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VW ID. Tiguan: Aus ID.4 und ID.5 wird Anfang 2027 der elektrische Tiguan

ID. Tiguan

Volkswagen macht mit seiner neuen Namensstrategie ernst. Nach dem ID. Polo und dem ID. Cross bekommt nun auch der nächste elektrische SUV einen Namen, mit dem die meisten Autofahrer bereits etwas anfangen können. Anfang 2027 kommt der neue VW ID. Tiguan auf den Markt und übernimmt damit die Rolle des bisherigen ID.4 und ID.5. Die beiden elektrischen SUV werden künftig also unter einem der bekanntesten Modellnamen des Volkswagen-Konzerns zusammengeführt. Damit verabschiedet sich Volkswagen zumindest bei diesen Modellen von der bisherigen reinen Zahlenlogik seiner ID. Familie und setzt stattdessen auf etablierte Produktnamen. Der Tiguan bleibt uns allerdings auch mit Verbrennungsmotor erhalten. Volkswagen wird den vollelektrischen ID. Tiguan parallel zum weiterhin angebotenen Tiguan mit Benzin-, Diesel- und Plug-in-Hybridantrieben verkaufen. Zwei unterschiedliche Antriebskonzepte, ein vertrauter Name und eine Modellfamilie, die für Volkswagen eine ausgesprochen wichtige Rolle spielt.

Warum heißt der neue VW ID. Tiguan nicht mehr ID.4 oder ID.5?

Zugegeben, besonders emotional waren die bisherigen Modellbezeichnungen der elektrischen Volkswagen nicht unbedingt. ID.4 und ID.5 lassen zwar erkennen, dass beide Fahrzeuge zur elektrischen ID. Familie gehören, über den Charakter oder die Positionierung des jeweiligen Modells verraten die Zahlen allerdings wenig. Mit dem ID. Tiguan verfolgt Volkswagen deshalb eine andere Strategie. Etablierte Modellnamen sollen künftig auch die elektrischen Fahrzeuge prägen und gleichzeitig eine bessere Orientierung innerhalb des Modellprogramms ermöglichen. Nach ID. Polo und ID. Cross ist der ID. Tiguan bereits das dritte angekündigte Modell, bei dem Volkswagen diese Strategie umsetzt. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Wer den Namen Tiguan hört, verbindet damit bereits ein bestimmtes Fahrzeugkonzept. Genau dieses über Jahre aufgebaute Markenimage möchte Volkswagen nun auf die Elektromobilität übertragen.

Dass sich Volkswagen ausgerechnet für den Tiguan entschieden hat, dürfte dabei kein Zufall sein. Mehr als 8,3 Millionen produzierte Exemplare machen den Namen zu einer der wichtigsten Produktmarken des Unternehmens. Der Tiguan ist aktuell sogar das weltweit meistverkaufte Modell sowohl der Marke Volkswagen als auch des gesamten Volkswagen-Konzerns. Allein im vergangenen Jahr wurden vom Tiguan und seinem Schwestermodell Tayron zusammen deutlich mehr als eine Million Fahrzeuge ausgeliefert. Es geht hier also um wesentlich mehr als die Umbenennung eines Elektroautos. Volkswagen überträgt einen seiner wichtigsten Modellnamen auf ein vollelektrisches Fahrzeug und möchte damit das Vertrauen, das der konventionell angetriebene Tiguan über viele Jahre aufgebaut hat, auch für seine elektrische Modellpalette nutzen.

VW ID. Tiguan Testfahrt (Covered Drive)

Was können wir vom neuen VW ID. Tiguan erwarten?

