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Zeekr 7GT im Fahrbericht: Ist das der elektrische Grand Tourer, auf den viele gewartet haben?

Zeekr 7GT Test

Der Zeekr 7GT ist eines dieser Autos, bei denen der erste Blick auf das Datenblatt bereits neugierig macht. Bis zu 655 Kilometer WLTP Reichweite, 800 Volt Architektur, bis zu 475 kW beziehungsweise 646 PS, 22 kW AC Laden, bis zu 450 kW DC Ladeleistung und eine Karosserieform, die irgendwo zwischen Shooting Brake, Sport Turismo und elektrischem Gran Turismo liegt. Das klingt auf dem Papier nach einem Elektroauto, das sehr viel richtig machen könnte. Wir wissen, keiner mag mehr lange Texte, daher gibt es das hier ja auch als Video. Der Zeekr 7GT hat es nicht verdient kurz abgehandelt zu werden, denn den sollte man auf dem sprichwörtlichen Schirm haben.

Wir sind den neuen Zeekr 7GT gefahren. Wir haben ihn uns außen angeschaut, den Innenraum geprüft, den Kofferraum und den Frunk gewürdigt, das Infotainment ausprobiert, die Assistenzsysteme getestet, die Geräusche im Innenraum gemessen und natürlich auch gefühlt, wie sich 646 PS und 710 Newtonmeter Drehmoment auf der Straße anfühlen. Dabei hat uns der Zeekr 7GT in vielen Punkten wirklich beeindruckt. Aber es gab auch Momente, in denen klar wurde: Ganz fertig wirkt dieses Auto noch nicht in jeder Disziplin.

Was ist der Zeekr 7GT überhaupt?

Zeekr nennt den 7GT einen vollelektrischen Premium Grand Tourer. Das ist mehr als nur Marketing, denn die grundsätzliche Idee des Fahrzeugs ist klar: viel Reichweite, viel Leistung, schnelles Laden, hoher Komfort und dazu ein Design, das nicht nach SUV aussieht. Genau das macht ihn spannend, denn der Markt ist voll mit elektrischen Hochbeinern. Der Zeekr 7GT geht einen anderen Weg.

Die Karosserie ist flach, langgezogen und elegant. Der Wagen misst 4,82 Meter in der Länge, 1,91 Meter in der Breite ohne Außenspiegel und 1,46 Meter in der Höhe. Mit Außenspiegeln sind es 2,07 Meter.

Der Radstand liegt bei 2,90 Metern. Damit steht der Zeekr 7GT satt auf der Straße, wirkt aber nicht plump. Im Gegenteil. Die Proportionen erinnern eher an einen elektrischen Sport Turismo als an einen klassischen Kombi.

Genau diese Form ist einer der großen Reize dieses Autos. Der Zeekr 7GT will kein weiteres SUV sein. Er will ein flacher, schneller und langstreckentauglicher elektrischer Reisewagen sein. Und schon nach den ersten Metern um das Fahrzeug herum war klar: In natura wirkt er deutlich hochwertiger und eigenständiger als auf vielen Bildern.

Fotos haben wir auch gemacht

Wie wirkt das Design in der Realität?

Die Front zeigt die typische moderne Elektroauto Architektur mit weitgehend geschlossener Fläche, flacher Motorhaube und starkem Fokus auf Aerodynamik. Die Matrix LED Scheinwerfer sind schlank gezeichnet, die Front wirkt breit und sauber. Zeekr spricht bei der Gestaltung von einer Designphilosophie, bei der Technik sichtbar sein darf, aber die Form nicht stören soll. Genau das passt zum Auftritt des 7GT. Sensorik, Kameras und Luftführung sind nicht wild verteilt, sondern recht sauber integriert.

Besonders gut steht dem Fahrzeug die helle Lackierung, die je nach Licht zwischen Silber, Kreideweiß und hellem Grau changiert. In Kombination mit den schwarzen Akzenten wirkt der Zeekr 7GT hochwertig und nicht überzeichnet. Das ist wichtig, denn viele neue Elektroautos wollen optisch unbedingt auffallen. Der Zeekr 7GT wirkt dagegen modern, aber erstaunlich zeitlos.

