchwahn verfallen ist. Unterhalb des Displays gibt es weiterhin haptische Ebenen, mit denen sich Temperatur und zentrale Klimafunktionen schnell verstellen lassen. Ein echtes Drehrad für Lautstärke ist ebenfalls vorhanden und genau das ist im Alltag Gold wert. Schnell drehen, ohne hinsehen zu müssen, weiterfahren. So einfach kann gute Bedienung sein.
Dazu kommen Drive Modes mit Normal, Eco, Sport und einem benutzerdefinierten Modus. Außerdem lässt sich wählen, ob rein elektrisch, hybridisch oder automatisch gefahren werden soll. Wer mehr Traktion braucht, kann je nach Einsatz Snow, Normal oder Trail aktivieren. Auch eine Downhill Funktion ist vorhanden. Dazu kommen induktive Ladefläche, USB-C Anschlüsse mit 15 Watt, Direktzugriff auf die Kamerasysteme, ESP Deaktivierung, elektronische Parkbremse und Autohold.
Eine kleine Kritik bleibt. Toyota bietet nur eine induktive Ladefläche, obwohl das Layout optisch durchaus Platz für eine zweite Lösung hätte. Gerade in einem Familien oder Reisefahrzeug wäre das praktisch.
Wie hochwertig ist der Materialmix?
Im Detail ergibt sich ein typisches Bild moderner Großserienfahrzeuge. Es gibt viele ordentlich gemachte Flächen, aber eben nicht überall Luxus. Die Türverkleidungen vorne gefallen mit weich unterschäumtem Kunststoff oben, mittelgrauem Kunstleder und sauber gepolsterter Armauflage. Unten sitzt harter, aber ordentlich gemaserter Kunststoff. Ein wenig Filz oder Gummi in den Ablagefächern hätte aber geholfen, Klappern und Kratzen zu reduzieren.
Auch der Armaturenträger zeigt Licht und Schatten. Oben dominiert harter Kunststoff, der durch eine matt gehaltene Blende optisch aufgewertet wird. Dazwischen gibt es Kunstlederapplikationen und ein ordentlich großes Handschuhfach, das allerdings nicht mit Filz ausgekleidet ist. Das ist alles nicht schlimm, aber eben auch nicht über jede Kritik erhaben. Der Türeinstieg aus hartem Kunststoff könnte im Alltag ebenfalls schneller Gebrauchsspuren sammeln.
Positiv fällt auf, dass Toyota die Gestaltung im Fond konsequent weiterführt. Das Design und der Materialmix der hinteren Türen entsprechen weitgehend dem vorderen Bereich. Genau diese Liebe zur Konsistenz wirkt hochwertiger, als wenn hinten plötzlich alles sichtbar billiger würde.
Wie sitzen Fahrer und Beifahrer im neuen Toyota RAV4?
Die Vordersitze gehören zu den positiven Überraschungen dieses Fahrzeugs. In der Style Variante kombiniert Toyota Mikrofaserstoff mit Kunstleder, dazu kommen blaue Nähte und eine schöne Perforierung. Sitzheizung, Sitzbelüftung und Lenkradheizung sind im Testwagen an Bord. Der Seitenhalt ist gut, die Schulterpartie stützt ordentlich, die Oberschenkelauflage passt und die Sitze sind insgesamt so abgestimmt, dass sie sowohl auf langer Strecke als auch auf kurviger Landstraße angenehm bleiben.
Selbst der Beifahrersitz ist höhenverstellbar, was bei asiatischen Herstellern keineswegs immer selbstverständlich ist. Das zeigt, dass Toyota hier tatsächlich mitgedacht hat. Steffens subjektiver Eindruck vom Beifahrersitz fällt entsprechend positiv aus. Gute elektrische Verstellbarkeit, angenehme Polsterung, ordentlicher Seitenhalt und auch auf längeren Etappen kein Grund zur Klage.
Dazu kommen ein schwarzer Dachhimmel, gut gemachte Sonnenblenden, ein großes Panorama Glasschiebedach mit vollständiger Verdunklungsmöglichkeit und eine Mittelarmlehne, die sich nach Fahrer oder Beifahrer hin öffnen lässt. Das sind keine weltbewegenden Innovationen, aber clevere Details, die im Alltag angenehm auffallen.
Wie viel Platz gibt es im Fond?
Der Einstieg in den Fond gelingt bequem. Mit 1,85 Metern Körpergröße bleibt ordentlich Kopffreiheit, etwa eine gute Faust Luft zum Dachhimmel, und auch vor den Knien bleibt noch Platz. Die Füße lassen sich sauber unter die Vordersitze schieben. Dazu gibt es hinten zwei USB-C Anschlüsse mit jeweils 15 Watt, Luftausströmer und eine ordentlich gepolsterte Mittelarmlehne mit zwei Becherhaltern.