Volkswagen verspricht für den neuen ID. Tiguan eine vollständig neue Gestaltung. Der elektrische SUV soll optisch sogar wie ein Fahrzeug der nächsthöheren Klasse wirken. Damit möchte der Hersteller offenbar nicht nur die Bezeichnung ändern, sondern auch den wahrgenommenen Fahrzeugcharakter weiterentwickeln. Laut Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen, orientiert sich das vollelektrische Modell an den Stärken des bisherigen Bestsellers. Dazu zählen ein hochwertiges Design, ein großzügiges Raumangebot, eine intuitive Bedienung und innovative Technologien. Volkswagen bezeichnet diese Kombination als „True Volkswagen“ und möchte damit die Eigenschaften, die den Tiguan bislang erfolgreich gemacht haben, in die elektrische Zukunft übertragen.

Wie Volkswagen diese Versprechen konkret umsetzt, werden wir schon bald erfahren. Die Weltpremiere des ID. Tiguan ist für Anfang Oktober 2026 angekündigt. Bis dahin zeigt sich das neue Modell noch mit einer Camouflage-Folierung, die das endgültige Design weitgehend verborgen hält. Konkrete Angaben zu den Abmessungen, den verfügbaren Motorisierungen, der Batteriegröße, der Ladeleistung oder der Reichweite nennt Volkswagen in der aktuellen Ankündigung noch nicht. Gerade diese technischen Daten werden allerdings interessant, schließlich übernimmt der neue ID. Tiguan gleich die Rolle zweier bisheriger Modelle.

ID. Tiguan Fotos (Erlkönige)

Welche Rolle spielen der ID.4 und der ID.5 für den neuen ID. Tiguan?

Mit dem ID.4 und dem ID.5 hat sich Volkswagen bereits eine beachtliche Position im Markt der vollelektrischen SUV aufgebaut. Seit 2021 wurden von beiden Modellen zusammen mehr als 950.000 Exemplare ausgeliefert. Damit gehören sie zu den erfolgreichsten vollelektrischen Modellbaureihen innerhalb der Volkswagen AG. Während der ID.4 als klassischer SUV positioniert ist, übernimmt der ID.5 mit seiner Schrägheckkarosserie die Rolle der etwas anders gestalteten Alternative. Künftig soll der neue ID. Tiguan beide Modelle ersetzen. Ob Volkswagen dabei unterschiedliche Karosserievarianten anbieten wird oder wie genau sich das bisherige Angebot im neuen ID. Tiguan wiederfindet, geht aus der aktuellen Ankündigung allerdings noch nicht hervor.

Fest steht dagegen, dass Volkswagen auch künftig auf unterschiedliche Antriebskonzepte setzt. Während der ID. Tiguan ausschließlich elektrisch unterwegs sein wird, bleibt der konventionelle Tiguan mit seinen Benzin-, Diesel- und Plug-in-Hybridantrieben weiterhin im Programm. Beide Modelle sollen unterschiedliche Kundenbedürfnisse bedienen und gleichzeitig von der Bekanntheit des gemeinsamen Namens profitieren. Für Volkswagen ist das durchaus ein bedeutender Schritt, schließlich treffen hier zwei erfolgreiche Modellfamilien aufeinander. Auf der einen Seite steht der weltweit meistverkaufte Volkswagen, auf der anderen stehen zwei elektrische SUV, die zusammen bereits fast die Marke von einer Million ausgelieferten Fahrzeugen erreicht haben.

Wie fährt sich der neue VW ID. Tiguan?

Wir hatten bereits vor der offiziellen Weltpremiere die Gelegenheit, den neuen VW ID. Tiguan in Wien genauer unter die Lupe zu nehmen und mit der allradgetriebenen 4Motion-Variante eine erste kurze Testrunde zu drehen. Zwar war das Fahrzeug noch weitgehend getarnt und unsere Fahrt auf rund zehn Minuten begrenzt, dennoch konnten wir einige interessante Eindrücke sammeln. Schon die äußere Erscheinung macht neugierig. Besonders die durchgehende Tagfahrlichtsignatur mit beleuchtetem VW-Logo, die großen 21-Zoll-Räder mit aerodynamischen Akzenten und die nach hinten leicht abfallende Dachlinie verleihen dem elektrischen SUV eine dynamische Erscheinung. Auch die dreidimensional gestalteten LED-Rückleuchten und der Heckkantenspoiler wissen zu gefallen.