In der Seitenansicht spielt er seine stärkste Karte aus. Die lange Dachlinie läuft fließend nach hinten, die Kabine sitzt optisch weit hinten, die Motorhaube wirkt niedrig und die Schulterlinie spannt sich sauber über die Karosserie. Das ergibt diesen Sport Turismo Eindruck, den viele mögen dürften. Man könnte ihn frech als Kombi bezeichnen, aber das trifft es nur halb. Er ist eher ein elektrischer Gran Turismo mit großer Heckklappe.

Am Heck setzt sich dieser Eindruck fort. Die durchgehende LED Lichtsignatur, der angedeutete Spoiler, die flach abfallende Heckscheibe und die klare Abrisskante geben ihm eine elegante, fast mediterrane Noblesse. Wir haben im Test spontan vom Monaco Feeling gesprochen, weil der Wagen von hinten nicht billig, nicht beliebig und nicht überdesignt wirkt. Er hat Präsenz, aber er schreit nicht.

Ein Heckscheibenwischer fehlt allerdings. Das passt zwar zur klaren Linie, kann im Alltag aber je nach Wetter und Verschmutzung nerven. Das ist ein typischer Fall von schön für das Design, aber nicht automatisch besser für die Praxis.

Welche Varianten gibt es?

Zum Start gibt es den Zeekr 7GT in drei Varianten. Die Basis heißt Core RWD. Darüber steht der Long Range RWD Launch Edition. Das Topmodell ist der Privilege AWD Launch Edition.

Der Core RWD setzt auf Hinterradantrieb, einen Elektromotor, 310 kW beziehungsweise 421 PS und 440 Newtonmeter Drehmoment. Die Batterie hat 75 kWh brutto und nutzt LFP Zellchemie. Die Reichweite liegt bei bis zu 519 Kilometern nach WLTP. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 5,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 210 km/h.

Der Long Range RWD Launch Edition bleibt ebenfalls beim Hinterradantrieb und bei 310 kW beziehungsweise 421 PS. Auch das maximale Drehmoment liegt bei 440 Newtonmetern. Der Unterschied steckt im Akku. Hier sind es 100 kWh brutto mit NMC Zellchemie. Damit steigt die WLTP Reichweite auf bis zu 655 Kilometer. Auch diese Version beschleunigt in 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und fährt maximal 210 km/h.

Unser Fahrbericht konzentriert sich auf die Topversion Privilege AWD Launch Edition. Hier arbeiten zwei Elektromotoren. Die Systemleistung liegt bei 475 kW beziehungsweise 646 PS, das maximale Drehmoment bei 710 Newtonmetern. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 3,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt auch hier bei 210 km/h. Die Batterie hat ebenfalls 100 kWh brutto. Die kombinierte WLTP Reichweite liegt bei bis zu 558 Kilometern, der kombinierte WLTP Verbrauch bei 19,8 kWh pro 100 Kilometer.

Wie stark ist der Antrieb wirklich?

Kurz gesagt: sehr stark. 646 PS und 710 Newtonmeter sind im Zeekr 7GT keine Zahlenspielerei. Im Sportmodus schiebt der elektrische Grand Tourer katapultartig nach vorne. Die Leistungsentfaltung ist direkt, massiv und sehr sauber abrufbar. Wer aus dem Cruisen heraus kräftig beschleunigt, bekommt sofort diesen typischen Elektroauto Punch, nur eben auf einem Niveau, das man nicht mehr mit normalen Familienautos vergleichen sollte.

Der Zeekr 7GT ist dabei nicht laut, nicht dramatisch und nicht theatralisch. Er macht einfach Druck. Genau das passt zum Charakter eines elektrischen Grand Tourers. Er kann entspannt gleiten und innerhalb eines Augenblicks enorm schnell werden. Beim Überholen, beim Auffahren auf die Autobahn oder bei kurzen Beschleunigungsphasen fühlt sich das sehr souverän an.

Trotzdem gibt es eine kleine Einschränkung. Die Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h ist für viele Märkte völlig ausreichend. In Deutschland dürfte aber mancher denken, dass bei 646 PS auch etwas mehr möglich sein könnte. Gerade weil das Auto optisch und technisch als schneller GT auftritt, wirkt die Begrenzung auf 210 km/h ein wenig defensiv. In der Praxis wird das selten entscheidend sein. Im Kopf passt die Zahl aber nicht ganz zur brachialen Leistung.

Wie fährt sich der Zeekr 7GT als Reisewagen?