Die Rückbank übernimmt den Materialmix der Vordersitze, was den Innenraum homogener wirken lässt. Für Familien wichtig sind die ISOFIX Befestigungen auf den äußeren Sitzen. Etwas weniger gelungen ist der kleine Kardantunnel beziehungsweise Buckel im Fondboden. Für die fünfte Person in der Mitte ist das nicht ideal, zumal man bei einem elektrifizierten Allradsystem mit separatem Hinterachsmotor fast auf einen völlig flachen Boden gehofft hätte. Aber im Alltag bleibt das Fondangebot insgesamt absolut familientauglich.
Was bietet der GR Sport zusätzlich?
Wer es optisch schärfer mag, kann den Toyota RAV4 Plug in Hybrid auch als GR Sport konfigurieren. Technisch bleibt die Leistung identisch, aber optisch legt Toyota hier sichtbar nach. Andere Frontschürze, veränderter Kühlergrill, geänderter Heckdiffusor, spezielle Felgen mit schwarz glänzenden und silbernen Flächen, rote Bremssättel und entsprechende GR Sport Kennzeichnungen geben dem Auto mehr Präsenz.
Innen setzt sich das fort mit speziellen Sitzen samt GR Stickerei, Mikrofaser und Lederoptik, roten Nähten, Alupedalerie und einem sportlicher akzentuierten Lenkrad. Gerade in der Kombination mit dem dunkleren Rotmetallic wirkt der GR Sport tatsächlich ziemlich sexy. Wer den RAV4 nicht nur vernünftig, sondern auch ein wenig extrovertierter im Carport stehen haben will, bekommt hier eine passende Alternative.
Wie fährt sich der neue Toyota RAV4 Plug in Hybrid?
Jetzt wird es spannend. Denn gute Datenblätter gibt es viele. Aber wie fühlt sich das Auto tatsächlich an? Die klare Antwort nach den ersten Kilometern lautet: überraschend rund. Der neue Toyota RAV4 fährt sich straff komfortabel. Das Fahrwerk gibt genug Rückmeldung, ohne ungehobelt zu wirken. Schlaglöcher, Bodenwellen oder die typischen spanischen Poller werden nicht unangenehm ins Kreuz weitergereicht. Gleichzeitig fühlt sich das Auto stabil und erwachsen an.
Im Alltag fährt der RAV4 elektrisch besonders angenehm. Die beiden Elektromotoren der Allradversion sorgen für ein sehr harmonisches Fahrerlebnis. Kein Schalten, kein Zerren, keine nervöse Übergangslogik. Stattdessen gleitet das Auto leise und gleichmäßig dahin. Genau das macht diesen Plug in Hybrid so sympathisch. Er fährt sich im EV Betrieb viel stärker wie ein Elektroauto als viele andere Teilzeitstromer.
Wenn Leistung gefordert wird, ist sie da. Der Antritt ist kräftig, die 309 PS der Allradversion sorgen für ordentlich Vortrieb. Gerade aus dem Stand schiebt der RAV4 kräftig an. Der Unterschied zwischen rein elektrischem Sprint und Beschleunigung mit Verbrennerunterstützung ist deutlich spürbar, aber in beiden Fällen wirkt das Fahrzeug nie angestrengt.
Wie gut sind Assistenzsysteme und Kameras?
Die Assistenzsysteme machen im ersten Test einen guten Eindruck. Der Lenkassistent und der Spurhalteassistent halten das Fahrzeug schön in der Mitte der Fahrspur. Gerade auf der Landstraße und bei konstantem Tempo wirkt das angenehm smooth und leichtgängig. Die Verkehrszeichenerkennung arbeitet differenziert, erkennt auch abzweigende Spuren und ordnet Tempolimits meist sauber zu. Das ist wichtig, weil viele Systeme hier im Alltag schnell Fehler machen.
Ganz perfekt ist es trotzdem nicht. In einzelnen Situationen wurden Geschwindigkeitsbeschränkungen von Ausfahrten kurzzeitig doch übernommen. Auch der Spurwechselassistent war sichtbar vorhanden, aber nicht immer unmittelbar verfügbar. Das ist kein Drama, zeigt aber, dass auch ein modernes Assistenzsystem weiterhin Nuancen hat.
Sehr gelungen ist dagegen das Kamerasystem. Beim Einparken helfen die Hilfslinien zuverlässig, dazu kommen Frontkamera, eine Art Top View, 180 Grad Perspektive und ein 3D Eindruck, der beim Rangieren tatsächlich nützlich ist. Für ein Fahrzeug dieser Klasse ist das System ordentlich aufgestellt.