Lediglich den Heckscheibenwischer hätten wir aus optischen Gründen lieber etwas unauffälliger untergebracht gesehen. Im Innenraum entdecken wir einige erfreuliche Veränderungen. Neben einem großen Infotainmentdisplay und einem separaten Fahrerdisplay fällt insbesondere das oben und unten abgeflachte Multifunktionslenkrad auf. Es liegt ausgesprochen gut in der Hand und verfügt erfreulicherweise wieder über haptische Tasten. Auch die Klimaanlage lässt sich teilweise über klassische Bedienelemente steuern, was die Bedienung während der Fahrt erheblich erleichtert. Besonders interessant ist außerdem die neue Navigationssoftware, die es ermöglichen soll, bevorzugte Ladeanbieter gezielt bei der Routenplanung zu berücksichtigen. Hinzu kommt der weiterentwickelte Connected Travel Assist, der auf vernetzte Verkehrsinformationen und das sogenannte Schwarmwissen anderer Fahrzeuge zurückgreifen kann. Damit sollen beispielsweise Geschwindigkeitsanpassungen an bestimmten Streckenabschnitten in das assistierte Fahren einfließen können.

Obwohl wir mit einem SUV unterwegs sind, präsentiert sich das Fahrwerk überraschend straff und vermittelt bereits auf den ersten Kilometern einen dynamischen Eindruck. Gerade in Kurven macht sich die Abstimmung positiv bemerkbar. Der elektrische Allradler lässt sich flüssig bewegen, reagiert auf Lenkbewegungen angenehm direkt und vermittelt dabei ein gutes Gefühl für die Straße. Bei etwas engagierterer Kurvenfahrt greifen die elektronischen Stabilitätssysteme frühzeitig ein und setzen der Dynamik klare Grenzen. Dass der ID. Tiguan 4Motion trotzdem ordentlich Kraftreserven besitzt, zeigt sich spätestens bei einer Beschleunigung von 50 auf 100 km/h. Hier schiebt der elektrische SUV ausgesprochen kräftig an und macht Lust auf eine ausführlichere Testfahrt. Unser erster Eindruck fällt entsprechend positiv aus, auch wenn sich nach einer derart kurzen und begleiteten Fahrt selbstverständlich noch kein abschließendes Urteil über Fahrkomfort, Verbrauch oder tatsächliche Reichweite treffen lässt. Vor allem die Kombination aus dynamischer Fahrwerksabstimmung, kräftigem Allradantrieb und den erkennbaren Verbesserungen bei der Bedienung macht neugierig. Ob Volkswagen darüber hinaus auch bei Materialqualität, Energieeffizienz und Ladeverhalten die erhofften Fortschritte erzielt hat, werden wir erst mit dem endgültig enthüllten Fahrzeug und einer ausführlichen Testfahrt beurteilen können. Eines steht für uns nach diesem ersten Kennenlernen allerdings fest: Der neue VW ID. Tiguan hat das Potenzial, deutlich mehr zu sein als ein ID.4 mit neuem Namen.

Anfang Oktober werden wir schließlich erfahren, was sich hinter der Tarnfolie des neuen ID. Tiguan verbirgt. Der Marktstart ist für Anfang 2027 vorgesehen. Dann wird sich zeigen, wie Volkswagen seine Vorstellung von einem elektrischen Tiguan tatsächlich auf die Straße bringt und welche technischen Lösungen hinter dem neuen Design stecken. Eines hat Volkswagen allerdings schon jetzt geschafft: Statt sich künftig zwischen einer vierstelligen beziehungsweise einstelligen Zahlenkombination innerhalb der ID. Familie orientieren zu müssen, reicht bei diesem elektrischen SUV ein Name, den Millionen Autofahrer bereits kennen. Tiguan. Nur eben mit ID. davor.

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