Im entspannten Fahrbetrieb macht der Zeekr 7GT einen richtig starken Eindruck. Genau hier passt das Konzept. Die Sitze sind bequem, die Sitzposition ist angenehm tief, die Geräuschdämmung überzeugt und das Fahrwerk filtert viele Unebenheiten souverän weg. Gerade auf längeren Strecken entsteht schnell der Eindruck, dass der 7GT tatsächlich als Langstreckenauto gedacht wurde.

In unserem Test haben wir die Innengeräusche gemessen. Bei 50 km/h lagen wir bei etwa 59 bis 60 Dezibel. Bei 70 km/h waren es rund 62 bis 63 Dezibel. Bei 100 km/h zeigte das Messgerät etwa 68 Dezibel. Das sind gute Werte und sie passen zum subjektiven Eindruck. Der Innenraum bleibt ruhig, die Akustikverglasung und die Dämmung leisten gute Arbeit.

Besonders die Topversion mit adaptiver Luftfederung und kontinuierlicher Dämpferregelung zeigt auf entspannten Etappen ihre Stärke. Das Auto gleitet angenehm, ohne schwammig zu wirken. In Verbindung mit Sitzbelüftung, Massagefunktion und dem leisen Innenraum entsteht ein sehr hoher Reisekomfort. Bei 32 Grad im Schatten rund um Marbella war gerade die Kombination aus Sitzbelüftung und entspannter Fahrwerksabstimmung ein echter Pluspunkt.

Zeekr 7GT Review

Wie sportlich ist der Zeekr 7GT wirklich?

Hier wird es interessanter. Der Zeekr 7GT hat Leistung im Überfluss, aber er ist kein Porsche und will es vermutlich auch nicht sein. Wer ihn als schnellen, komfortablen Grand Tourer fährt, bekommt ein sehr stimmiges Auto. Wer ihn aber hart durch Kurven treibt, merkt die Grenzen.

Das Gewicht ist spürbar. Die Topversion bringt 2.405 Kilogramm auf die Waage. Der Core RWD liegt bei 2.265 Kilogramm, der Long Range RWD Launch Edition bei 2.285 Kilogramm. Das ist in dieser Leistungsklasse mit großer Batterie nicht ungewöhnlich, aber die Physik bleibt trotzdem an Bord.

Bei stärkerem Lenkwinkel und höherem Tempo kann der 7GT etwas arbeiten. Im Kreisverkehr schiebt er unter Last eher über die Vorderachse. Bei Lastwechseln und kräftigem Beschleunigen wirkt er nicht ganz so messerscharf, wie es die Leistungsdaten vermuten lassen. Die Bremsen packen kräftig zu und machen grundsätzlich einen guten Job. In unserem Testfahrzeug waren vorne die großen belüfteten Bremsscheiben mit festen 4 Kolben Bremssätteln und orange lackierten Sätteln verbaut.

Auffällig war außerdem, dass sich die Karosserie bei harter Beschleunigung vorne etwas anhebt und beim starken Bremsen sichtbar eintaucht. Das ist kein Drama, aber bei einem Fahrzeug mit Luftfederung und so viel Leistung hätten wir uns im Sportmodus eine noch straffere Kontrolle der Karosserie gewünscht. Der Zeekr 7GT kann schnell. Sehr schnell sogar. Aber seine größte Stärke ist nicht die letzte Zehntelsekunde in der Kurve, sondern das souveräne, kraftvolle Reisen.

Welche Fahrmodi gibt es?

Der Zeekr 7GT bietet mehrere Fahrmodi. Im Comfort Modus wirkt er entspannt und alltagstauglich. Eco ist für möglichst effizientes Fahren gedacht. Sport schärft die Reaktion des Antriebs und macht den Wagen spürbar wacher. Dazu gibt es einen Snow Modus für winterliche Bedingungen und einen Individual Modus, in dem sich bevorzugte Einstellungen speichern lassen.

In der Topversion kommt zusätzlich ein sogenannter Fluchtmodus hinzu. Der Name klingt dramatischer als die Funktion im Alltag vermutlich ist. Entscheidend ist eher, dass der Zeekr 7GT viele Parameter verändern kann. Dazu gehört auch die Luftfederung. Im Test konnten wir verschiedene Höhenstufen wählen. Für langsamere Situationen gibt es angehobene Positionen, bei höherem Tempo senkt sich das Fahrzeug zugunsten von Fahrstabilität und Effizienz ab.