Wie leise ist der neue RAV4 auf der Straße?
Die Geräuschmessung liefert für den ersten Fahreindruck erfreulich gute Werte. Bei 50 km/h wurden 60 bis 61 dB gemessen, bei 70 km/h 61 bis 62 dB und bei 100 km/h 64 bis 65 dB. Das ist für ein SUV dieses Formats wirklich ordentlich. Natürlich half dabei, dass im Messmoment rein elektrisch gefahren wurde und der Verbrenner außen vor blieb. Trotzdem bleibt der subjektive Eindruck bestehen. Der neue RAV4 ist gut gedämmt, angenehm leise und profitiert hörbar von der Doppelverglasung an den vorderen Scheiben.
Dazu kommen die großen Fensterflächen und die gute Rundumsicht, die das Reisen entspannter machen. Man sitzt nicht in einem bunkerartigen Designobjekt, sondern in einem Auto, das nach draußen noch Sicht zulässt. Auch das ist im Alltag mehr wert, als manche Hersteller derzeit offenbar glauben.
Was sagt das Popometer auf der Langstrecke?
Steffens Popometer fällt positiv aus. Die Sitze werden als sehr bequem beschrieben, mit guter elektrischer Verstellbarkeit, Sitzheizung, Sitzbelüftung und ordentlichem Seitenhalt. Auch fahrwerkstechnisch passt der Eindruck. Der RAV4 bleibt angenehm, ohne zu schwammig zu wirken, und steckt Fahrbahnunebenheiten souverän weg. Gerade für ein D-SUV macht das Auto damit auf längerer Strecke einen durchdachten Eindruck. Langstrecke sollte hier wirklich kein Problem sein.
Und genau das ist vielleicht einer der entscheidenden Punkte. Man merkt diesem Auto an, dass Toyota weiß, wie ein globales Volumenmodell funktionieren muss. Der RAV4 will nicht exzentrisch sein. Er will im Alltag funktionieren, auf Reise funktionieren, in der Familie funktionieren und dabei nicht unnötig nerven. Genau das kann er ziemlich gut.
Was bleibt vom neuen Toyota RAV4 am Ende hängen?
Der neue Toyota RAV4 Plug in Hybrid ist eines dieser Autos, bei denen man nach dem ersten Kontakt feststellt, dass hier mehr passiert ist als nur Modellpflege nach Schema F. Von außen ist der Wagen deutlich moderner und attraktiver geworden. Innen wirkt er digitaler, sauberer durchdacht und in vielen Bereichen endlich auf Höhe der Zeit.
Das neue Infotainment gehört zu den großen Fortschritten. Die Zusammenarbeit mit Spezialisten wie TomTom und Google Maps wirkt hier nicht wie ein Makel, sondern wie eine vernünftige Entscheidung.
Vor allem aber überzeugt der Antrieb. Die 22,7 kWh große Batterie, die elektrische Reichweite von bis zu 137 Kilometern, die Möglichkeit zum 11 kW AC Laden und sogar zum 50 kW DC Laden, dazu der sehr niedrige elektrische Verbrauch im Test und die spürbar geschmeidige Antriebsauslegung machen diesen Plug in Hybrid deutlich interessanter als viele Konkurrenzmodelle.
Perfekt ist der Toyota RAV4 deshalb noch nicht. Ein Frunk fehlt, einige Kunststoffflächen dürften im Alltag schneller altern, im Kofferraum wären etwas mehr Filz, eine Durchreiche und ein clevereres Variabilitätskonzept schön gewesen. Auch kleine Dinge wie der sichtbare Heckwischer oder die große Haifischflosse sind Details, über die man streiten kann.
Aber unterm Strich steht hier ein Auto, das erstaunlich viel richtig macht. Ein Plug in Hybrid, der elektrisch wirklich ernst genommen werden kann. Ein SUV, das Komfort, Nutzwert und moderne Technik überzeugend miteinander verbindet. Und ein RAV4, der nicht versucht, irgendetwas zu sein, was er nicht ist. Stattdessen liefert er das, was viele suchen, nur eben in deutlich besser als bisher.
Der erste Eindruck fällt deshalb klar positiv aus. Und ja, die Entscheidung zwischen Grau Gold Metallic und dem feuerroten GR Sport dürfte am Ende tatsächlich schwieriger werden als die Frage, ob Toyota hier einen guten Job gemacht hat. Denn die kann man nach diesem ersten Test ziemlich eindeutig beantworten. Ja, hat Toyota. Und zwar ziemlich ordentlich.



