Was wir uns gewünscht hätten, wäre eine noch transparentere und direktere Abstimmung der Dämpfung. Im Individual Modus lässt sich zwar einiges konfigurieren, aber wir hätten gern noch deutlicher zwischen komfortabler Dämpfung und straffer Karosseriekontrolle gewählt. Gerade bei einem Auto, das sowohl GT als auch Performance Fahrzeug sein will, wäre diese Spreizung spannend.

Wie effizient war der Zeekr 7GT im ersten Test?

Unser Testverbrauch lag bei rund 20,8 kWh pro 100 Kilometer. Das ist kein normierter Verbrauchstest, sondern ein erster Pressetest Eindruck unter sommerlichen Bedingungen in Spanien. Dazu kommt, dass solche Fahrzeuge bei Fahrveranstaltungen naturgemäß nicht geschont werden. Beschleunigungen, Fahrmodi, Kamerafahrten, Klimatisierung und mehrere Fahrer prägen den Wert.

Vor diesem Hintergrund ist der Verbrauch ordentlich. Die Topversion ist mit 19,8 kWh pro 100 Kilometer nach WLTP angegeben. Unser Wert lag nur leicht darüber, obwohl wir die Leistung durchaus genutzt haben, natürlich nur im Rahmen der Möglichkeit und immer im Bereich des Erlaubten. Das ist positiv, gerade weil Fahrzeuge aus dem Geely Umfeld in der Vergangenheit nicht immer durch herausragende Effizienz aufgefallen sind.

Für ein endgültiges Urteil braucht es aber einen ausführlichen Testwagen auf deutschen Strecken. Interessant wären feste Verbrauchsrunden bei 100, 120, 140 und 160 km/h, dazu Stadt, Landstraße und Autobahn. Der erste Eindruck ist dennoch: Der Zeekr 7GT wirkt trotz hoher Leistung nicht maßlos durstig.

Wie gut lädt der Zeekr 7GT?

Beim Laden spielt der Zeekr 7GT eine seiner stärksten Karten aus. Alle Varianten nutzen eine 800 Volt Architektur. Das ist die technische Grundlage für hohe Ladeleistungen und kurze Ladezeiten. Der Core RWD mit 75 kWh LFP Batterie kann laut Datenblatt mit bis zu 450 kW DC laden. Die beiden 100 kWh Varianten mit NMC Batterie schaffen bis zu 420 kW DC.

Von 10 auf 80 Prozent sollen beim Core RWD 13 Minuten möglich sein. Die beiden großen Batterievarianten benötigen dafür 16 Minuten. Das sind sehr starke Werte. Allerdings gilt wie immer: Diese Ladeleistungen hängen stark von der passenden Infrastruktur, der Batterietemperatur, dem Ladezustand und den Umgebungsbedingungen ab. Zeekr weist selbst darauf hin, dass für die maximale DC Ladeleistung entsprechend leistungsfähige Hochleistungsladesäulen erforderlich sind.

Sehr erfreulich ist das AC Laden. Der Zeekr 7GT lädt serienmäßig mit 22 kW Wechselstrom. Damit dauert das Laden von 10 auf 100 Prozent beim Core RWD 4,5 Stunden, bei den beiden 100 kWh Varianten 5,5 Stunden. Das ist im Alltag ein echter Vorteil, vor allem an öffentlichen AC Säulen, im Hotel, am Arbeitsplatz oder an der heimischen Wallbox, sofern diese entsprechend ausgelegt ist.

Dazu kommt Vehicle to Load mit 3,3 kW. Damit kann der Zeekr externe Verbraucher mit Strom versorgen. Für Camping, Arbeitseinsätze oder kleinere Geräte unterwegs ist das ein praktisches Detail.

Wie praktisch ist der Kofferraum?

Der Kofferraum fasst 456 Liter. Das ist solide, aber kein Raumwunder. Die Form des Hecks fordert ihren Tribut. Die stark abfallende Linie sieht gut aus, begrenzt aber das Ladevolumen. Dafür ist der Kofferraum hochwertig verarbeitet. Teppich, Filz, ein doppelter Ladeboden, Verzurrösen, Haken und eine 12 Volt Steckdose mit 180 Watt zeigen, dass Zeekr sich hier Mühe gegeben hat.

Die Rücksitzlehne lässt sich im Verhältnis 60 zu 40 umklappen. Dazu gibt es eine Durchreiche für längere Gegenstände wie Ski oder Snowboards. Das ist im Alltag sehr sinnvoll, weil nicht immer gleich die komplette Rückbank fallen muss.

Unter der vorderen Haube gibt es zusätzlich einen Frunk. Bei den heckgetriebenen Varianten fasst er 65 Liter, bei der Allradversion wegen des vorderen Elektromotors 32 Liter. Für Ladekabel und Kleinkram reicht das aus.

Alle Varianten dürfen 1.600 Kilogramm ziehen. Das ist für einen elektrischen Grand Tourer ein ordentlicher Wert. Im Script wurde zudem eine Stützlast von 100 Kilogramm und eine Dachlast von 75 Kilogramm genannt. Damit wird der 7GT nicht nur zum schicken Reisewagen, sondern auch zu einem durchaus brauchbaren Alltagsauto.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt der versteckte Knopf für die Heckklappe. Wir mussten ihn zunächst suchen. Das mag nach einer Kleinigkeit klingen, aber im Alltag entscheidet genau so etwas darüber, ob ein Auto intuitiv funktioniert oder kurz nervt.

Wie hochwertig ist der Innenraum?

Der Innenraum gehört zu den großen Stärken des Zeekr 7GT. Schon beim Einsteigen fällt auf, dass die Materialien überwiegend hochwertig wirken. Leder, Kunstleder, Mikrofaser, Metalloptik, sauber integrierte Bedienelemente und eine angenehme Lichtstimmung ergeben ein Premium Gefühl, das nicht aufgesetzt wirkt.

Die Sitzposition ist fahrerorientiert. Der Fahrer sitzt angenehm tief, die Mittelkonsole rahmt den Platz ein und das Lenkrad liegt gut in der Hand. Das 13 Zoll Instrumentendisplay sitzt direkt im Blickfeld, darüber beziehungsweise davor arbeitet je nach Version ein 35,5 Zoll Augmented Reality Head up Display. Das wirkt modern, scharf und hilfreich, weil Informationen groß und gut sichtbar dargestellt werden.

Das zentrale 15 Zoll OLED Display reagiert schnell und bietet eine moderne Menüstruktur. Besonders positiv fiel uns auf, wie flüssig viele Funktionen laufen. Spiegel und Lenksäule werden über das Menü eingestellt, was nicht jeder mögen wird, aber im Test schnell und sauber funktionierte. Die Bedienung ist nicht perfekt klassisch, aber deutlich besser gelöst als bei vielen anderen neuen Fahrzeugen, die alles in verschachtelten Menüs verstecken.

Unter dem Display sitzen zwei kabellose Smartphone Ladeschalen mit jeweils 50 Watt. Dazu gibt es USB C Anschlüsse mit 60 und 27 Watt. Apple CarPlay und Android Auto sind vorhanden. Das passt zum modernen Anspruch.

Was stört im Innenraum?

So hochwertig der Innenraum insgesamt wirkt, ganz frei von Kritik ist er nicht. Unten in den Türen fanden wir harten Kunststoff. Auch an einigen Einstiegsbereichen wirkt das Material weniger edel als der Rest des Innenraums. Gerade weil Zeekr an vielen Stellen Premium liefert, fallen diese einfacheren Bereiche umso stärker auf.

Auch das Handschuhfach wird über das Display geöffnet. Das funktioniert, fühlt sich aber unnötig kompliziert an. Ein klassischer Knopf wäre schneller, logischer und im Alltag vermutlich angenehmer.

Das große Glasdach sorgt für ein luftiges Raumgefühl, hat aber keinen klassischen Sonnenschutz. Zeekr verweist auf speziell behandeltes Glas, das UV Strahlung filtert. Bei 32 Grad in Südspanien blieb dennoch der Wunsch nach einer zusätzlichen Verdunklung. Wer in heißen Regionen unterwegs ist oder häufig in der prallen Sonne parkt, dürfte diesen Punkt nachvollziehen.

Im Fond fehlen uns außerdem eigene Bedienelemente für Sitzheizung und Klima. Hinten gibt es zwar Lüftungsdüsen und USB C Anschlüsse, aber kein eigenes Display und keine eigene Steuerung. In einem Premium Fahrzeug wäre das wünschenswert. Auch zusätzliche Luftausströmer in der B Säule hätten gut zum Anspruch gepasst.

Wie viel Platz bietet der Fond?

Der Fond ist großzügig. Bei unserer Sitzprobe mit 1,85 Meter Körpergröße blieb hinter dem passend eingestellten Vordersitz ordentlich Knieraum. Die Kopffreiheit ist trotz flacher Dachlinie erstaunlich gut. Die Rückbank wirkt hochwertig, die Sitze sind bequem und die Mittelarmlehne ist angenehm weich gepolstert.

Zeekr gibt eine Beinfreiheit von 953 Millimetern im Fond an und spricht von loungeartigen, beheizbaren und elektrisch einstellbaren Sitzen. Im Alltag fühlt sich der hintere Bereich tatsächlich eher nach Reiselounge als nach Notlösung an. Auch Isofix Befestigungen sind sauber integriert.

Ganz eben ist der Boden allerdings nicht. Es gibt eine leichte Erhöhung in der Mitte. Für zwei Personen ist der Fond sehr komfortabel. Eine fünfte Person kann mitfahren, aber der Zeekr 7GT ist eher auf vier entspannte Reisende ausgelegt als auf fünf Personen mit maximaler Langstreckenbequemlichkeit.

Wie gut ist das Infotainment?

Das Infotainment hat uns überwiegend überzeugt. Der Bildschirm ist scharf, groß und reagiert schnell. Die Menüführung wirkt logisch, die Kachelstruktur ist modern und viele Funktionen sind in ein bis zwei Schritten erreichbar. Das ist wichtig, weil moderne Fahrzeuge oft an zu komplexer Bedienung scheitern.

Der Qualcomm Snapdragon 8295 Chip bildet laut Datenblatt die technische Basis. Dazu kommen 4 GB Arbeitsspeicher und 32 GB Speicher. Entscheidend ist aber nicht nur die Hardware, sondern die Reaktion im Alltag. Und hier macht der Zeekr 7GT vieles richtig. Die Animationen laufen flüssig, die Ansichten sind klar, Apple CarPlay lässt sich großflächig nutzen und auch die Kamerasysteme werden gestochen scharf dargestellt.

Auch das Soundsystem hat positiv überrascht. Zeekr nutzt kein klassisches externes Premiumnamen System, sondern ein eigenes Zeekr System. In der getesteten hochwertigen Ausführung arbeitet es mit 23 Lautsprechern, Subwoofer und Lautsprechern in der Fahrer Kopfstütze. Der Klang war im Test klar, räumlich und druckvoll. Höhen, Mitten und Bass wirkten sauber abgestimmt. Das ist ein Punkt, an dem Zeekr nicht nur mithalten kann, sondern wirklich überzeugt.

Wie gut funktionieren Kamera und Parkassistent?

Der Parkassistent war eines der Highlights des Tests. Die Kameraauflösung ist hervorragend. Die 360 Grad Ansicht, die Felgenansichten und die Darstellung der Umgebung gehören zum Besten, was wir bisher in einem Fahrzeug dieser Klasse gesehen haben. Gerade bei einem fast 4,82 Meter langen und 2,07 Meter breiten Auto inklusive Spiegel ist das enorm hilfreich.

Der automatische Parkassistent arbeitete schnell und entschlossen. Er erkannte Parklücken, rangierte zügig und übernahm Lenkung, Beschleunigung und Bremsen. Das System war dabei fast schneller, als wir es selbst in einem engen Parkhaus gemacht hätten. Das erzeugt zunächst etwas Vertrauen, aber auch ein bisschen Puls, weil das Auto sehr entschlossen an Hindernisse heranfährt.

Trotzdem bleibt der Eindruck: Beim Parken ist Zeekr sehr weit. Die Kombination aus hochauflösenden Kameras, sauberer Visualisierung und automatischer Rangierfunktion macht einen reifen Eindruck. Genau so muss moderne Technik im Alltag helfen.

Wo liegt das größte Problem?

Das größte Problem unseres Testwagens lag bei den Fahrassistenzsystemen auf der Straße. Und hier müssen wir klar differenzieren. Laut Zeekr wurde das Assisted Drive System auf europäischen Straßen entwickelt und getestet. Es umfasst unter anderem adaptiven Tempomat, Spurzentrierung, automatischen Spurwechselassistenten, Ampelerkennung und Parkfunktionen. Die Hardware besteht aus Kameras, Radaren und Ultraschallsensoren.

In unserem Test funktionierte das System aber nicht so souverän, wie wir es erwartet hätten. Der Lenkassistent fuhr wiederholt zu weit links in der Spur. Teilweise bewegte sich das Fahrzeug sehr nah an der Fahrbahnmarkierung oder sogar unangenehm dicht zur Leitplanke. Der Spurwechselassistent arbeitete grundsätzlich, aber nicht immer so berechenbar und sauber, wie es im Alltag entspannen würde. Dazu kamen wiederholte Aufforderungen, das Lenkrad festzuhalten, obwohl wir die Hände am Lenkrad hatten.

Besonders kritisch war, dass das System in manchen Situationen nicht ruhig in der Mitte der Spur blieb. Bei einem Grand Tourer, der lange Autobahnetappen angenehmer machen soll, ist genau diese Spurführung zentral. Ein Assistenzsystem muss entlasten und Vertrauen schaffen. In unserem Test tat es das nur teilweise.

Zur fairen Einordnung gehört aber auch: Andere Kollegen hatten – so das „offene Gespräch am Abend“ – scheinbar keine vergleichbaren Probleme. Es kann an unserem Testfahrzeug gelegen haben, an der Kalibrierung, an der Strecke, an den Bedingungen oder an einer Kombination daraus. Deshalb würden wir diesen Punkt unbedingt noch einmal auf deutschen Straßen mit einem späteren Testwagen prüfen. Trotzdem gehört dieser Eindruck in den Fahrbericht. Wir schneiden so etwas nicht heraus, denn genau diese Live Eindrücke machen einen ehrlichen Test aus.

Wie passt die Kritik zum Rest des Autos?

Genau hier wird der Zeekr 7GT spannend. Denn der Assistenzkritik steht ein ansonsten sehr überzeugendes Fahrzeug gegenüber. Design, Materialqualität, Ladeleistung, Komfort, Infotainment, Parksystem, Sound und Antrieb machen einen starken Eindruck. Der 7GT fühlt sich nicht wie ein billiger Herausforderer an, sondern wie ein ernstzunehmendes Premium Elektroauto mit eigenem Charakter.

Umso mehr fällt das ADAS Verhalten auf. Es passt nicht zum Anspruch des restlichen Fahrzeugs. Während der Parkassistent fast beeindruckend souverän arbeitet, braucht der Lenkassistent nach unserem Eindruck noch Feinschliff. Sollte Zeekr diesen Punkt per Software und Kalibrierung verbessern, könnte der Gesamteindruck deutlich runder werden.

Genau darin liegt auch eine Chance. Der Zeekr 7GT ist ein softwaredefiniertes Fahrzeug. Over the Air Updates sind Teil des Konzepts. Wenn die Hardware vorhanden ist und die Software weiterentwickelt wird, könnte aus einem heute kritischen Punkt künftig ein deutlich besseres System werden. Stand unseres Tests bleibt aber: Die Assistenz auf der Autobahn hat uns – bei unserem Testfahrzeug – nicht überzeugt.

Wie alltagstauglich ist der Zeekr 7GT?

Im Alltag bringt der Zeekr 7GT viele gute Voraussetzungen mit. Die Reichweite ist je nach Version stark. Die Long Range RWD Launch Edition bietet bis zu 655 Kilometer nach WLTP und dürfte für viele die sinnvollste Variante sein. Sie kombiniert den großen Akku mit dem effizienten Hinterradantrieb und immer noch 421 PS. Genau das könnte im Programm der Sweet Spot sein.

Die Topversion ist spektakulär, aber nicht zwingend notwendig. 646 PS machen Spaß, keine Frage. Aber für den Alltag reicht der Hecktriebler mit großem Akku vermutlich mehr als aus. Wer maximale Performance will, nimmt den Privilege AWD Launch Edition. Wer den besseren Langstreckenmix sucht, sollte sich den Long Range RWD genauer ansehen.

Dazu kommen 22 kW AC Laden, schnelle DC Ladezeiten, brauchbarer Kofferraum, Frunk, Anhängelast und ein hoher Reisekomfort. Der Zeekr 7GT ist also nicht nur ein schönes Auto für Pressefotos, sondern kann im Alltag durchaus funktionieren.

Was kostet der Zeekr 7GT?

In unserem Script wurde der Einstieg mit 47.990 Euro genannt. Für die von uns gefahrene Topvariante wurde ein Preis von 59.490 Euro genannt. Die Preise machen die Einordnung besonders spannend, denn für unter 60.000 Euro bietet der Zeekr 7GT in der Topversion 646 PS, 800 Volt Technik, Luftfederung, sehr viel Ausstattung und ein auffällig hochwertiges Interieur.

Damit stellt sich zwangsläufig die Preis Leistungs Frage. Wo gibt es bei europäischen Herstellern vergleichbare Leistung, vergleichbare Ladeleistung, vergleichbare Ausstattung und eine ähnliche Karosserieform zu diesem Preis? Genau hier wird Zeekr gefährlich für etablierte Marken. Nicht, weil alles perfekt ist. Sondern weil das Paket sehr stark ist.

Entscheidend wird jedoch nicht nur der Listenpreis sein. Zeekr muss in Deutschland ein überzeugendes Händler und Servicenetz aufbauen. Dazu braucht es attraktive Leasing und Finanzierungskonditionen. Erst dann wird aus einem starken Produkt auch ein Auto, das viele wirklich in Betracht ziehen.

Was bleibt nach der ersten Fahrt?

Nach der ersten Fahrt bleibt ein erstaunlich positives Bild. Der Zeekr 7GT ist kein perfektes Auto, aber er ist ein sehr ernstzunehmendes Auto. Er sieht gut aus, fährt komfortabel, lädt schnell, bietet viel Leistung, klingt innen hochwertig, hat ein starkes Infotainment und überzeugt mit einem hervorragenden Kamerasystem. Besonders als elektrischer Reisewagen trifft er einen Nerv, weil er eben kein SUV ist.

Die Kritik ist aber ebenso klar. Die Assistenzsysteme unseres Testwagens haben auf der Straße nicht souverän genug gearbeitet. Der Wagen fuhr im Lenkassistenten mehrfach zu weit links, warnte teilweise nervig und wirkte nicht so vertrauenerweckend, wie es ein moderner Grand Tourer können muss. Dazu kommen kleinere Punkte wie harte Kunststoffe im unteren Türbereich, ein über das Display geöffnetes Handschuhfach, fehlende Fondbedienung für Klima und Sitzheizung, kein Heckscheibenwischer und ein Glasdach ohne echte Verdunklung.

Trotzdem überwiegt das Lob deutlich. Der Zeekr 7GT fühlt sich nach einem Auto an, das den Markt ernsthaft aufmischen kann. Gerade der Long Range RWD Launch Edition könnte für viele die spannendste Wahl sein. 100 kWh Batterie, bis zu 655 Kilometer WLTP Reichweite, 421 PS, 22 kW AC Laden und kurze DC Ladezeiten ergeben ein sehr starkes Paket. Die Topversion liefert zusätzlich die große Show mit 646 PS, Allradantrieb, Luftfederung und maximaler Ausstattung.

Ist der Zeekr 7GT eine echte Alternative?

Ja, aber mit einer wichtigen Einschränkung. Als Auto ist der Zeekr 7GT absolut ernst zu nehmen. Er wirkt nicht wie ein Experiment, sondern wie ein durchdachtes Premium Elektroauto mit eigenem Charakter. Als elektrische Alternative zu klassischen Gran Turismo Konzepten, Sport Turismo Modellen und schnellen Kombis bringt er frischen Wind in den Markt.

Die Einschränkung betrifft Vertrauen. Vertrauen in die Assistenzsysteme, Vertrauen in Service, Vertrauen in Verfügbarkeit, Vertrauen in Restwerte, Leasingraten und langfristige Betreuung. Genau diese Punkte muss Zeekr in Europa jetzt aufbauen. Das Produkt liefert dafür eine starke Grundlage.

Unser erster Fahreindruck fällt deshalb klar aus: Der Zeekr 7GT ist eines der spannendsten neuen Elektroautos seiner Klasse. Er beeindruckt mit Design, Technik, Ladeleistung, Komfort und Preis Leistungs Verhältnis. Er enttäuscht in unserem Test aber beim Autobahn Assistenten. Wenn Zeekr diesen Punkt nachschärft und in Deutschland ein starkes Serviceumfeld schafft, dann wird mit dieser Marke zu rechnen sein.

Der Zeekr 7GT zeigt, wie schnell sich der Markt verändert. Früher hätte man bei einem neuen Premium Elektroauto automatisch nach Deutschland oder in die USA geschaut. Heute steht ein chinesisch geprägtes, in Europa entwickeltes Fahrzeug vor uns, das vieles richtig macht und an einigen Stellen sogar besser wirkt als erwartet. Genau deshalb ist dieser Test so spannend.

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